Top Secret (2)
Diadem




Inhalt:
"La Città Eterna". Sie ist die "Ewige Stadt". Alles beginnt in Rom. " Und in Rom wird es auch enden. " Doch nachts, wenn die Schatten sich über das Kolosseum senken, ist davon nichts zu spüren. Zu viel Leben auf dem erhitzten Asphalt. Das Blut zirkuliert schneller durch die Venen, peitscht die Leidenschaften hoch. Niemand denkt hier über das Ende nach. Der Tod...ist bloß ein fahles Schreckgespenst...

Story:
Bei Top Secret wird die Akte 002 geöffnet und ich bin mit sehr gemischten Gefühlen an dieses Hörspiel herangetreten, konnte mich Akte 001 doch nahezu nicht überzeugen. Zum Glück gestaltet sich das Bild bei der zweiten Folge der Serie anders, wenngleich es immer noch einige Punkte gibt, die mir sauer aufstoßen. Doch kommen wir zunächst zu den positven Aspekten: Die Handlung um das titelgebende Diadem steht fraglos viel mehr im Fokus als es bei der Geschichte um das „Herz aus Eis“ der Fall war. Die zwei zunächst unabhängig erscheinenden Handlungsstränge werden sinnvoll zusammengeführt und man erlebt die beiden Agenten ein wenig mehr im Einsatz. Des Weiteren kann man positiv erwähnen, dass eine schön düstere und beklemmende Stimmung herrscht, allerdings muss man auch zugeben, dass die Handlung ein wenig an Geschichten von Dan Brown erinnert und somit die Eigenständigkeit erneut nicht SO groß geschrieben wird. Für die Zukunft würde ich mir weiterhin wünschen, dass die beiden Helden noch ein wenig mehr am eigentlichen Fall arbeiten, denn einfach auftauchen, einen Geistesblitz haben und Ende … das dürfte auf die Dauer etwas langweilig werden. Trotzdem kann man in den gut 60 Minuten Spielzeit gut unterhalten werden, wenn man Krimis mit einem übersinnlichen Einschlag mag.

Sprecher:
Wenn sich die Handlung als solche Wucht erweisen würde wie die Sprecher, dann würde diese Serie wohl absolut großartig sein. Schon allein die beiden Protagonisten agieren klasse zusammen und aufgrund des hier vorliegenden Genres kommen einem auch keine Vergleiche zu „Kings of Queens“ in den Sinn, wenn man Thomas Karallus und Christine Pappert gemeinsam hört. Auch ansonsten wird hier eher geklotzt als gekleckert, denn Namen wie Wolfgang Condrus, Klaus Dieter Klebsch (toll als Erzähler), Norbert Gastell oder auch Daniela Hoffman sprechen vom Prinzip für sich. Lediglich einer der Sprecher liegt etwas neben der Spur und hiermit meine ich Helmut Krauss, denn sein „böses Lachen“ zu Beginn der Folge würde nicht mal im Kontext einer Kinder-Serie als unheimlich durchgehen. Diesen kleinen Fehltritt kann man aber getrost verschmerzen, denn ansonsten bewegt sich diese Folge sprechertechnisch auf einem sehr hohen Niveau.

Musik und Effekte:
Musikalisch gesehen bleibt man der Linie der ersten Folge treu: Düstere Klänge dominieren hier das Bild und harte Gitarren sorgen für den nötigen Druck und Dynamik. Insgesamt kam mir die Abmischung bei dieser Folge auch passender vor, da durch überlaute Musik keine Gespräche überlagert wurden und auch bei den Effekten lässt man zu laute Hintergrundgeräusche außen vor. Somit bekommt man hier ein sehr stimmiges Bild seitens der technischen Umsetzung geboten, bei dem lediglich die Titelmusik ein paar Minuspunkte sammelt. Sicherlich ist es nicht schlimm, wenn man sich bei einer Serie an großen Vorbildern orientiert, aber das hier verwendete Stück klingt wirklich nur nach einem üblen „Akte X“- Ripp off, leider. Hierbei sollte man vielleicht umdenken, während man in nahezu allen anderen Belangen der technischen Umsetzung den eingeschlagenen Weg beibehalten kann.

Fazit:
Mit „Diadem“ lässt sich eine Steigerung bei der Serie „Top Secret“ ausmachen, die überaus erfreulich ist. Die Handlung wirkt bei dieser Folge wesentlich runder und durchdachter, wenngleich es immer noch einige Kritikpunkte gibt: So könnten die beiden Helden ruhig etwas mehr leisten und auch beim Ende wäre es schön, wenn nicht alles immer so gehetzt daherkäme. Trotzdem wird hier inhaltlich viel mehr geboten als bei „Herz aus Eis“. Auch mit den Sprechern kann man richtig zufrieden sein, denn die im Inlay befindlichen Namen können nicht nur in schriftlicher, sondern auch in auditiver Form überzeugen, soll heißen: Die Sprecher bringen, was man von ihnen erwartet. Ebenso gelungen zeigt sich die technische Umsetzung, bei der harte Klänge das Bild dominieren, die eine düstere Stimmung entstehen lassen. Nachdem die erste Folge für mich eine glatte 4 war, kann ich hier mit einem leicht zugedrückten Auge von einer guten Produktion sprechen, was aber nur eine 2 mit einem Minus dahinter wäre. Im Bezug auf die Geschichte müsste einfach noch ein bischen mehr kommen, dann hätte man hier sicherlich eine Serie, die richtig klasse ist. Somit reicht es eben „nur“ knapp für die Wertung GUT.



lord gösel