Top Secret (3)
Tage des Zorns

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Inhalt: Solange es schläft, droht keine Gefahr. Der Schlaf zügelt seine Wut, verwirrt seinen Geist mit Träumen aus Hoffnung, Blut und Wahnsinn. Jenseits der Dämmerung lauert es auf seine Stunde. Wir sind in Sicherheit - bis der Zyklus vollendet ist. Denn wir wissen nicht, wann es wieder erwacht. Aber noch ist es nicht soweit. Noch sind wir in Sicherheit… Story: Das man nach dem Lesen der Inhaltsangabe so ziemlich gar nichts darüber weiß, was in dem Hörspiel passiert, ist man bei der Serie „Top Secret“ ja schon gewohnt. Diesmal ändert sich an diesem Zustand aber auch nichts, wenn die Abschlussmusik verklungen und die CD ausgegangen ist. Dann sitzt man nämlich immer noch da, starrt den CD-Player irritiert an und denkt sich: „Ah ja, ist klar!“. Denn: Klar ist so ziemlich gar nichts! Es fängt schon alles verdammt seltsam an, denn anfangs konfrontiert man den Hörer mit drei verschiedenen Handlungssträngen, die keinen erkennbaren Bezug zueinander haben. Nun mag man denken: „Na und? In diversen Filmen ist eine solche Taktik doch Gang und gäbe.“ Das alles wäre auch noch kein Problem, wenn die Ereignisse auch zu einem befriedigenden Ende geführt würden. Dies ist aber leider nicht der Fall, denn in dem Moment wo man meint jetzt würde es endlich so richtig losgehen, da ist das Hörspiel auch schon vorbei! Vielleicht wird die Handlung ja in der kommenden Folge fortgeführt, doch einen Hinweis darauf gibt es nicht und somit muss man zum momentanen Zeitpunkt „Tages des Zorns“ wohl als für sich allein stehendes Werk verstehen. Betrachtet man es als solches, so bleibt nur ein erschreckend schwacher Eindruck zurück, denn rein inhaltlich wird hier wenig bis gar nichts geboten. Es schwebt einfach zu viel in der Luft, als das der Inhalt überzeugen könnte. Auch mehrmaliges Hören bringt kein zusätzliches Licht ins Dunkel und somit kann ich abschließend nur schreiben, dass ich nach der gelungenen zweiten Folge von Akte 003 doch sehr enttäuscht war. Sprecher: Klotzen statt Kleckern war und ist ohne Frage die Devise bei Produktionen von Maritim, zumindest was die Sprecher angeht. Auch in der dritten Folgen trifft man wieder auf das starke Team bestehend aus Thomas Karallus, Christine Pappert und Erzähler K. Dieter Klebsch. Die drei erledigen wirklich einen klasse Job und das stimmt zumindest ein wenig versöhnlicher. Auch in allen übrigen Rollen fährt man große Geschütze auf und die erweisen sich nahezu immer als treffsicher. Die obligatorischen Regie-Patzer sind mir diesmal jedenfalls nahezu gar nicht unter die Ohren gekommen. Nur bei einem Namen herrschte keine wirkliche Einigkeit, doch in Relation zu dem, was man schon gehört hat, kann man diesen Fehltritt relativ gut verschmerzen. Auf der Seite der Sprecher ist somit also fast alles in Ordnung, wenngleich man sich eine Formulierung wie „Rasender Pizzapornobote“ vielleicht hätte verkneifen können. Musik und Effekte: Auch in diesem Bereich zeigt die Produktion sich relativ stark. Gerade die Musik bringt einen kleinen Bonuspunkt an, denn sie erzeugt ohne Frage eine düstere Stimmung, die zu dem Anspruch einer Mystery-Serie ohne Frage passt. Fragwürdig bleibt weiterhin die relativ dreist bei „Akte X“ „geklaute“ Titelmusik, die unweigerlich Assoziationen weckt, die die Produktion rein inhaltlich absolut nicht halten kann. Dennoch gilt insgesamt sowohl für die Musik als für die Effekte, dass hier richtig gute Arbeit geleistet wurde. Die Rennszenen zu Beginn klingen authentisch und auch in den Actionsequenzen hat man den Eindruck mittendrin statt einfach nur dabei zu sein. Hier gilt von meiner Seite ganz klar: Daumen rauf! Fazit: Wie bei der parallel erschienenen Folge 4 der Serie „Dark Trace“, so krankt auch „Tage des Zorns“ an einer ordentlichen Handlung. Bei Akte 003 von „Top Secret“ geht es indes noch dünner zu, denn das gesamte Hörspiel wirkt eher wie eine Ansammlung von Szenen, die relativ lose im Raum schweben und den Hörer sehr weit im Dunkeln lassen. Auch wenn es eine Mystery-Serie ein soll, kann dies hier für meine Begriffe keineswegs die Intention eines Autoren sein. Gottlob kommen hier noch wirklich sehr gute Sprecher und eine überaus gelungene technische Umsetzung dazu, denn sonst hätte dieses Hörspiel glatt noch das Zeug zu einem waschechten Flop gehabt. Doch auch die Sprecher sowie Musik und Effekte können das Hörspiel nicht in durchschnittliches oder gar gutes Niveau heben. Dafür ist die Unmut am Ende der Geschichte einfach zu groß. Ich hatte eigentlich gehofft, dass man auf dem Niveau der 2. Folge weitermachen würde, doch hier unterbietet man sogar den nicht gerade gelungenen Erstling und findet sich somit letzten Endes in der Kategorie schwach wieder, was in der Schule wohl einem Mangelhaft (+) entsprechen würde. Möge die nächste Folge Besserung bringen. ![]()
lord gösel |