Das Sternentor (6)
Im Bann der glühenden Augen

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Inhalt: Die Erde bebt, Vulkane spucken glühende Lavamassen aus. Entsetzt blickt Commander Perkins Professor Common an. Was ist passiert? Sekunden zuvor standen sie noch in der Steppenlandschaft. Jetzt finden sie sich in einem tropischen Urwald wieder, in dem die Hölle tobt. Da treten plötzlich aus dem Dickicht merkwürdige Gestalten hervor... Story: Mit dieser Folge findet der Copaner-Zyklus sein Ende, doch dieses Ende gestaltet sich alles andere als spektakulär. Wirkte die Folge zuvor von der Handlung und der Hörspielumsetzung noch relativ flott und spannend, so trifft hier quasi das Gegenteil zu. Was inhaltlich geboten wird ist stellenweise schon recht dünn und wirkt in Anbetracht der Spielzeit von mehr als 70 Minuten nicht selten in die Länge gezogen. Trotz des Ansatzes, der eigentlich reichlich Dramatik verspricht (Perkins und Co. sind in einem sterbenden Universum gefangen) will über die gesamte Spielzeit nur herzlich selten wirklich dramatische Stimmung aufkommen. An einigen Stellen wirkt das Geschehen auch in sich unlogisch und so etwas drückt den Hörspaß noch einiges weiter nach unten. Wieder ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Probleme dieser Hörspiel-Reihe sind. Hier krankt es einfach an einer spannenden Handlung, wobei nicht ganz klar ist, ob dies die „Schuld“ von Autor H.G. Francis oder die der Person ist, die die Hörspielbearbeitung übernommen hat. Wie dem auch sei … die Geschichte kommt jedenfalls nicht so recht in Fahrt und kann somit nicht wirklich überzeugen. Sprecher: Hier gibt es wieder einmal allerlei Probleme. Allerdings ist eines der Probleme neu und hierbei geht es um das Zusammenschneiden der verschiedenen Sprecher. An diversen Stellen merkt man einfach, dass die Dialoge zusammengeschnitten wurden, da sich die Sprecher „ins Wort fallen“ bevor es eigentlich sein dürfte. Soll heißen: Person a hat seine Frage an b noch nicht völlig zu Ende gestellt, da wird so schon geantwortet, wodurch man auch den Eindruck gewinnen könnte, dass die Personen alle etwas respektlos miteinander um gehen. Dies wirkt bei dieser Folge auf mich jedenfalls sehr störend. Was allerdings noch mehr stört ist Erzähler Jürgen Neumann, dessen Einsätze erneut wie Fremdkörper in dem Hörspiel wirken. Seine Betonungen passen einfach nicht so recht und Spannung oder gar Dramatik vermag er auch nicht durch seine Stimme entstehen zu lassen. Was man des Weiteren noch finden kann, sind die verschiedenen Aussprachen von Begrifflichkeiten und Namen. Größter Aussetzer: Helmut Kraus spricht „Commander“ (erneut) stets englisch aus, was im Widerspruch zu allen anderen Sprechern steht. Auch beim Namen „Utra-pi-Xtym“ herrscht keine wirkliche Einigkeit darüber, auf welchem Bereich nun die Hauptbetonung liegt. Man kann alle diese Fehltritte nur als sehr schade bezeichnen, denn mit Nicolas Böll, Michael Pan, Thomas Karallus oder Volker Brandt hat man tolle Sprecher im Studio gehabt, die hier leider nicht selten wirken, als hätte die Regie sie nicht genug geleitet. Musik und Effekte: Die Folgen 5 und 6 wurden zusammen produziert und somit gibt es zumindest im Bezug auf die Musik keine wirklichen Veränderungen. Wie schon bei der Folge zuvor, so dringt auch hier Musik an die Ohren der Hörerschaft, die man schon aus diversen Folgen der aktuellen Sinclair-Produktionen kennt. Leider will diese Musik nicht ganz in das Ambiente einer Science-Fiction-Serie passen, da man dort eher auf orchestrale Klänge hoffen würde, die der Hörer mit der Unendlichkeit des Weltraums assoziieren kann. Was diesmal ebenfalls etwas negativ auffällt, ist die Abmischung an sich. Nicht selten wirken Szenen irgendwie „falsch“, da das Timing zwischen der Sprache und den Effekten nicht recht stimmt. An manchen Stellen vermisst man auch schlicht weg Geräusche, wie in einigen Fällen schnelle Schritte, oder gar rennen. Insgesamt kann ich somit nur sagen, dass die technische Seite einige Defizite aufweist, die die Folgen zuvor nicht hatten. Solide wäre somit die falsche Bezeichnung für das Gebotene und es kommt einem eher der Begriff „Ausreichend“ in denn Sinn, leider. Fazit: Statt die guten Ansätze der letzten Folge auszubauen, geht man mit „Im Bann der glühenden Augen“ sogar noch einen kleinen Schritt weiter zurück. Diesmal beginnen die Probleme schon bei der Geschichte, die einfach zu wenig Inhalt bietet, um über eine Spielzeit von mehr als 70 Minuten fesseln zu können. Auf der Seite der Sprecher schleichen sich neben den altbekannten kleinen Macken (verschiedene Aussprachen von Namen und Begriffen) nun auch noch einige Schnittfehler ein, wodurch so mancher Dialog sehr gehetzt und recht unnatürlich wirkt. Auch bei der technischen Umsetzung hat man sich einige Patzer erlaubt, denn bei diversen Szenen will das Timing zwischen der Sprache und den untermalenden Effekten nicht passen und an anderen Stellen könnte man meinen, dass entsprechende Sounds schlicht „vergessen“ wurden. Somit bleibt „Das Sternentor“ auch mit seiner 6. Folge eine durchschnittliche Angelegenheit, die sich mit dieser Episode aber schon langsam dem Prädikat schwach nähert, denn in der Schule wäre die hier erbrachte Leistung eine glatte 4 wert gewesen. Erneut kann ich nur sagen: Schade, das wäre besser gegangen, denn die ersten beiden Folgen dieser Serie wirken wesentlich „runder“. ![]() ![]()
lord gösel |