John Sinclair (36)
Der Todesnebel

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Inhalt: Eine Nebelwolke schwebt über das Meer auf ein kleines Dorf zu. Vor 150 Jahren hatten die Vorfahren der Dorfbewohner ein gestrandetes Schiff aufgebracht, die Mannschaft musste jämmerlich ertrinken. Ist der Nebel erschienen, um Rache für das furchtbare Verbrechen aus der Vergangenheit zu nehmen? John und seinen Freunden bleibt nicht viel Zeit, um das heraus zu finden... Story: Wenn man sich die Inhaltsangabe durchließt, so wird einem als Kenner des Horror-Genres direkt ein Filmtitel ins Gedächtnis kommen: „THE FOG – Nebel des Grauens“, ein Klassiker von John Carpenter, der erst vor kurzer Zeit neu verfilmt wurde. Ja, die Ideen die Autor Jason Dark hier verarbeitet sind ganz ohne Frage über weite Strecken sehr stark von genantem Film inspiriert. Allerdings sieht man mit dieser Folge die alte Weisheit „Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht“ bestätigt, denn in dieser ungewöhnlich langen Folge (57 Minuten) kommt auch endlich mal wieder das auf, was man seit den 20er-Folgen dieser Serie so schmerzlich vermisst hat: Dicke Atmosphäre und Gänsehautstimmung. Auch der wichtigste Aspekt, die Spannung, kommt hier keinesfalls zu kurz, denn man fiebert mit, wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Eigentlich bekommt man hier wirklich Unterhaltung vom Allerfeinsten geboten, wäre da nicht dieses Standard 08/15-Ende, das vor allem noch nicht einmal nötig gewesen wäre, da ja noch der Epilog folgt. Schade eigentlich, denn dieses Standard-Ende zieht den Eindruck doch etwas nach unten. Dennoch bekommt man hier für meinen Geschmack eine Folge, die mit Klassikern der Serie wie „Knochensaat“, „Die Geisterbraut“ oder „Das Horror-Schloss im Spessart“ problemlos mithalten kann. Sprecher: Mehr als 30 Sprecher geben sich in dieser Folge die Ehre und wer nun denkt, dass sich dann dort bestimmt einige Unbekannte hin verirrt haben, der sieht sich über weite Strecken getäuscht. Mag die Rolle noch so klein sein, man hört hier eigentlich nur bekannte Stimmen, unter anderem: Björn Schalla, David Nathan, Marie Bierstedt, Matthias Haase, Tobias Meister, Marion von Stengel oder Dietmar Wunder. Allein anhand der Sprecherliste merkt man mal wieder, wie lange die Aufnahmen zu dieser Folge zurückliegen müssen, denn viele der hier mitwirkenden Sprecher waren bereits in der zweiten Sonderedition „Der Pfähler“ zu hören und es ist kaum anzunehmen, dass man derartige Profis nur für die paar Sätze, die sie in dieser Folge zu absolvieren haben, ins Studio geholt hat. Nun gut, die Aufnahmen mögen mehr als ein Jahr zurückliegen, aber das ändert nichts an der Qualität der Sprecher. Besonders witzig ist die Tatsache, dass man mit Susanna Bonaséwicz (Sprecherin von Bibi Blocksberg) und Dorette Hugo die beiden Hauptsprecher der Kinderserie „Bibi und Tina“ hören kann. Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass die Leistungen der Sprecher insgesamt wirklich sehr gut sind. Musik und Effekte: Im Punkt „Story“ habe ich es bereits angesprochen: Diese Folge hat seit langem mal wieder etwas, das man in der jüngsten Vergangenheit vermisst hat: Die Atmosphäre, die eine Folge wie „Knochensaat“ zu einem jungen Klassiker der Hörspielwelt gemacht hat. Wie man es gewohnt ist, entsteht die Atmosphäre durch eine äußerst geschickt arrangierte Mischung aus Hintergrundmusik und Effekten. Die Bedrohung, die von dem unheimlichen Todesnebel ausgeht, kann man somit quasi spüren, was den Spaß am Hören noch um einiges steigert. Jedenfalls wirkt die technische Seite dieser Produktion angenehm frisch und man hat eben nicht mehr dieses Gefühl, dass hier strikt nach Schema F eine neue Folge runtergekurbelt worden ist, wie man es beispielsweise bei den „Eisvampiren“ hatte. Fazit: „John Sinclair is back!“ war das erste, was mir nach dem Genuss dieser Folge durch den Kopf ging. Bereits die Version vom guten alten Tonstudio Braun erwies sich als äußerst atmosphärisches Hörspiel. Leider war es in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich, dass man mit den Edition2000-Versionen die alten „Klassiker“ übertreffen konnte. In diesem Falle ist die Rechnung aber aufgegangen und „Der Todesnebel“ hätte es beinahe geschafft in meinem persönlichen Ranking das Prädikat „TOP“ zu bekommen, denn hier bekommt man wirklich fast alles, was man von einer derartigen Produktion erwartet: Eine spannende und unheimliche Geschichte, sehr gute Sprecher und eine technische Seite, die eine dicke Atmosphäre zaubert. Leider ist da aber noch das bereits angesprochene Standard-Ende. Ohne diese 4-5 Sekunden dauernde Sequenz hätte ich nicht gezögert 5 Sterne zu zücken, aber so muss sich die 36. Folge vom alten Geisterjäger mit „nur“ 4 Sternen begnügen. Nach diesem beinahe Kracher sollte man zusehen, dass man bei den zukünftigen Produktionen wieder eine ähnlich dichte Atmosphäre erschafft, Lückenfüller wie die 33 umgeht und vor allem den Veröffentlichungsrhythmus etwas erhöht, denn alle 6 Monate mal 2 Folgen ist doch irgendwie zu wenig. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |