Die schwarze Serie (6)
Die Elixiere des Teufels

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Inhalt: Die Flasche mit dem Teufelselixier stammt aus dem Nachlass des Heiligen Antonius. Jetzt soll der Kapuzinermönch Medardus diese gefährliche Reliquie nach Rom bringen. Aber der Teufel ist ihm dicht auf den Versen und so erlebt Medardus Dinge, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt hätte. Story: Eine E.T.A. Hoffmann-Geschichte in der schwarzen Serie? So wirklich will das nicht zum "Rest" der Serie passen und wenn man dann noch bedenkt, dass es seit kurzem bei Maritim eine eigenständige E.T.A. Hoffmann Serie gibt, dann ist die Verwirrung wohl vollends komplett. Verwirrung ist übrigens auch ein gutes Stichwort für die hier vorliegende Geschichte, denn sie ist (ähnlich wie der "Sandmann") überaus verzwickt und gewiss alles andere als "easy-listening". Man muss schon richtig zuhören und sich auch so einige eigene Gedanken zu dem Inhalt und allen Vorgängen machen, denn sonst kommt man bei dem Hörspiel schnell raus. Schlecht ist ganze allerdings keineswegs, sondern eher das Gegetil trifft zu. Wer schon die Handlung des "Sandmannes" mochte, der dürfte auch hier auf seine Kosten kommen, denn Hoffmann hat abermals eine sehr eigene Mixtur aus Grusel und Mystery gekocht, die mir gut bekommen ist. Sprecher: Bei Maritim hat man sich in letzter Zeit selten lumpen lassen und so standen auch hier eine ganze Reihe bekannter Stimmen vor dem Mikrophon, die dieses Hörspiel zu einem Genuss machen. In der Hauptrolle des Mönchs Medardus ist Frank Glaubrecht zu hören. Und der Mann, der sonst dem bekannten Geisterjäger John Sinclair seine Stimme leiht, beweist hier abermals seine Wandlungsfähigkeit. Des Weiteren gibt es hier viele Sprecher zu hören, die man in den 80ern sehr oft bei Produktionen von EUROPA gehört hat: Eckhart Dux, Franz J. Steffens, Gerd Baltus, Volker Brandt Christian Rode und Rolf Jülich. Allesamt liefern gute Leistungen ab und besonders hervorheben muss man noch Udo Schenk als Teufel/Diener. Einfach teuflisch gut. Allerdings haben sich auch hier wieder mal Patzer eingeschlichen, die für Maritim schon fast eine Art Trademark sind: Diesmal ist es zwar nur ein falsch ausgesprochener Name, aber einige Schnitte wirkten auf mich etwas zu gehetzt. Insgesamt kann man für diesen Punkt eine ordentliche Leistung attestieren. Musik und Effekte: Die Musik die hier zum Einsatz kommt ist stets passend und steigert somit den Spass am Hören. Finstere Klänge und düstere Chöre an den richtigen Stellen ... so macht ein Hörspiel Spass. Der Grossteil der Effekte ist ebenfalls gut. Allerdings kam es mir auch an ein oder zwei Stellen so vor, als würde ein Echo-Effekt zu früh abbrechen. Nun gut ... das sind Details, aber es ändert nichts daran, dass man bei beiden Aspekten durchweg gute Arbeit geleistet hat. Fazit: Es gibt da ein grosses Problem: Diese Folge ghört einfach nicht in die schwarze Serie, weil die Handlung der Geschichte nun so gar nicht zu den übrigen Folgen der Serie passen will. Sieht man davon einmal ab, dann bekommt man eine wirklich GUTE Produktion geboten: Eine spannende und unheimliche Geschichte, gut bis sehr gute Sprecher und passende Musik und Effekte. Wer den "Sandmann" mochte, der kann hier fast blind zugreifen. Fans der "schwarzen Serie" sollten aber erstmal eine Hörprobe antesten. Was am Ende bleibt: Gutes Hörspiel, das leider in der falschen Serie gelandet ist. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |