John Sinclair (38)
Im Land des Vampirs (I/III)

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Inhalt: Von zwei Söldern verfolgt, droht Illonas Planwagen in den Abgrund zu stürzen. Plötzlich rennt ein Mann todesmutig neben den Pferden her. Mit letzter Kraft kann er den Wagen stoppen. Durch ein Mosaik im Labor von Fariac Cosmetics wurde John durch Zeit und Raum gezogen. Jetzt kämpft er im Jahr 1649 an der Seite von Illonas Familie, Vorfahren von Marek, dem Pfähler, gegen die blutige Herrschaft des Grafen Fariac. Story: Dreiteiler und die Edition2000 sind ein recht heikles Thema. Die Dreierfolge rund um die „Horror-Cops“ war nicht grade eine der Sternstunden der Serie und auch das Ende des schwarzen Todes hatte ich mir persönlich etwas imposanter erhofft. Eine der großen Vampir-Trilogien hatte man auch eher bescheiden als zweite Sonderedition mit dem Titel „Der Pfähler“ umgesetzt. Mit „Im Land des Vampirs“ präsentiert man dem Hörer den Einstieg in eine weitere Vampir-Trilogie in dessen Mittelpunkt die Brüder Fariac und die Vorfahren des Pfählers stehen. Zwar stellt man hier also erstmal nur die Weichen für das kommende Geschehen, aber dennoch kann ich sagen, dass diese Folge eine der spannendsten Episoden dieser Reihe ist. Johns Reise in die Vergangenheit ist eine interessante Idee und bringt auch wieder einiges an Humor in die Serie, wenn sich John im Jahre 1649 diverser moderner Phrasen bedient, die bei seinen Kameraden auf völliges Missverstehen stoßen. (Das kann ja heiter werden, Er hätte den Oscar verdient.) Doch nicht nur Humor wird hier geboten, sondern grade auch etwas, was man lange Zeit in der Serie vermisst hatte: Unheimliche, gruselige Momente bei denen dem Hörer eine Gänsehaut über den Rücken kriecht. Davon gibt es hier einige und ich habe diesen ersten Teil regelrecht in mich aufgesogen. Hier hat Oliver Döring jedenfalls ganze Arbeit geleistet und aus Jason Darks Vorlage eine packende Hörspielbearbeitung geschaffen, die in keinem Moment langweilig wird. Sprecher: Im Inlay finden insgesamt 25 Sprecher Platz, was schon eine beachtliche Anzahl ist. Allerdings sollte man hierbei auch nicht vergessen, dass das Geschehen auf zwei verschiedenen Zeitebenen spielt. Man mag nun denken, dass sich doch auch recht viele unbekanntere Namen finden werden, doch zumindest für die Besetzung der Hauptakteure dieser Folge gilt das genaue Gegenteil. Der Familie Marek wird von Ernst August Schepmann, Marie Bierstedt und Dietmar Wunder Leben eingehaucht. Grade Bierstedt gefällt mir in ihrer Rolle hier richtig gut. In manch anderen Produktionen hatte ich so meine Probleme, da sie oft irgendwie lustlos klang, doch hier geht sie in der Rolle der ängstlichen Ilona vollends auf. Auch Dietmar Wunder ist als Karel eine verdammt gute Wahl, denn er bringt den jungen und ungestümen Mann sehr real rüber. Tolle Leistungen, die ebenso von den anderen beteligten Sprechern, u.a. Philipp Schepmann, Raimund Krone und Helmut Kraus, geboten werden und zum Core-Team der Serie (Kerzel, Glaubrecht, Pigulla und D. Bierstedt) muss man eh keine Worte mehr verlieren. Einfach klasse. Musik und Effekte: Musikalisch hatte man sich bei der Serie ab einem gewissen Zeitpunkt irgendwie in eine Sackgasse manövriert. Es ertönten immer wieder dieselben Melodien, die man mittlerweile auch in nicht wenigen anderen Produktionen hören konnte. Mit Christian Hagitte und Simon Bertling von STIL hat man nun Unterstützung in Sachen Musik und diese Entwicklung ist ein ganz klarer Pluspunkt für die Serie. Was man hier nun vor die Ohren bekommt sorgt für eine verdammt dichte Atmosphäre und auch den einen oder anderen Gänsehaut-Moment. So kommen hier passend zum Jahre 1649 einige pompöse Klänge und sogar Chorgesang zum Einsatz. Bei „Edgar Allan Poe“ und „Schattenreich“ haben die Herren von Stil gezeigt, was in ihnen steckt und ihr Können tut der Serie eindeutig gut. Als Abrundung der technischen Seite sind dann natürlich noch die Effekte zu nennen. An denen hat sich seit Beginn der Edition2000 nicht viel geändert: Sie sind immer noch laut, „knallig“, fegen die Boxen (oder den Kopfhörer) ordentlich durch und sorgen für ein paar nett gemachte Schockmomente. Die technische Umsetzung zeigt sich auf der Höhe der Zeit, ohne dabei steril zu wirken, wie es in den späten 20er-Folgen der Serie der Fall war. Fazit: Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich nicht damit gerechnet hätte, dass mir ein Sinclair-Hörspiel noch mal so gut gefallen würde. In der Vergangenheit lag das Hauptaugenmerk der Serie leider viel zu sehr auf Action, was einer Grusel-Serie nicht wirklich gut zu Gesicht steht. Hier zeigt man endlich wieder, dass man auch in den höheren Folgen durchaus noch in der Lage ist eine Atmosphäre wie „damals“ bei „Knochensaat“ oder „Die Geisterbraut“ zu schaffen. Die Handlung bietet Spannung und eine Reihe unheimlicher Momente, die gepaart mit einer ganzen Menge an witzigen Momenten einfach Freude beim Hören bereitet. Nun mischt man noch eine große Portion wirklich phantastischer Sprecher dazu und als Sahnehäubchen präsentiert man eine technische Umsetzung, die kaum Wünsche offen lässt. Grade musikalisch geht man hier sehr eindrucksvoll zu Werke und lässt eine dichte Atmosphäre entstehen. Für Sinclair-Fans ist diese Folge jedenfalls Pflichtprogramm und alle die im Laufe der Zeit das Interesse an der Serie verloren haben, sollten ihr mit dieser Folge noch mal eine Chance geben. Für mich ist „Im Land des Vampirs“ ohne Frage eine der besten Folgen der Serie und insgesamt ein Hörspiel, dass sich die Höchstwertung verdient hat. Groschenheft hin oder her … hier wird einfach beste Unterhaltung geboten! ![]() ![]() ![]() ![]()
lord gösel |