USK (1)
Die grosse Casting Affäre

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Inhalt: Jule´s Schwester Sam nimmt an einer örtlichen Casting-Show teil. Nicht erst, als ihr eine Kopie des unbedacht nach der Show unterschriebenen Vertrages verweigert wird, ist klar, dass hier abgezockt wird! Glücklicherweise lernt Jule an diesem Abend Fritte, Ami, Search und Mark kennen. Gemeinsam stehen sie Sam sofort zur Seite. USK sind geboren! Computer-Ass Fritte findet im Internet Unglaubliches über die Macher der Castingshow heraus. Gemeinsam wagen sie sich in die Höhle des Löwen... Story: USK soll "zeitgemäße Abenteuergeschichten in authentischer Sprache, untermalt von aufwendig erstellten Originalszenarien und cooler Musik" bieten. Man mag sich im ersten Moment freuen ... eine neue Jugend-Krimi-Serie, doch bei dem Thema "authentische Jugendsprache" trüben düstere Vorahnung die Vorfreude. Und ... die Erwartungen erfüllen sich. Lässt man aber mal die Sprache außer acht (zu der kommen wir noch bei dem Punkt Sprecher) und betrachtet nur die Handlung, so ist man auch etwas enttäuscht. Ohne Frage sind Casting-Shows "in" und für jüngere Hörer wird es vielleicht auch interessant sein, doch wirklich spannend geht es in den 70 Minuten nur selten zu. Erst am Ende kommt etwas Pepp in Form einer Verfolgungsjagd in die Handlung. Aber um das Ende zu erreichen muss man sich erstmal durch die fast viertelstündige Casting-Szene quälen. Ansonsten schlummert die Handlung ehr vor sich hin: Es gibt keine Rätsel zu lösen, niemanden zu belauschen oder zu überwachen. Heutzutage erledigt alles der Computer. Schade. Auch die Charaktere bleiben hier sehr blass. Zwar werden alle mehr oder weniger kurz vorgstellt, doch lediglich Jule und Fritte haben etwas Profil. Die Geschichte kann nicht überzeugen. Sprecher: Die Hauptakteure der Serie reden (zwar nicht immer, ab für meinen Geschmack deutlich zu oft) in einem Slang der mich persönlich ehr zum Lachen bringt: Meine Sis (Kurzform für sister .. also Schwester), meine Klamo (Kurzform für Klamotten) und ähnliche Kreationen erwarten den Hörer hier. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob die Kids (so nennt man das ja heute) im Alter von 13 Jahren wirklich so reden, aber es wirkt auch einfach nicht authentisch. Leider liegt mir keine Version mit Angaben zu den Sprechern vor, aber bei Sprüchen wie "Krass" oder "was geht?" macht keiner der Hauptsprecher eine wirklich gute Figur. Insgesamt wirken alle Leistungen ehr aufgesetzt und gezwungen "cool" als denn wirklich suverän. Allerdings legen nicht nur die "Kids" diesen "Slang" an den Tag, auch ein Teil der erwachsenen Sprecher strauchelt an den Phrasen. Musik und Effekte: An der Musik werden sich ohne Frage die Geister scheiden. Schon das Titellied (Hip-Hop) geht mir persönlich auf die Nerven. Zwischenmusiken gibt es bei der mir vorliegenden Fassung gar keine. (Keine Ahnung, ob sich das bei der Kaufversion ändern wird). Dafür wird aber ein Grossteil der Szenen mit Hintergrundmusik unterlegt, die aber auch so gar nicht meinen Geschmack treffen können. Wirklich postiv sind die Effekte, denn bei den Hintergrundgeräuschen hat man sich mächtig ins Zeug gelegt und realitische Sounds ausgewählt. Doch in Kombination mit der Musik bleibt dann doch nur ein durchschnittlicher Eindruck. Fazit: Eine wirklich schwierige Sache. Sicherlich bin ich nicht die Zielgruppe, die von der Serie angesprochen werden soll, doch kann ich mich ohne Probleme an Serien erfreuen von denen ich auch nicht die Zielgruppe bin: Point Whitmark, Jan Tenner, Gespensterpark oder Elea Eluanda. Der Punkt mit dem ich die grössten Probleme habe ist die Sprache und die damit verbundenen Sprecherleistungen, die nicht wirklich überzeugend sind. Die gebotene Geschichte ist nun aber auch nicht grade der heilige Gral und vorallem die sehr farblos bleibenden Charaktere trüben die Freude am Hören. Lediglich die Effekte können überzeugen, doch die "coole Musik" gleicht das nahezu problemlos wieder aus. Was am Ende bleibt ist ein schwacher Eindruck. Trendy und cool können eben keine guten Geschichten und gut ausgearbeitete Charaktere ersetzen. ![]()
lord gösel |