John Sinclair (42)
Blutiger Halloween




Inhalt:
Die Internatsschülerin Carrie Blake erhält eine anonyme Morddrohung und dann auch alle anderen Mitglieder der Schüler-Clique. Ihr Vater nimmt Kontakt zu seinem alten Freund Sir James auf und bittet ihn um Schutz für seine Tochter. John Sinclair und Jane Collins begeben sich sofort zum Monkfort-Internat, wo abends ein großes Halloween-Fest stattfinden soll. Bald ahnt der Geisterjäger, dass hinter diesen Briefen mehr als ein schlechter Scherz steckt und die Freundesgruppe ein dunkles Geheimnis umgibt.

Story:
Es gibt sie mittlerweile reichlich: Edition2000-Produktionen, die auch schon vom Tonstudio Braun umgesetzt wurden. Trotz identischer Vorlagen erweisen sich die Umsetzungen oftmals als sehr verschieden. Auch hier hat Oliver Döring wieder einen gänzlich anderen Ansatz gewählt und somit weiß man bei der neuen Umsetzung von „Blutiger Halloween“ nicht direkt von Beginn, was hinter der ganzen Geschichte steckt. Erst gegen Ende kommt es zur Auflösung. Was passiert denn bis dahin? Nun trotz der erheblich kürzeren Spielzeit gegenüber der TSB-Variante gibt es reichlich viel Gerede und kaum spannende oder gar unheimliche Momente, leider. Für viele mag der „Heute ist Halloween“-Singsang von damals nervtötend gewesen sein, aber ich empfinde schon, dass dadurch eine gewisse Atmosphäre herrschte und genau das vermisse ich bei diesem Hörspiel fast über die volle Distanz: Das Geschehen ist nicht wirklich spannend und unheimlich nur in den wenigsten Momenten. Was auch noch ein wenig enttäuscht, ist das typische 08/15-Ende, das nun doch irgendwie ausgelutscht wirkt. Nach dem spannenden letzten Dreiteiler, wirkt „Blutiger Halloween“ recht belanglos und weckt irgendwie Erinnerungen an „Die Eisvampire“.

Sprecher:
Inhaltlich passiert hier nichts, was man nicht schon gehört hat, aber bei den Sprechern hat man wieder ein paar heiße Eisen im Feuer. Frank Glaubrecht, Franziska Pigulla und Joachim Kerzel bieten ihr gewohntes Programm, was man nach mehr als 40 zurückliegenden Folgen von derartigen Vollprofis aber auch erwarten kann. In den Nebenrollen geht es ordentlich zur Sache: Die Rollen der 4 männlichen Jugendlichen werden gesprochen von: Björn Schalla, Oliver Rohrbeck, Timmo Niesner und Gerrit Schmidt-Foß. Natürlich muss man sich eingestehen, dass die Beteiligten stimmlich schon etwas älter klingen, wobei aber grade Schmidt-Foß und Niesner noch als Jugendliche durchgehen können. Die bekannten Stimmen sind aber noch nicht ausgegangen, denn neben den bereits genannten sind auch noch Lutz Mackensy und Bianca Krahl zu hören. Große Geschosse also und von meiner Seite gibt es kaum Kritik an den Sprechern, denn auch die Regie hat ganze Arbeit geleistet und die Sprecher gut geleitet.

Musik und Effekte:
Irgendwie habe ich die Musik bei dieser Produktion doch stellenweise vermisst. Es gibt viele Szenenübergänge, die komplett ohne Musik daher kommen und somit manchmal irgendwie holperig wirken. Der letzte Vampir-Dreiteiler war in diesem Punkt mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden, die ich hier irgendwie vermisse. Das mag aber auch daran liegen, dass es kaum Szenen gibt in denen man großartig etwas atmosphärisch verstärken müsste. Hier hat man also in der Vergangenheit schon wesentlich bessere Leistungen erbracht. Bei den Effekten geht man im Großen und Ganzen den Weg, den man seit Beginn der Serie kennt: Laut knallt es aus den Boxen und da macht das Herz des Hörers an der einen oder anderen Stelle schon einen erschrockenen Satz. Die Schockmomente funktionieren also immer noch sehr gut, aber dafür kam mir die Untermalung während des Festes ein wenig dünn vor. Wirkliche Halloween-Stimmung war da für meinen Geschmack jedenfalls nicht zu spüren. Alles in allem hat man in diesem Punkt also schon imposantere Atmosphären gezaubert, auch wenn sich das Endergebnis insgesamt immer noch hören lassen kann.

Fazit:
Die Folge war wohl als eine Art Special zum Halloween-Fest geplant, doch etwas wirklich Besonderes wird hier leider nicht geboten. Es wirkt einfach nur wie eine Sinclair-Variante eines Teenies-Slashers ohne dabei besonders spannend oder schockierend zu sein. Von der Geschichte, bzw. der Umsetzung her erinnert die 42. Folge der Sinclair-Reihe irgendwie an „Der Pfähler“ oder „Die Eisvampire“. Es gibt einfach zu viel Gerede, dem einfach zu wenige unheimlich oder wirklich spannende Momente gegenüber stehen. Was nahezu komplett überzeugen kann, sind die Leistungen der mitwirkenden Sprecher. Die Liste der Beteiligten spricht eigentlich schon für sich. Was allerdings nicht ganz so grandios wie manchmal zuvor wirkt, ist die technische Umsetzung. Ein wenig mehr Musik hätte nicht geschadet und auch bei den verwendeten Background-Sounds geht irgendwie die Atmosphäre flöten. Insgesamt betrachtet also eine Folge, die man als Fan der Reihe durchaus mal hören kann, aber der große Wurf ist es leider nicht. Nach dem letzten Dreiteiler, der mir über weite Strecken wirklich sehr gut gefiel, ist „Blutiger Halloween“ eine kleine Enttäuschung, die sich nur mit dem Prädikat durchschnittlich „schmücken“ darf.



lord gösel