John Sinclair (SE02)
Der Pfähler

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Inhalt: Zwei Jahre sind vergangen seit John Sinclair zum ersten Mal gegen die Mächte der Finsternis gekämpft hat. Inzwischen wird der Oberinspektor von einem schlagkräftigen Team im Kampf gegen die Dämonen unterstützt. Doch was ihn nun erwartet, stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten: Story: Da ist sie nun also endlich ... die neue Sonderedition aus dem Hause John Sinclair. Mal wieder mit allerlei Ankündigungen der Superlative überhäuft. So prangt schon auf dem Pappschuber der Spruch "DAS AUFWäNDIGSTE HORROR-HÖRSPIEL ALLER ZEITEN". Schön und gut ... aber hält das Teil denn auch, was die Packung verspricht? Ich mache es direkt kurz und schmerzlos: NEIN! Der grosse Stolperstein ist die Umsetzung der Geschichte, denn hierbei kommt es zu einem sehr seltsamen Phänomen. Auf der einen Seite merkt der Sinclair-Kenner, dass man hier mächtigst gekürzt hat. Ein "normales" Hörspiel bekommt etwa 45 Minuten Spielzeit reserviert. Diese Sonderedition basiert auf insgesamt drei Romanvorlagen und hat grade mal 90 Minuten Spielzeit. Nun gut, wenn man mächtig gekürzt hat, so wird doch wenigstens ein hoher Spannungspegel da sein. Doch auch dem ist leider nicht so. Es gibt sehr viele Szenenwechsel in dem Hörspiel, die die Handlung sehr auseinanderreißen und nicht spannungsfördernd sondern ehr kontraproduktiv wirken. Ich vermisse bei der gesamten Handlung den Tiefgang. Hiermit meine ich nun nicht, dass ich literarische Höchstleistungen bei einem Groschenheft erwarte, aber alles wirkt zu blass und irgendwie lieblos. Die Bearbeitung dieser Geschichte(n) wirkte auf mich schwach. Sprecher: Zumindest hier kann man halten, was die Hülle versprochen hat. Die Sprecher die man hier vor die Ohren bekommt sind ein wahrer Schmaus für selbige. Selbst in der kleinsten Nebenrolle findet man Namen wie David Nathan, Torsten Michaelis oder Matthias Hase. Die Sprecher der Hauptcharaktere sind wie immer gut dabei und geben ihr Bestes, wo bei Jane-Sprecherin Franziska Pigulla irgendwie erkältet klingt. Jedenfalls spricht sie schon anders als man es sonst von ihr gewohnt ist. Die Stars dieser Produktion sind für mich ohne Frage Thomas Fritsch und Joachim Höppner. Höppner verkörpert Frantisek Marek und klingt in seiner Rolle absolut toll. Fritsch darf den Bösewicht in Form von Graf Kalurac mimen ... und das ist schlicht und ergreifend genial. Die Sprecherleistung dieser Folge sind ohen Abstriche sehr gut. Musik und Effekte: Zu den Effekten muss man nicht viel sagen. Die sind laut, brachial .. ein Markenzeichen der Serie. Wenn es dann auch mal actionmäßig zur Sache geht, hat man wirklich das Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein. Auch die normalen Effekte sind wirklich gut. Musikalisch gibt es keine grossartigen Erneuerungen. Hier und da kommen zwar ein paar neue Stücke zum Einsatz, aber den grossen Aha-Effekte hatte ich nicht. Es ist schlicht und ergreifend die übliche Kost, die man aus der Serie kennt. Fazit: Was nützen mir die geilsten Synchronsprecher Deutschlands, wenn es schlicht und ergreifend an der Bearbeitung krankt? Zur Geschichtsumsetzung habe ich mich ja bereits oben in aller Ausführlichkeit ausgelassen und genau das bleibt hierbei das grosse Problem. Das Hörspiel konnte mich nicht wirklich mitreißen. Echten Grusel gibt es bei dieser Produktion ebenso wenig, wie bei dem Gros der letzten regulären Folgen der Serie. Die Action-Einlagen, die eine Art Trademark waren, vermisst man hier schon recht schmerzlich. War wohl nichts mit dem genialsten Horror-Zeug wo gibt, leider. Sprecher, Musik und Effekte retten das Hörspiel zwar vor dem Prädikat schwach, aber hierbei von mehr als von DURCHSCHNITT zu reden wäre nicht grade fair gegenüber anderen Produktionen. Nee ... so nicht. Wer so auf die Kacke haut, der sollte auch etwas mehr bieten können. Das hier ist nicht das geilste wo gibt, sondern einfach nur eine überlange Folge der Serie mit Bonus-Kram, den man sich hätte schenken können. ![]() ![]()
lord gösel |