John Sinclair (33)
Die Eisvampire




Inhalt:
Myxin beschwört einen Vampir, um von ihm neue Informationen über Asmodina und die Mordliga zu bekommen. Doch der Vampir lässt sich nicht täuschen und will Myxin töten. Erst in letzter Sekunde kann John eingreifen. Dabei erfahren sie von drei Vampiren, die vor vielen hundert Jahren in die Eishöhlen des Drachensteingebirges vertrieben wurden und die Zeit im ewigen Eis eingefroren überdauert haben. Sollte es Asmodina tatsächlich gelungen sein, die Eisvampire wiederzuerwecken und zu befreien, dann droht eine Katastrophe biblischen Ausmaßes...

Story:
In diesem Jahr war es äußerst still geworden um diese ehemalige Vorzeige-Serie des Horror- und Hörspiel-Genres. Statt den Handlungsrahmen um Dr. Tod und seine Mordliga voranzutreiben schob man lieber erst einmal die zweite (in meinen Ohren aber ziemlich mäßige) Sonderedition 2 „Der Pfähler“ vor und erfreute die Fans zu Halloween mit dem Klamauk „Die Comedy“. Doch nun geht es endlich mit den regulären Folgen weiter und der Klappentext verspricht schon einiges, ist hier doch von einer möglichen „Katastrophe biblischen Ausmaßes“ die Rede. Leider bleibt dieses Szenario aber nur ein Versprechen und die Geschichte folgt strikt dem Schema F, dass man in dieser Serie schon einfach zu oft gehört hat. Von der angeblich so gefährlichen Bedrohung durch die Eisvampire bekommt man kaum etwas mit und die 3 Brüder kommen in der Folge auch kaum zu Einsatz. Und dann werden sie, so viel Spoiler sollte erlaubt sein (sonst bitte den nächsten Satz überlesen), von John ohne große Mühe in 2 Minuten zur Strecke gebracht. Die gesamte Sache entpuppt sich als Ablenkungsmanöver und irgendwie kommt mir diese Folge auch ein wenig so vor. Prinzipiell ist hier natürlich alles so wie immer, doch genau darin liegt das Problem. Die Geschichte ist einfach mehr oder minder schon bekannt und verläuft einfach zu schnurgrade und interessante Wendungen sucht man völlig vergebens. Die übliche Kost eben, nicht mehr und auch nicht weniger.

Sprecher:
Eine starke Stunde dieser Serie, soviel ist schon klar, wenn man sich anguckt wer hier als Sprecher so alles mitwirkte: Thomas Dannenberg (Toni Berger), Helmut Krauss (Josef Spengler), Marianne Groß (Clara Berger) und Nicolas Böll (Kogan) sind Sprecher von denen man einiges erwartet und sie werden diesen Erwartungen absolut gerecht. Weiterhin erwähnenswert ist auch Philipp Scheppmann (überzeugte zuletzt als starker Leser der „Chroniken von Narnia“) in seiner Rolle als Max Berger. Ansonsten treffen wir natürlich noch auf die üblichen Verdächtigen, sprich Kerzel, Glaubrecht, May und Eberhard Prüter (als Myxin). Somit hat sich auch in diesem Punkt eigentlich wenig geändert, doch dass ist auch verdammt gut so, denn was wirklich gut bis sehr gut ist bedarf auch keiner Verbesserung.

Musik und Effekte:
Krach! Bumm! Schepper … ihr wisst, was ich meine ;) Die Umsetzung der Actionszenen hat man seit Beginn der Serie sehr ernst genommen und auch anno 2005 beherrscht man diesen Bereich nach wie vor aus dem FF. Wenn es richtig zur Sache geht ist man als Hörer sprichwörtlich „mittendrin statt nur dabei“. Musikalisch bekommt man leider auch nur die übliche Kost. Leider deswegen, weil man nach über 30 Folgen allmählich doch mal wieder neue Musik präsentieren könnte. Was man zu hören bekommt ist zwar immer noch wirklich gut, doch es ist eben mittlerweile alles schon bekannt und es beeindruckt nicht mehr ganz so stark wie vor 5 Jahren.

Fazit:
Da gibt man dem Drängen der Fans also endlich nach und veröffentlicht die nächste reguläre Folge der Erfolgsserie „John Sinclair“ und was bekommen wir? Nun, eine Enttäuschung ist es sicherlich nicht geworden, aber von einer wirklich guten Produktion zu sprechen halte ich auch für falsch. Die Sprecher sind ohne Frage der Punkt, der uneingeschränkt überzeugen kann und an dem es wenig Bedarf zur Verbesserung gibt. Leider wirkt der „Rest“ der Produktion einfach zu bekannt und austauschbar. Die Geschichte treibt weder den Handlungsrahmen rund um die Mordliga voran, noch kann sie als gelungene Einzelepisode überzeugen. Die technische Seite bleibt zwar auf dem gewohnten Niveau, doch ein paar Erneuerungen (grade in musikalischer Hinsicht) täten der Serie äußerst gut. Alles in allem präsentiert sich „Die Eisvampire“ als durchschnittliche Produktion, deren grösstes Problem die Geschichte ist und eben dieser Gedanke „Irgendwie kenne ich das alles schon“. Für Fans von Sinclair und der Hörspiele sicherlich ein Ohr wert, aber sicherlich kein „Must have“ für normale Hörspiel-Maniacs.



lord gösel