Professor Zamorra (1)
Die Quelle des Lebens (Teil 1 von 4)

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Inhalt: Lord Bryont Saris ap Llewellyn liegt im Sterben. Im hohen Norden Schottlands bereitet sich der Erbfolger auf den Tod vor. Zamorra, sein bester Freund, soll die Geburt von Bryonts Sohn überwachen, in welchem der Erbfolger wiedergeboren werden wird. Doch kaum in Llewellyn angekommen, plagen Zamorra seltsame Träume. Träume über eine ihm unbekannte Vergangenheit... Noch, als Zamorra versucht, sie zu ergründen, wird er in einen Kampf auf Leben und Tod verwickelt! Story: Nach DreamLand mit „Tony Ballard“ schickt nun Canora Media mit „Professor Zamorra“ einen weiteren Held aus dem Batei-Verlag in die Hörspielwelt. Beide Serien genießen ihren Kultstatus und somit war man gespannt, was den Hörer nun bei der Vertonung von Canora Media erwarten würde. Für die erste große Verwirrung sorgt dann die Tatsache, dass es sich bei der ersten Hörspielfolge um die Umsetzung des 500. (!) Romanheftes von Professor Zamorra handelt. Somit darf man als Hörer hier keine wirklichen Erläuterungen zu den verschiedenen vorkommenden Charakteren erwarten. In ein paar Nebensätzen gibt es einige wenige Erklärungen und Leute, die mit den Romanen nicht vertraut sind, stehen doch ein wenig im Regen. Doch dies ist nicht einmal das größte Problem von „Die Quelle des Lebens“. Was mehr missfällt ist die Tatsache, dass es kaum Handlung gibt. Über den größten Teil der Spielzeit reihen sich lange Dialoge aneinander und Grusel oder gar Action bekommt man hier nur sehr selten geboten. Zwar kann man schon erkennen, dass in den Figuren und auch der begonnenen Handlung einiges an Potential steckt, doch es wird im Hörspiel-Debüt leider nicht richtig ausgenutzt. Die knappe Stunde Spielzeit fühlt sich jedenfalls länger an, als sie wirklich ist, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist. Schade ist auch die Tatsache, dass es sich hierbei um einen Vierteiler handelt und man dementsprechend am Ende der CD im Regen steht, denn der Cliffhanger der Folge ist für meinen Geschmack der spannendste Moment. Wie gesagt: Man spürt sehr deutlich, dass hier noch einiges kommen will, doch rein inhaltlich gestaltet sich „Die Quelle des Lebens“ eher zahm und reichlich zäh. Sprecher: Bei den Sprechern gab es im Vorfeld schon die großen Spekulationen: Wer ist Zamorra? Etwa Douglas Welbat, der dem Parapsychologen in der John Sinclair-Reihe seine Stimme lieh? Nein, die Wahl von Canora Media fiel auf Gerhart Hinze und ich muss gestehen, dass ich diese Wahl nicht für die beste halte. Hinze ist sicherlich ein guter Sprecher, aber er verkörpert für meine Begriffe nicht unbedingt einen Helden. Dafür fehlt seiner Stimme irgendwie das gewisse Etwas. Da kommt Reent Reins als fieser Gegenspieler Torre Gerret viel besser. Vielleicht wäre er eine bessere Wahl für die Hauptrolle gewesen, denn seine Stimme ist wesentlich markanter. Neben den bereits genannten trifft man noch auf weitere Namen, die Hörspielfans bekannt sind: Rainer Schmitt, Marion von Stengel, Robert Missler, Andreas von der Meden und auch Henry König sind hier zu hören. Letzterer fungiert als Erzähler und seine Leistung will mir nicht so recht schmecken. Er versucht nahezu permanent durch seine Stimme Dramatik zu vermitteln, nur leider gibt es in dieser Folge nur in den wenigsten Momenten echte Dramatik, so dass seine Darbietung oft als schlichtes Overacting erscheint. Was an die Ohren des Hörers dringt ist bei Leibe nicht schlecht, aber absolut überzeugend ist es in meinen Ohren dann leider doch nicht geworden. Musik und Effekte: „Musik komponiert von Carsten Bohn“ leuchtet dem potentiellen Käufer auf dem Cover entgegen. Da mag bei dem einen oder anderen Hörspielfan das Herz sicherlich einen Schlag überspringen. Es ist eben nur schwer wegzudiskutieren, dass Carsten Bohn diesen ganz eigenen Stil hat, der ein Gefühl von Wärme erzeugt. Fraglich erscheint es allerdings, ob diese Art von Musik zu einer Serie im Grusel/Mystery-Bereich wirklich passen will. Für meinen Geschmack herrscht hier ein ähnliches Problem, wie bei der ersten Folge von „Tony Ballard“. Die Musik wirkt nicht selten viel zu zahm somit auch gerne mal etwas deplaziert in der Handlung. Bohn hat da auch ganz andere Stücke komponiert, wie man in diversen Folgen der „Neon-Gruselserie“ hören kann, doch hier zeigt er sich eher „harmlos“, was auf Kosten der Atmosphäre geht. Beim Thema Atmosphäre sind natürlich auch die Geräusche und Effekte gefragt und die erscheinen mir oft auch ein wenig zu zahm. Problematisch ist hierbei allerdings auch die Tatsache, dass es kaum Szenen gibt, die für die Effekte eine besondere Herausforderung darstellen würden. Dennoch wirken viele Szenen in meinen Ohren schlicht weg „leer“ und man könnte fast meinen, dass man einem Bühnenstück lauscht … ohne Sounds. Hieran sollte man definitiv noch arbeiten, denn das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Fazit: Einstiegsfolgen sind immer eine etwas schwierige Sache, denn man muss zum einen die Charaktere den Hörern näher bringen und auf der anderen Seite auch eine fesselnde Handlung bieten. Leider gelingt bei „Die Quelle des Lebens“ für meinen Geschmack nichts von beidem. Inhaltlich zeigt sich das erste Hörspiel eher zahm und langatmig und für Leute, die keine Ahnung von Zamorra und seiner Welt haben, erscheint alles noch reichlich verwirrend. Bei den Sprechern wirkt auch nicht alles wirklich ausgereift. Gerhart Hinze klingt für mich einfach nicht so recht nach einem Helden und Henry König legt in seinen Erzählerparts einige Male ein störendes Overacting an den Tag. Leider gibt es auch bei der technischen Umsetzung Anlass zur Kritik: Die Musik will manchmal einfach nicht so recht zur Thematik der Serie passen und grade bei den Geräuschen wirkt vieles schlichtweg zu zahm und beinahe „leer“. Hatten Canora Media mit „Der Orden“ noch etwas Innovatives geschaffen, so schafft man mit der ersten Folge von „Professor Zamorra“ nicht einmal den Sprung aus dem Durchschnitt. Für Fans der Romanserie und beinharte Gruselfans ist die Produktion sicherlich ein Ohr wert, aber als Otto-Normal-Hörer verpasst man nichts, wenn „Die Quelle des Lebens“ nicht im heimischen Regal steht. Schade, denn nach „Der Orden“ hatte ich hier wesentlich mehr erwartet. ![]() ![]()
lord gösel |