Offenbarung 23 (6)
Der Frußball-Gott

|
Inhalt: Fußball - die schönste Nebensache der Welt. Warum hat sich Hacker Tron auf die Spur eines Ex-Fußballers gemacht, einem Mann, der wie kein zweiter mit dem Volkssport der Deutschen in Verbindung steht? Student Georg Brand glaubt nicht, dass der tote Hacker-Kaiser sich wirklich für seinen Standesvetter interessiert hat. Und doch entdeckt Georg manche Seltsamkeit in der Geschichte des deutschen Fußballs. Musste Tron etwa deshalb sterben? Story: Fußball und Hörspiele … da hat man in den einschlägigen Serien wie TKKG oder ??? sehr böse Erfahrungen gemacht. Tappt man auch mit dieser Produktion hinein in ein großes Fettnäpfchen? Nein, so unglaublich das auch klingen mag, eher das Gegenteil ist hier der Fall denn mit „Der Fußball-Gott“ legt man eine spannende und interessante Geschichte an den Tag. Es ist wohl ohne Frage so, dass viele der Sachverhalte die hier zur Sprache kommen dem einen oder anderen bereits bekannt sein werden, aber dennoch puzzelt man alles so zusammen, dass sich eine nachvollziehbare Geschichte ergibt. Man verzichtet auch auf irgendwelche ferngesteuerten Killermaschinen, die der letzten Folge etwas das Genick brachen. Vielleicht ist es einfach so, dass das Thema Fußball viel leichter zugänglich ist als Geschichten um tote Rapper, lebensgefährliche Sonnenmilch oder eben Fernsteuerhandys. Gemeinsam mit der dritten Folge hat mir diese Geschichte bisher am besten gefallen, da ich an so mancher Stelle wirklich dachte: „Das könnte doch durchaus alles wirklich so sein“, vor allem da man spätestens seit den 80ern weiß, was man sich unter Massenmanipulation durch die Medien vorzustellen hat. Noch mal auf den Punkt gebracht: Die Geschichte kann überzeugen und ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Sprecher: Viele Erneuerungen gibt es bei der 6. Folge nicht zu vermelden. Aber wieso eigentlich auch, schließlich hatte man seit Folge 1 stets den Großteil der deutschen Synchronelite im Studio und auch hier geht die Rechnung wieder einmal auf. Allerdings habe ich nach wie vor noch so meine Probleme damit, dass David Nathan mir als junger Student Anfang 20 verkauft werden soll. Doch dafür wird man von so tollen Sprechern wie Till Hagen, Detlef Bierstedt, Lutz Riedel und Dietmar Wunder mehr als entschädigt. In dieser Folge betritt ein neuer Charakter die Bühne und auch für ihn hat man sich eine prominente Stimme gebucht, denn die Rolle von „Saint Clair“ wird von Lutz Mackensy (der allseits beliebte Erzähler der 5 Freunde) übernommen. Er reiht sich gut in die Riege der bekannten Sprecher ein, so dass man hier wirklich von vorne bis hinten sehr gute Leistungen zu hören bekommt. Musik und Effekte: Die Musik aus der Feder von Andy Matern hat der Serie seit der ersten Folge ihren eigenen Stempel aufgedrückt und auch hier trifft der gute Mann nahezu immer den richtigen Ton. Aber eben nur nahezu immer, denn ein Musikstück, dass um das Geräusch einen auftippenden Fußballs herumkomponiert ist, wirkt auf mich dann doch eher witzig und albern als wirklich passend. Dies ist aber auch so ziemlich der einzige Punkt, der etwas unangenehm auffällt, denn ansonsten wird hier Qualität geboten und das bezieht sich sowohl auf die Musik, als auch auf die verwendeten Effekte. Das Geschehen wird stets von passenden Hintergrundgeräuschen untermalt, so dass sowohl die Zeitungsredaktion, in der Kai Sickmann arbeitet als auch die Berliner U-Bahn im Ohr real werden können. Von der technischen Seite her zeigt man sich also klar auf der Höhe der Zeit und kann beinahe völlig überzeugen. Fazit: Nach zwei durchschnittlichen Folgen, kann man mit „Der Fußball-Gott“ endlich wieder an das Niveau von „Die Titanic darf nie ankommen!“ anknüpfen. Die Geschichte ist spannend und vermag es den Hörer schnell in ihren Bann zu ziehen, was sicherlich auch daran liegen mag, dass die Thematik wesentlich leichter zugänglich ist. Ein nicht abzustreitender Bezug zur Realität sorgt auch endlich mal wieder dafür, dass einen die Handlung doch ein wenig ins Grübeln kommen lässt. Was den Spaß am Hören noch weiter steigert sind die wirklich sehr guten Sprecher, die sich alle hörbare Mühe geben um ihre Rolle mit Leben zu erfüllen. Abgerundet wird das diesmal durchweg positive Gesamtbild von der technischen Seite, die einem modernen Hörspiel absolut angemessen ist. Gemeinsam mit Folge 3 stellt Folge 6 für mich die bis dato beste Produktion der Serie dar. Die Thematik ist spannender und der Bogen wird diesmal auch nicht derart überspannt wie es beispielsweise in Folge 5 der Fall war. Die Serie ist sicherlich nicht für jedermann etwas, da das Konzept dazu stellenweise einfach zu „speziell“ ist, aber dennoch kann man hier ruhig mal ein Ohr riskieren, denn alles in allem stellt „Der Fußball-Gott“ eine wirklich gute Produktion dar. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |