Offenbarung 23 (3)
Die Titanic darf nie ankommen!




Inhalt:
Hat Hacker Tron in geheimen Unterlagen einer Versicherungsgesellschaft brisante Fakten zum Titanic-Untergang gefunden? Kostete ihm dieses Wissen das Leben? Student Georg Brand nimmt die Spur auf und entdeckt Unglaubliches. Welches Schiff liegt wirklich auf dem Grund des Atlantiks? Wer machte Profit beim Untergang des Luxusliners? Und wie lässt man einen Ozeanriesen ganz sicher an einem Eisberg zerschellen? Die Wahrheit lässt einem den Atem stocken!

Story:
Die Abenteuer des Nachwuchshackers T-Rex gehen in die dritte Runde. Diesmal jagt der Gute allerdings keinen toten Rappern nach, sondern er macht sich an die Entschlüsselung einer historischen Tragödie. Auf der einen Seite ist das Thema Titanic natürlich wesentlich weniger up-tp-date als die vermeidliche Ermordung Tupas, aber dennoch vermochte diese Geschichte es schon wesentlich mehr mich in ihren Bann zu ziehen. Vermutlich liegt es daran, dass die Thematik um den toten Rapper einfach zu „speziell“ war. Obwohl das Hörspiel inhaltlich also schon eine ganze Ecke zugänglicher ist, als der Debüt-Zweiteiler, ist man leider immer noch nicht dort, wo man nach eigenen Angaben (die spektakulärste Hörspiel-Serie aller Zeiten!) gerne sein würde. Die gesamte Handlung ist und bleibt eben doch „nur“ ein Hörspiel und versetzt mich als Hörer nun nicht in Angst und Schrecken, was ja scheinbar das Ziel sein sollte. Dennoch kann ich der Geschichte ihren Unterhaltungswert nicht absprechen, auch wenn sich hier und da mal wieder Längen einschleichen und die Handlung zunächst nicht so recht aus dem Tritt kommt. Alles in allem präsentiert sich die Handlung jedenfalls zugänglicher und interessanter als die ersten beiden Folgen und könnte ich Schulnoten ein „befriedigend“ abstauben.

Sprecher:
Vermutlich wurden die ersten vier Folgen gemeinsam aufgenommen, denn wie sonst sollte man erklären, dass man wieder genau dieselben Leute vor die Ohren bekommt, wie schon in den Folgen 1 und 2? Allerdings soll dies nun auch nicht abwertend gemeint sein, denn in Sachen Top-Sprecher dürfte „Offenbarung 23“ momentan wohl einzigartig auf dem Hörspielsektor sein. Da kommen nicht mal Referenzserien wie „John Sinclair“ oder „Gabriel Burns“ heran. Namen wie Helmut Krauss, Marie Bierstedt, Simon Jäger, Detlef Bierstedt, Till Hagen, Lutz Riedel, Gerrit Schmidt-Foss oder Tilo Schmitz sprechen einfach für sich. Gegenüber den ersten Folgen, hat man sich auch hier kaum nennenswerte Regie-Patzer geleistet, wenn man mal davon absieht, dass David Nathan immer noch zu alt klingt, um für Anfang 20 durchzugehen und dass Simon Jäger den Namen „Georg“ englisch ausspricht (was allerdings auch gewollt sein könnte, da er einen Engländer spielt). Insgesamt gehen die Sprecherleistungen diesmal als GUT durch, da mir Nathan nach wie vor „zu alt“ klingt.

Musik und Effekte:
Musikalisch hat man wenig bis gar nichts verändert, was aber eigentlich auch nicht war. Andy Matern, der sich schon für die Untermalung der Hörbücher aus dem Hause LPL verantwortlich zeigte, hat ein gutes Gespür für eingängige Melodien und hat daraus abermals eine gelungene musikalische Untermalung gezaubert. Leider hat man die äußerst störende Pause zwischen Ende eines Musikstückes und Beginn der nächsten Szene noch nicht in den Griff bekommen, so dass man immer für einige Sekunden „hängt“. Auf der Seite der Effekte gibt es eigentlich auch nichts auszusetzen, da man auch bei diesem Aspekt mit einer großen Liebe zum Detail vorgegangen ist. Somit bleibt die technische Seite trotz kleiner Macken der gelungenste Aspekt dieser Produktion.

Fazit:
Eine klare Steigerung gegenüber dem etwas langwierigen und gezogenen Einstieg. Die Handlung wirkt packender und spannender. Dennoch kann man nicht wirklich der Vorankündigung der „spektakulärsten Hörspielserie aller Zeiten“ gerecht werden. Inhaltlich präsentiert man eine Geschichte die in Ordnung geht und bei den Sprechern präsentiert man sich ebenfalls von einer ordentlichen Seite. Die technischen Aspekte dieser Produktion gehen ebenfalls in Ordnung und somit geht „Die Titanic darf nie ankommen“ noch als GUTE Produktion durch. Wer die ersten Folgen der Serie mochte, der dürfte auch an diesem Output seine helle Freude haben. Wen die Thematik der ersten Folgen hingegen abschreckte, der könnte diese Folge eventuell mal antesten. Ein „MUST HAVE“ wird die Serie aber auch nicht durch diese Folge, auch wenn sie eine gewisse Steigerung gegenüber dem Anfang darstellt.



lord gösel