John Sinclair (39)
Schreie in der Horror-Gruft (II/III)

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Inhalt: Da sind sie. Los, schlagt sie tot, die Hundesöhne. Sie haben uns verraten!" Die Stimme des Mannes überschlug sich. Er war der Anführer einer sechsköpfigen Horde, die uns unbedingt töten wollte. Uns- das waren zwei Personen. Karel Marek und ich! Ich packte den jungen Marek an der Schulter und wuchtete ihn herum. Ohne Hilfe konnte er sich nicht von der Stelle rühren. Der Anblick seines toten Vaters hatte ihn bis ins Mark getroffen. Story: Nahtlos setzt sich die Geschichte fort, die in der vorangegangenen Folge (Im Land des Vampirs) den Hörer mit einem fiesen Cliffhanger zurückließ. Was man im ersten Teil schön aufgebaut hat, kommt hier zum Höhepunkt. Im Jahre 1649 müssen John und Karel den Kampf gegen den mächtigen Vampir Fariac zu Ende bringen. An einigen Stellen setzt man wieder verstärkt auf Action-Einlagen, ohne dabei jedoch die atmosphärische Dichte des ersten Teils zu vergessen. Soll heißen: Auch wenn John und Karel sich kämpfend durch Fariacs Schloss schlagen, bleibt genug Zeit für unheimliche Momente, wie etwa in der Gruft. Doch auch in der Gegenwart nimmt die Handlung weiter Fahrt auf, denn Bill und Jane haben sich auf ein gefährliches Abenteuer eingelassen um ihrem Freund John zu helfen. Die Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sorgen immer wieder für Spannungssteigerung und auch der zweite Teil dieser dreiteiligen Hörspiel-Produktion endet in einem gemeinen Cliffhanger, der sogar das Ende des ersten Teils übertrifft. Insgesamt kommt die Handlung zwar etwas schwächer daher, der man hier und da doch wieder ein wenig zu sehr auf den Action-Szenen herumreitet, aber dennoch wird hier erstklassige Unterhaltung geboten, bei der es einfach Spaß macht zuzuhören. Sprecher: Die beiden verschiedenen Handlungsstränge bringen natürlich einiges an Charakteren mit sich, die stimmlich zum Leben erweckt werden wollen. Abermals finden sich 25 Namen im Inlay und man kann sich nur freuen, welch tolle Stimmen dabei sind. Auch diesmal gebührt zwei Leuten ein besonderes Lob und es handelt sich um Marie Bierstedt und Dietmar Wunder. Bierstedts Leistungen gehen wirklich zu Herzen und haben fast schon Tendenz in die Kategorie kitschig abzurutschen, aber es passt und verfehlt seine Wirkung nicht. Kaum minder imposant ist Wunder, dessen Charakter in Laufe dieser Folge sich ungewollt weiter entwickeln muss. Doch auch die restlichen Sprecher können mit tollen Leistungen überzeugen und selbst in kleineren Rollen hört man noch so markante Stimmen wie die von Raimund Krone, Michael Pan oder Tobias Meister. Hier bleiben jedenfalls kaum Wünsche offen. Musik und Effekte: Die positiven Entwicklungen der letzten Folge setzen sich hier fort. Die Mitarbeit von Christian Hagitte und Simon Bertling von STIL tut der Atmosphäre des Hörspiels eindeutig gut, denn dieses Zweier-Team hat schon in den Serien „Edgar Allan Poe“ und „Schattenreich“ eindrucksvoll bewiesen, dass sich wissen wie man finstere Stimmungen schafft. Auch hier gelingt dies gut und die finsteren Keller der Burg Fariac werden im Ohr des Hörers real. Hinzu gesellen sich noch die Effekte, die schon seit den allerersten Folgen der Serie ein Markenzeichen geworden sind. Laut und oftmals krachig geht man zu Werke und sorgt so auch nicht selten für einen echten Schock-Moment. Alles in allem bietet man dem Hörer hier wirklich eine gelungene Vorstellung. Fazit: Der zweite Teil kann das Niveau von „Im Land des Vampirs“ beinahe halten. Beinahe deshalb, weil man für meinen Geschmack hier und da doch ein wenig zu sehr auf Action schielt. Dennoch verliert man dabei die Atmosphäre und die unheimlichen Momente nicht aus den Augen, so dass es immer noch großen Spaß macht dem Geschehen zu lauschen. Sprechertechnisch ist man mit dieser Folge sowieso ganz weit vorne dabei und man fragt sich, ob weitere Sondereditionen in Zukunft eigentlich noch Sinn ergeben werden. Einen ganz großen Pluspunkt kann man hier wieder durch die gelungene technische Umsetzung verzeichnen. Die schon steril wirkenden Produktionen mit immer derselben Musik gehören der Vergangenheit an und hier weht ein frischer Wind, der diesem Hörspiel eine schöne, dichte und unheimliche Atmosphäre verpasst. Zwar kam mir „Schreie in der Horror-Gruft“ insgesamt einen kleinen Ticken schwächer vor als der erste Teil dieses Dreiteilers, aber dennoch liefert man hier eine Episode, die von vorne bis hinten Spaß macht und bei der ich mich prächtig unterhalten gefühlt habe. Das ist der Beweis: Es muss nicht immer eine verschachtelte kompliziert erzählte Geschichte sein, denn auch aus einem „Groschenheft“ kann man eine echte TOP-Produktion zaubern. ![]() ![]() ![]() ![]()
lord gösel |