Tonspuren (1)
Einbruch der Nacht

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Inhalt: Kim und Iris wagen kaum, sich zu bewegen. Angespannt kauern sie hinter dem Kleiderständer mit der neuen Wintermantelkollektion. Endlich geht der Mann an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Erleichtert atmen die beiden auf. Aber die beiden Einbrecher sind weiterhin auf der Suche nach ihnen. Es war so eine gute Idee gewesen: sich heimlich im Kaufhaus einschließen lassen, eine Nacht voller Abenteuer verbringen, endlos die neusten Videos gucken, verrückte Klamotten anprobieren. Doch ihre Vorstellung von einer aufregenden Nacht wird bei weitem übertroffen, als sie entdecken, dass sie nicht allein im Kaufhaus sind. Doch wie sollen sie aus dem Kaufhaus ausbrechen? Eine Hetzjagd nach Ladenschluss durch die ganze Nacht beginnt ... Story: Eingeschlossen im Kaufhaus ... die Idee ist sicherlich nicht neu und wurde auch mit Sicherheit schon in ähnlicher Form verfilmt. Auch auf dem Hörspielsektor gibt es bereits ähnliche Geschichten (John Sinclair 18 - Die teuflischen Puppen) und dementsprechend kann man sich leider nicht das Wort "innovativ" verdienen, welches Pandoras Play mit anderen Serien durchaus geschafft hat. Allerdings ist Innovation nicht das Wichtigste, schliesslich will man primär gut unterhalten werden, doch auch hierbei war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht von dem ersten Hörspiel dieser Krimi-Serie. Mehr als 65 Minuten waren für meinen Geschmack zuviel Zeit für den Inhalt. Sicherlich haben die beiden Mädels einiges an Ideen um aus dem Kaufhaus zu flüchten, doch irgendwann fand ich es nicht mehr so interessant, weil ich dachte "Hmm ... noch 20 Minuten ... das klappt doch eh nicht.". Eine Spielzeit von etwa 40 Minuten (also rund 20 weniger) hätte das Hörspiel für meinen Geschmack spannender gestaltet, denn nicht immer ist Quantität auch gleich Qualität. Insgesamt betrachte ich die Geschchte als durchschnittlich. Sprecher: 4 sind es an der Zahl und wenn man die Namen ließt denkt man im ersten Moment: "Super, da kann ja nichts schiefgehen", denn Konrad Halver, Michael von Rospatt, Susanne Wulkow und Reinhilt Schneider sind dem Hörspielfan schon seit Jahrzenten bekannt. Jahrzehnten? In der Tat: Reinhilt Schneider und Susanne Wulkow haben vom Jahre 1972 an bei der "Hanni und Nanni"-Serie von EUROPA mitgesprochen und genau hier liegt das Problem für diese beiden Sprecherinnen. Sie sind ohne Frage Profis auf ihrem Gebiet, doch auch Profis schaffen es nicht, wenn sie jenseits der 40 sind wie zwei junge Frauen zu klingen und grade Frau Schneider legt stellenweise einiges an Overacting an den Tag. Ich sage nur "Stöhnen" und die meisten werden wissen, was ich meine ;). Absolut überzeugend finde ich hingegen die beiden männlichen Hauptakteure. Konrad Halver schafft es böse zu klingen und auch Michael von Rospatt hängt sich sichtlich rein und beide können überzeugen. Dennoch ist der Gesamteindruck der Sprecher ehr zwiespältig, daran ändert auch die gelungene Idee mit den wechselnden Erzählerpassagen nichts. Musik und Effekte: Bei der Musik wird mancher aufhorchen, denn man fühlt sich stellenweise sehr an Stücke des guten Carsten Bohn erinnert. Allerdings sind die Stücke nicht an jeder Stelle unbedingt passend zu der jeweligen Situation. Gegen Ende übertreibt man es allerdings mit der Länge der Zwischenmusiken. Mehr als 60 Sekunden reissen die Handlung zu sehr auseinader. Die Effekte sind auf dem gewohnten Niveau von Pandoras Play, also gut. Fazit: Krimi-Fans können hier sicherlich ein Ohr riskieren, aber insgesamt fand ich diese Produktion ehr durchschnittlich. Die Geschichte ist einfach zu lang um über die volle Distanz zu überzeugen und die "etwas" zu alt klingenden Sprecherinnen der Hauptrollen wirken auch ehr störend. Der Start in die neue Krimi-Serie "Tonspuren" ist alles andere als optimal gelaufen, denn normaler Weise ist man aus dem Hause Pandoras Play spannende und ungewöhnliche Geschichten gewöhnt, die man gerne öfters hören will. Hierbei kann ich für meinen Teil leider nur sagen: "Kann man kennen, muss man aber nicht". ![]() ![]()
Anmerkung: Weitere Informationen zu den "Tonspuren" und weiteren Produktionen von Pandoras Play findet ihr unter folgendem Link: www.pandorasplay.de lord gösel Anderer Meinung? Sag es uns hier: Diskussionsecke |