John Sinclair (34)
Mr. Mondos Monster (I/II)




Inhalt:
Im Haus von Lady Sarah Goldwyn wird ihr Butler von einem Werwolf getötet. John nimmt sich des Falles an. Doch der Einsatz ist eine Falle und John wird von Robotermenschen in die Irrenanstalt eines verrückten Wissenschaftlers verschleppt. Zunächst sieht es so aus, als könnte er fliehen. Doch schon bald muss John erkennen, dass Mr. Mondo mehr ist als nur ein einzelner verrückter Wissenschaftler und er hilflos ausgeliefert ist. Kommen Suko und Bill Conolly noch rechtzeitig, um ihn zu befreien?

Story:
Ein neuer Zweiteiler erblickt das Licht der Hörspiel-Welt. Wobei das Wörtchen „neu“ hierbei nicht ganz richtig ist, denn die vorliegende Geschichte wurde bereits vom Tonstudio Braun als 101. Folge der alten John Sinclair-Serie vertont. Somit stellt sich zum 19. Mal die Frage welche Version letzten Endes die bessere ist. Diese neue Version ist auf jeden Fall kürzer und an den meisten Stellen wesentlich knackiger geworden. Zu Beginn kommt sogar kurzweilig Gruselstimmung auf, die aber leider nicht allzu lange anhält. Dennoch ist die Handlung spannend und auch die Bearbeitung geht in Ordnung. Allerdings trifft auch hier etwas dieser Faktor „Das habe ich so ähnlich schon mal gehört“ zu, denn die Folge erinnert an einigen Stellen an „28 – Das Eisgefängnis“ (was John sinniger Weise auch noch selbst sagt). Doch inhaltlich bietet die Geschichte etwas mehr. Auf der einen Seite, mischt die Mordliga hier wieder mit und auf der anderen Seite handelt es sich ja um einen Zweiteiler und die haben in der Regel einen Cliffhanger. Der bei dieser Folge ist wirklich ziemlich fies. Allerdings könnte man es auch schon eher als unverschämt beschreiben, denn das Release-Date der Fortsetzung wurde bislang nicht angekündigt. Es bleibt zu hoffen, dass man nicht abermals mehr als 12 Monate auf die nächste reguläre Folge warten muss. Die Geschichte unterhält auf jeden Fall wesentlich besser als die der letzten Folge und bietet gewohnt gute Unterhaltung für Horror-Fans.

Sprecher:
Das Stammpersonal der Serie leistet sich herzlich selten Patzer und somit sind es eigentlich die Nebenrollen, die wirklich interessant sind. Da die Mordliga wieder dabei ist, hört man auch wieder Katrin Fröhlich (Pamela Scott) und Tilo Schmitz (Solo Morasso / Dr. Tod), die abermals sehr engagiert zu Werke gehen. Für das neueste Mitglied der Mordliga (Mr. Mondo) hat man einen weiteren bekannten Sprecher ins Boot geholt: Till Hagen übernimmt diese Rolle. Auch ansonsten präsentiert man sich sprechertechnisch auf einem sehr hohen Niveau und auch nur kleine Nebenrollen werden von solch bekannten Stimmen wie Dascha Lehmann (Schwester Inge), Thomas Danneberg (Edgar) oder David Nathan (York) gesprochen. Des Weiteren gibt sich John Sinclair-Autor Jason Dark alias Helmut Rellergerd wieder für einen kurzen Auftritt (Sgt. Roger) die Ehre. Insgesamt betrachtet sind alle zu hörenden Leistungen gut bis sehr gut.

Musik und Effekte:
Eigentlich könnte ich hier einfach „WIE IMMER“ rein schreiben, denn es entspricht absolut der Wahrheit. Die Hintergrundgeräusche sind stets passend und helfen dem Hörer dabei sich die jeweiligen Situationen vorzustellen. Wenn es actionmäßig zur Sache geht, wird es laut … stellenweise fast schon zu laut. Auch bei der Musik bleibt alles so wie wir es seit mittlerweile über 30 Folgen kennen. Schlecht ist das Gebotene auf keinen Fall, aber man könnte dennoch mal wieder einige neue Stücke präsentieren, da dies einiges an Abwechslung in die Serie bringen würde. Dennoch … was man hier vor die Ohren bekommt bleibt weiterhin gut bis sehr gut.

Fazit:
Die arg durchschnittliche letzte Folge „Die Eisvampire“ scheint ein Ausrutscher gewesen zu sein, denn mit „Mr. Mondos Monster“ bekommt der alte John zum Glück wieder die Kurve. Zwar bekommt man keine literarische Meisterleistung, aber dies erwartet man bei einer derartigen Serie ja auch gar nicht, sondern ganz einfach kurze und knackige Horror-Unterhaltung. Allerdings geht es für meinen Geschmack in der Serie einfach viel zu selten noch wirklich gruslig zu. Jedenfalls hat man schon lange keine Atmosphären-Bomben ala „Knochensaat“ oder „Die Geisterbraut“ veröffentlicht. Die Sprecher und die wieder einmal gelungene technische Seite bringen dem Hörspiel das Prädikat „GUT“ ein. Allerdings sollte man sich allmählich doch mal um einige Innovationen bemühen, denn immer wieder dieselben Shock-Effekte sind zwar nett, reichen in der heutigen Zeit aber nicht mehr dafür aus, um sich die Bewertung top zu verdienen. Eine ziemliche Unverschämtheit ist mal wieder die Tatsache, dass dieser Mehrteiler gestückelt erscheint und das das Release-Date des zweiten Teils noch nicht bekannt gegeben wurde, trübt den Spass am Hören auch ein wenig.



lord gösel