Offenbarung 23 (5)
Das Handy-Komplott




Inhalt:
Student Georg Brand bekommt das verschollene Handy von Hacker-Legende Tron alias Boris F. in die Hände. Er entdeckt eigenwillige Umbauten für die sich auch dubiose Firmen interessieren. Und mit denen ein Handy auf einmal viel mehr wird als nur ein mobiles Telefon. Was Georg aber noch nicht ahnt: Wegen diesem Wissen wird auf Trons Freundin Nolo ein Mordanschlag verübt!

Story:
Das Aufdecken der großen Verschwörungen dieser Welt geht in die nächste Runde. Die fünfte Folge der Serie „Offenbarung 23“ setzt konsequenterweise genau dort an, wo die vierte Folge endete und T-Rex und Banner finden das Handy des verstorbenen Hackers Tron. Banner überlässt T-Rex das Handy und direkt stürzt dieser natürlich in einen neues Abenteuer in dem es um eine große Verschwörung geht. Ich gebe es zu, beinahe hätte ich gesagt, dass diese Folge gut und spannend ist und mit Folge 3 zu den besten dieser Reihe zählt, wenn da nicht der „Höhepunkt“ der Geschichte wäre. Den „Rest“ finde ich nämlich gar nicht so verrückt und ich kann es mir durchaus vorstellen, dass es Wege und Möglichkeiten gibt einen Menschen dauerhaft mit Hilfe seines Handys abzuhören. Auch die Ausführungen, dass die Handystrahlung schädlich ist, ist ja nicht einfach aus der Luft gegriffen. ABER wenn man mir dann erzählen will, dass (Achtung: Spoiler!!) man mit Hilfe eines Handys und eines Headsets einen Menschen „fernsteuern“ kann, so dass dieser zur willenlosen Tötungsmaschine wird (Spoiler-Ende), dann geht das für meine Begriffe doch wieder zu weit. Bis dahin hatte mir die 5. Folge durchaus gefallen und mich auch über weite Strecken gut unterhalten, aber dort war eben wieder der Punkt erreicht an dem ich dachte „Nee … muss das denn sein?!?“. Schade eigentlich, denn dadurch landet die Geschichte dieser Folge mal wieder im durchschnittlichen Unterhaltungsbereich. Wer es bisher mochte, dürfte allerdings durchaus auf seine Kosten kommen.

Sprecher:
Bei den Sprechern trifft man zu 80% auf alte Bekannte, da hier zu großen Teilen bekannte Charaktere vorkommen. Nach wie vor habe ich so meine Probleme mit David Nathan. Es ist nicht so, dass er schlecht spielen würde, aber er klingt in meinen Ohren einfach nicht nach einem Studenten „Anfang 20“, was ebenso für seinen Kumpel Kim Schmittke (gesprochen von Dietmar Wunder) gilt. Ansonsten kann man aber den bekannten Sprechern keine Vorwürfe machen, denn die geben sich richtig Mühe und Namen wie Till Hagen, Marie Bierstedt, Detlef Bierstedt und Lutz Riedel sprechen für sich. In Nebenrollen hören wir diesmal Arianne Borbach und Michael Pan. Grade Pan kann hier wieder einmal sein Talent unter Beweis stellen und glänzt als Handy-Tüftler Tim Mars. Eigentlich also alles wirklich gelungen, gäbe es nicht hier und mal Probleme mit der Aussprache von Begriffen und Namen. So wird innerhalb von wenigen Sätzen Trons Erfindung Kryptophon einmal „Krüptophon“ (richtig) und einmal „Krieptophon“ (falsch) ausgesprochen, was der Regie eigentlich ebenso hätte auffallen müssen wie die sehr seltsam klingende Aussprache von „Ian G.“ (IH—äN). Dennoch sind die Leistungen der Sprecher insgesamt betrachtet wirklich gut.

Musik und Effekte:
Bei diesen beiden Punkten gab es in den zurückliegenden Folgen eigentlich herzlich wenig Grund zur Klage und auch in T-Rex' 5. Hörspielabenteuer zeigt man sich hier von einer guten Seite. Die Titelmusik ist ein echter Ohrwurm und auch die sonstigen musikalischen Impressionen, die von Andy Matern komponiert worden sind, passen immer zu der jeweiligen Situation und schaffen es so, die Atmosphäre der Geschichte zu verstärken. Auch um die Effekte muss man sich hier keine Sorgen machen, denn hier versteht man einfach sein Handwerk. Leider gibt es immer noch das „Pausenproblem“ zwischen Ende der Musik und Beginn der nächsten Szene, so dass man immer für einen kurzen Moment „in der Luft hängt“.

Fazit:
Schade, wirklich schade, denn diese Folge hätte so richtig gut und vielleicht sogar die beste der Serie werden können, wenn man sich das arg abgedrehte Finale gespart hätte. Das Problem dieser Folge ist also recht ähnlich wie bei „Die Krebs-Macher“. Der Ansatz ist durchaus interessant und bis zu einem gewissen Punkt lauscht man der Handlung noch gespannt, doch am Ende wird dann der Bogen einfach überspannt und zumindest ich habe mir gedacht „Nein! Wieso kommt noch so ein Klops am Ende?“. Bei den Sprechern gibt es immer noch das eine oder andere kleine Problem, dass man ausmerzen kann, aber im Großen und Ganzen agieren sie hier äußerst souverän. Die Musik von Andy Matern drückt der Serie einen ganz eigenen Stempel auf und auch der „Rest“ der Technik zeigt sich wirklich gut. Abermals scheitert aber ein Hörspiel dieser Serie an dem Inhalt. Die dritte Folge bleibt bisher ein kleines Highlight dieser Serie, die sich ansonsten eher im durchschnittlichen Bereich bewegt. Auch diese Folge macht da wieder keine Ausnahme. Wer die ersten vier Abenteuer von Hacker T-Rex mochte, der dürfte auch beim „Handy-Komplott“ auf seine Kosten kommen, wem die Serie bisher schon zu verrückt war, dem möchte ich von dieser Folge dringend abraten. Alles in allem also eine Produktion, die einem nicht wirklich wehtut und die man dementsprechend auch ruhig mal hören kann, aber die versprochene Offenbarung ist die Serie in meinen Ohren immer noch nicht.



lord gösel