Das Sternentor (5)
Verloren in der Unendlichkeit

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Inhalt: "Randy", tönt die panikerfüllte Stimme aus dem Lautsprecher. "Das war ein totaler Fehlschlag!" Entsetzt merkt Commander Randy Perkins, dass sie im freien Weltraum mit unfassbarer Geschwindigkeit direkt auf die Sonne zurasen. Der Dimensionsbrecher hat versagt! "Wir sind verloren ... verloren in der Unendlichkeit." Story: Der Copaner- Zyklus geht in die nächste Runde und die 5. Folge von „Das Sternentor“ erweist sich als erster Teil eines Zweiteilers, denn die Handlung wird keineswegs mit dem Ende der Episode abgeschlossen. Nun mag schnell die Vermutung aufkommen, dass das Geschehen sicherlich ein wenig in die Länge gezogen wirkt, worauf auch die Spielzeit von rund 71 Minuten schließen lassen könnte. Doch der Schein trügt, denn die Spielzeit vergeht relativ schnell und es macht Spaß der Handlung zu lauschen, die auch um ein vielfaches flüssiger und direkter wirkt als jene der letzten beiden Episoden der Serie. Natürlich muss man sich damit arrangieren können, dass die verwendeten Ideen in der heutigen Zeit alles andere als innovativ sind, aber im Jahre 1981 (als die Buchvorlage erschien) war H. G. Francis sicherlich am Nerv der Zeit. Wer also auf der Suche nach „leichter“ Science-Fiction-Kost mit einem gewissen nostalgischen Charme ist, der kann durchaus mal ein Ohr riskieren. Obwohl diese Folge Teil des so genannten „Copaner-Zyklus“ ist, kann man der Handlung auch folgen ohne die beiden vorangegangenen Folgen kennen zu müssen. Sprecher: Die Geschichte mag gegenüber den Vorgängern wesentlich packender ausgefallen sein, doch dafür gibt es leider diverse Fragezeichen seitens der Sprecher. Wer diesmal wirklich sehr unangenehm auffällt ist Erzähler Jürgen Neumann, denn seine Einsätze wirken oftmals wie Fremdkörper in dem Hörspiel. Er schafft es recht selten Stimmungen mit Hilfe seiner Stimme zu vermitteln. Was ebenfalls seltsam erscheint ist die Tatsache, dass sämtlich Erzählertexte plötzlich im Präsens vorgetragen werden. Darüber hinaus gibt es eine Umbesetzung zu vermelden, denn Helmut Kraus übernimmt die Rolle Professor Common, da Rolf Jülich verstorben ist. Leider klingt Kraus nicht immer ganz bei der Sache und die Regie hat bei seinen Aufnahmen auch nicht besonders gut aufgepasst, denn er ist der einzige Sprecher, der das Wort „Commander“ englisch ausspricht. Womit wir auch direkt bei einem weiteren störenden Aspekt dieser Produktion wären, nämlich der unterschiedlichen Aussprache von Namen und Begriffen. „Major“ vs. „Mäjar“, „Hoffmann“ vs. „Hoffmänn“, „Markess“ vs. „Marzess“ … die Liste ist lang und stört den Hörgenuss an diversen Stellen doch sehr. Dieser Umstand ist relativ schade, denn mit Ernst Meincke, Nicolas Böll, Michael Pan oder Thomas Karallus sind hier tolle Stimmen zu hören, die leider von der Regie nicht optimal in Szene gesetzt wurden, so dass auf Seiten der Sprecher insgesamt nur ein eher durchschnittlicher Eindruck bleibt. Musik und Effekte: Auch in diesem Bereich lässt sich eine seltsame Entwicklung vermerken, denn man greift bei dieser Folge auf andere Musiken zurück als man es aus den vorherigen Folgen gewohnt war. Neu muss ja nicht schlecht sein, aber leider sind die Stücke nicht neu, sondern wurden schon zuhauf in diversen Folgen der John-Sinclair-Hörspiele der Edition2000 genutzt. Bei einer Horror-Serie mögen die tuschartigen Stücke oft effektiv sein, doch im Kontext einer Science-Fiction-Geschichte wirken die eingesetzten Klänge an einigen Stellen eher deplaziert. Es ist wirklich schade, dass man sich in diesem Punkt nicht selbst treu geblieben ist. „Entschädigt“ wird man dafür aber bei den verwendeten Geräuschen, die die verschiedenen Situationen sehr gut darstellen, so dass man als Hörer kaum Probleme hat sich das Geschehen vor dem geistigen Auge vorzustellen. Dennoch geht die technische Umsetzung insgesamt betrachtet eher als durchschnittliche Angelegenheit durch, da der verwendeten Musik der passende Bezug zur Thematik des Hörspiels fehlt. Fazit: Auch mit „Verloren in der Unendlichkeit“ will es einfach nicht gelingen an die Anfänge der Serie anzuschließen. Interessant ist hierbei, wie unterschiedlich sich die Probleme von Folge zu Folge gestalten. Krankten die Episoden 3 und 4 noch an den zu langen Hörspielbearbeitungen, so handelt es sich bei Folge 5 zweifellos um den gelungensten Aspekt. Die Handlung schreitet schnell voran und es macht Spaß den Entwicklungen zu lauschen. Dafür hapert es aber an allen anderen Aspekten dieser Produktion. Der plötzliche Wechsel bei den Erzählertexten ins Präsens irritiert und überhaupt wirkt Erzähler Jürgen Neumann nicht selten wie ein Fremdkörper innerhalb der Produktion. Das altbekannte „Maritim-Problem“ (verschiedene Aussprachen diverse Begriffe und Namen) ist hier stärker vertreten als sonst, was nicht zuletzt daran liegt, dass Helmut Kraus das Wort „Commander“ stets englisch ausspricht. Was den Hörspaß weiter trübt sind die verwendeten Musiken, die man schon zuhauf gehört hat und die nicht selten gar nicht so wirklich zu dem Gesicht einer Science-Fiction-Serie passen wollen. Alles in allem kann ich das Hörspiel also nicht wirklich empfehlen, da es doch einige produktionstechnische Mängel aufweist. Fans der Serie werden wohl auf ihre Kosten kommen, aber es handelt sich um kein Hörspiel, dass man unbedingt kennen muss. Schade, denn hier wäre ohne Frage eine ganze Menge mehr drin gewesen. ![]() ![]()
lord gösel |