Das Sternentor (7)
Der dritte Mond

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Inhalt: Die Erde scheint zu bersten, ein gewaltiger metallener Arm schiebt sich aus dem Boden heraus, und geheimnisvolle Stimmen erklingen wie aus dem Nichts. Welche Botschaft wollen sie Commander Perkins und seiner Crew übermitteln? Als er dies herausfinden will, beschwört er eine ungeahnte Gefahr für die ganze Menschheit herauf... Story: In seinem 7. Abenteuer kommt Commander Perkins doch glatt in Überlänge daher. Allerdings sind die aufdruckten 130 Minuten eine kleine Mogelpackung, denn tatsächlich bekommt man nur 105 Minuten geboten. Allerdings wären in Anbetracht der „Qualität“ der hier vorliegenden Spielzeit die 130 Minuten fraglos der Todesstoß für dieses Hörspiel gewesen. Schon die letzten Folgen zeigten sich alles andere als rasant und verloren sich nicht selten in ausufernden Dialogen. Hier treibt man es natürlich noch weiter, denn die Vorlage zu „Der dritte Mond“ gibt nun gewiss nicht soviel mehr her, dass die lange Spielzeit gerechtfertigt wäre. Somit quält man sich auch hier durch den einen oder anderen Dialog, der nicht recht auf den Punkt kommen will und nicht selten vermisst man eine Dosis Dramatik. Jedenfalls entsteht einfach kein richtiges „Binding“ zum Hörer … man bleibt eben doch nur Hörer und fühlt sich nie so, als wäre man wirklich Teil des Geschehens. Inhaltlich zeigt man sich also erneut relativ schwach auf der Brust, was fast schon eine Art „Markenzeichen“ der Serie ist: Alles wirkt zu aufgeblasen, zu sehr in die Länge gezogen und somit hört man irgendwann nur noch mit einem halben Ohr zu, da kaum etwas spannendes passiert. Sprecher: Bei den Sprechern ist die Angelegenheit ein wenig zwiespältig. Einerseits fährt man hier einige bekannte Namen auf, aber andererseits können nicht alle dieser Namen mit der gewohnten Qualität aufwarten. Bestes Beispiel ist in diesem Zusammenhang Helmut Krauss, der schrecklich träge und regelrecht emotionslos agiert, was im Angesicht des Inhalts der Folge nicht recht verständlich erscheint. Nicht minder seltsam klingt Ben Münchow, der einen Copaner spricht und dessen Stimme durch Effekte so dermaßen verfremdet wird, dass man kaum verstehen kann, was eigentlich gesprochen wird. Was ebenfalls noch seltsam erscheint ist der Umstand, dass es eine Umbesetzung gegeben hat. Cindy Common wird nun von Melanie Manstein gesprochen und so richtig passen will das in meinen Ohren nicht. Manstein ist ohne Frage eine gute Sprecherin aber für diese Rolle klingt sie zu … feminin und zu jung. Das klingt jetzt komisch, aber eine erfahrene Wissenschaftlerin stelle zumindest ich mir stimmlich ganz anders vor. Kann man mit all den genannten Kritikpunkten ebenso leben kann wie mit Erzähler Jürgen Naumann (der immer noch recht deplaziert im Geschehen wirkt) so erwarten einen beim Rest des Casts sehr ordentliche Leistungen. Trotzdem bleibt insgesamt betrachtet ein sehr fader Beigeschmack, da vieles schlicht unausgegoren klingt. Musik und Effekte: Zwiespältig geht es bei der Musik weiter: Man greift oft und gerne auf bekannte Sounds aus der Edition 2000 der John-Sinclair-Hörspiele zurück. Im Kontext einer Science-Fiction-Serie wirkt ein Großteil der Stücke aber recht deplaziert. Neben diesen Stücken mischt man hier und da noch ein paar orchestrale Musiken ein, die sich mit den anderen Musikeinsätzen leider ein wenig beißen, so dass das musikalische Bild recht unausgewogen wirkt. Auch die Effekten klingen nicht ganz so, wie man eine derartige Serie in der heutigen Zeit untermalen kann. Die Konkurrenz in Form von „Perry Rhodan“ und „Mark Brandis“ behält die Nase hier jedenfalls weit vorn. Somit kann man auch in diesem Bereich im besten Falle von soliden, oder besser „zweckdienlichen“ Leistungen berichten. Fazit: Als diese Serie anno 2002 startete konnte man noch behaupten es sei die Referenz im Bereich Science-Fiction-Hörspiel. Doch in den letzten Jahren hat die Konkurrenz nicht geschlafen und in Anbetracht dieser Tatsache, geht „Der dritte Mond“ nur als arg durchschnittliches Hörspiel durch. Es fängt schon bei der Spielzeit an, die einfach viel zu hoch ist, um den Hörer mit spannender Unterhaltung versorgen zu können. Die logische Konsequenz sind einige Längen und zu ausufernde Dialoge, die nicht so recht auf den Punkt kommen. Bei den Sprechern findet man auch diverse Fragwürdigkeiten, wie etwa das eigenartige Spiel Helmut Krauss’, oder die extreme Verfremdung von Stimmen und nicht zuletzt die etwas unglückliche Umbesetzung bei der Rolle „Cindy Common“. Auch bei der Musik und den Effekten wirkt einiges sehr unausgewogen, so dass man insgesamt nur sagen kann: Wer die bisherigen Folgen mochte, der KÖNNTE auf seine Kosten kommen. Voraussetzung ist, dass ihn die Überlänge der Folge nicht abschreckt. Wer mit der Serie bisher wenig anfangen konnte, dürfte hier wohl fast schon verzweifeln. Kurz gesagt: Sehr durchschnittliches Hörspiel, dass sich in der Schule mit einer glatten 4 „schmücken“ dürfte. ![]() ![]()
lord gösel |