John Sinclair (35)
Königin der Wölfe (II/II)




Inhalt:
John Sinclair ist in die Fänge des Bösen geraten und diesmal gibt es kein Entkommen. Johns Feinde haben den Geisterjäger zu ihresgleichen gemacht, einem Geschöpf der Nacht. Die Weggefährten des Geisterjägers sind ratlos, es scheint nur den letzten Ausweg zu geben. Oder kann John diesen mächtigen Fluch doch noch brechen?

Story:
Nachdem 6 Monate ins Land gezogen sind, erbarmt man sich mal wieder und lässt die Hörerschaft wissen, wie die Abenteuer von John Sinclair weiter gehen. Da hätte es auch schnell passieren können, dass auf Seiten der Hörer das Interesse erloschen ist. Allerdings wäre es schon schade, wenn das Interesse nicht mehr vorhanden ist, denn mit „Königin der Wölfe“ legt man eine wirklich gute Folge der Sinclair-Serie vor. John war ja schon öfter in ausweglosen Situationen und auf die Hilfe seiner Freunde angewiesen, aber das der gute John zum Werwolf mutiert, also selbst ein Dämon wird, das gab es bisher noch nie. Auch wenn es klar ist, dass es seinen Freunden gelingen wird ihn zu retten (sonst gäbe es Folge 36 ja nicht) so gestaltet sich die Geschichte dennoch sehr spannend und unterhaltsam. Da John nicht mehr Herr seiner Sinne ist, begeht er beinahe einen fürchterlichen Fehler, was der Handlung zusätzliche Dramatik verschafft. Schön ist auch die Tatsache, dass die Geschichte diesmal nicht durch Hemd aufreißen und „Michael, Uriel, Gabriel, Raphael“ beendet wird. Man bringt den Zweiteiler also zu einem ordentlichen Ende, was nach der arg durchschnittlichen 33. Folge der Serie keine Selbstverständlichkeit war. Zwar gruselt man sich immer noch herzlich wenig, aber dennoch wird man gut unterhalten.

Sprecher:
Kann sich irgendjemand daran erinnern, mal eine Folge aus der Edition2000 gehört zu haben und die vorkommenden Sprecher waren auch nur ansatzweise schlecht? Ich jedenfalls nicht und auch das 35. Abenteuer des Geisterjägers macht da keine Ausnahme. Das Stammteam der Serie noch großartig zu loben ist eigentlich nicht nötig, da jeder weis, was Kerzel, Glaubrecht, Bierstedt, May und Pigulla bieten. Da die Mordliga wieder mitmischt, bekommt man abermals so tolle Stimmen wie Tilo Schmitz, Katrin Fröhlich und Till Hagen zu hören. Claudia Urbschat-Mingues übernimmt die Rolle von Lupina, dem neuesten Mitglied der Mordliga und steht ihren „Komplizen“ in Nichts nach. Auch bis in die kleinste Nebenrolle findet man Namen wie Charles Rettinghaus, Thorsten Michaelis, Tobias Meister oder Dorette Hugo, so dass der Hörer hier abermals vollends auf seine Kosten kommt und von vorne bis hinten werden sehr gute Sprecherleistungen geboten.

Musik und Effekte:
Hat man sich der Kritik der Fans angenommen, dass man doch endlich mal andere Musik einsetzen sollte? Scheinbar schon, denn schon im Inlay kann man lesen, dass man sich hier Hilfestellung von STIL geholt hat, die unter anderem für die musikalische Untermalung der Edgar Allan Poe Serie verantwortlich sind. Und … an einigen Stellen dieser Produktion weht tatsächlich ein neuer Wind wenn es um die Musik geht. So kommt auch grade an den Stellen an den John nicht Herr seiner Sinne ist eine schön düstere Atmosphäre auf, die der Serie wirklich gut tut. Bei den Effekten gibt es keine Neuigkeiten zu vermelden. Sie waren und bleiben eines der Aushängeschilder der Serie und an den richtigen Stellen ziehen die Schock-Effekte wirklich gut. Technisch zeigt man sich diesmal insgesamt wirklich sehr gut.

Fazit:
„Königin der Wölfe“ bietet einen würdigen Abschluss für einen guten Zweiteiler. Schon alleine vom Inhalt her unterscheidet sich die Folge doch äußerst angenehm von den oftmals sehr ähnlich anmutenden Abenteuern des Geisterjägers. Die Sprecher halten das gewohnte Niveau der Serie, sind also allesamt gut bis sehr gut. Da man musikalisch einige Innovationen vorgenommen hat, kann die Folge an verschiedenen Stellen auch mit einer schönen und düsteren Atmosphäre dienen. Zwar bekommt man keinen Knaller wie noch in der Frühzeit der Serie zu hören, aber dennoch kann man sagen, dass man sich wieder auf dem richtigen Weg befindet. Wer Teil 1 schon hat, der kommt um Teil 2 eh nicht drum herum, schließlich will man wissen wie der Fall ausgeht. Alles in allem hat sich diese Folge das Prädikat GUT wirklich verdient. Allerdings fehlt immer noch der letzte Kick, den ein Hörspiel braucht um als TOP durchzugehen.



lord gösel