John Sinclair (37)
Dr Tods Horror-Insel




Inhalt:
Dr. Tod und seine Mordliga lassen eine Bohrinsel in einem tödlichen Nebel versinken. Nur der Boss der Männer überlebt und wird gezwungen weiterzubohren. Er soll ein Wesen befreien, dass seit Jahrtausenden tief unter der Bohrinsel liegt: Vampiro-del-mar, der Kaiser der Vampire. John Sinclair macht sich alleine auf den Weg zur Insel. Kann er die Mordliga aufhalten?

Story:
„Der Todesnebel“ war seit langem wieder eine Episode der Sinclair-Serie, die sich beinahe das Prädikat „TOP“ hätte verdienen können, denn es gab mal wieder diese angenehme Gänsehautatmosphäre, die man lange Zeit vermisst hatte. Leider kann die 37. Folge in diesem Punkt nicht ganz mithalten, denn „Dr. Tods Horror-Insel“ entpuppt sich doch wieder eher als Action-Folge mit einigen unheimlichen Elementen. Allerdings geht es dennoch spannend zur Sache, denn wenn Dr. Tod und seine Mordliga auf der Bildfläche erscheinen, dann ist das in jedem Fall besser als irgendwelche 08/15-Gegner, die Sinclair in 5 Sekunden erledigen kann (Die Eisvampire). Das Setting der Folge (eine Bohrinsel) ist mal was Innovatives für die Serie und mit dem Kaiser der Vampire, Vampiro-del-mar betritt ein neuer und gefährlicher Gegner das Sinclair-Universum. An sich also nichts Neues, aber immer noch spannende und sehr kurzweilige Hörspielunterhaltung, trotz der ungewohnt hohen Spielzeit von über 51 Minuten.

Sprecher:
Die Sprecherliste las sich bisher stets imposant, denn Namen wie Tilo Schmitz (Solo Morasso/Dr. Tod), Katrin Fröhlich (Lady X), Claudia Urbschat-Mingues (Lupina) und Till Hagen (Mr. Mondo) stehen im Regelfall für absolute Qualität. Verstärkung bekommt man nun noch durch Helmut Krauss, der die Rolle von Vampiro-del-mar übernimmt. Auch ansonsten findet man sehr viele bekannte Sprechernamen im Inlay und man kann sich sicher sein, dass von allen wirklich gute bis sehr gute Arbeit geleistet wird. Was man schon mit den beiden Sonderedition vorgemacht hat, scheint sich nun zum Standard für die gesamte Serie zu entwickeln, was dem Hörer nur Recht sein kann, denn durchschnittliche oder gar schwache Leistungen findet man in dieser Folge jedenfalls nicht.

Musik und Effekte:
Bei Hörspielen, die am Meer oder auf See spielen, ist die technische Umsetzung natürlich enorm wichtig, denn wenn man sich auf einer Bohrinsel befindet, dann müssen allerlei Sounds her, um dieses Setting vor dem geistigen Auge real werden zu lassen. In diesem Punkt kann man sich auf das Team von WortArt aber nahezu blind verlassen und auch beim neuesten Streich um den bekannten Geisterjäger gibt man wieder alles. Bei der Musik gibt es auch keinerlei Enttäuschungen, auch wenn man sich allmählich mal eingestehen muss, dass ein paar neue Musikstücke der Serie ein frischeres Gesicht verleihen könnten. Schließlich gab es früher bei „Die drei ???“ oder „TKKG“ auch nicht 37 Folgen lang dieselben Musikstücke. Insgesamt ist die technische Umsetzung also wieder einmal überaus gelungen, wenn gleich ein wenig Abwechslung gut täte.

Cover und Layout:
Das Cover sorgt diesmal bei mir für Fragezeichen und das gleich in zweierlei Hinsicht. Das Bild selbst ist unscharf, sieht verschwommen und irgendwie „hoch kopiert“ aus. So was kennt man von den bisherigen Covern der Serie nicht. Was für weitere Verwirrung sorgt ist das Motiv, das das Bild zeigt. Was man dort sieht, hat nämlich rein gar nichts mit dem Inhalt der Folge zu tun. Schon seltsam …

Fazit:
Für Sinclair-Fans bietet die Folge wieder genau das, was man sich wünscht: Spannende und kurzweilige Unterhaltung mit einer großen Menge an Action-Einlagen. Leider bleibt der Grusel-Faktor wieder ein wenig auf der Strecke, was schon etwas schade ist. Dafür wird man aber mit einem exzellenten Sprechercast entschädigt und auch auf der technischen Seite zeigt sich das neuste Abenteuer Sinclairs absolut hörenswert. Dennoch muss ich ganz ehrlich gestehen, dass ich diese neue Version nun nicht so wesentlich besser finde als die damalige Umsetzung von TSB. Wie dem auch sei, man bekommt was man erwartet ohne großen Überraschungen oder Neuerungen und es ist schon positiv, dass man sich nicht wieder in Belanglosigkeiten wie bei „Die Eisvampire“ stürzt. Alles in allem also eine GUTE Produktion.



lord gösel