Necroscope (6)
Das Dämonentor

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Inhalt: Eine abgelegene Felslandschaft mitten im Uralgebirge beherbergt eine russische Forschungsstation, die argwöhnisch von westlichen Agenten beobachtet wird. Hier hat sich nach einer gewaltigen unterirdischen Katastrophe ein geheimnisvolles Tor geöffnet. Und schon bald wird klar, wer hinter diesem Tor lauert: Vampire! Die Gefahr beginnt erneut ... Story: Bei „Das Dämonentor“ handelt es sich um das erste Drittel des eigentlichen dritten Buches der Necroscope-Saga. Wieder einmal wurde ein Buch in Deutschland auf mehrere Bände (in diesem Falle ganze 3) aufgeteilt. Das englische Original trägt den Titel „The Source“ und somit kann man schnell erahnen, was Inhalt der nun kommenden drei Bände ist. Es wird geklärt, wo die Wamphyri eigentlich hergekommen sind. In dem nun vorliegenden ersten Drittel nimmt sich Lumley allerdings zunächst viel Zeit um seinen neuen Charakter Jazz vorzustellen und auch die in der Inhaltsangabe beschriebene Forschungsstation wird sehr detailverliebt dargestellt. Zwar ist dies auch überaus interessant, aber man hat als Hörer am Ende eben das Gefühl, dass hier doch etwas fehlt, denn natürlich gipfelt dieses Hörbuch in einem absolut fiesen Cliffhanger. Was die ganze Angelegenheit noch ärgerlicher gestaltet ist die Tatsache, dass es leider nirgendwo einen Vermerk darüber gibt, dass die Geschichte keineswegs zu einen echten Ende gebracht wird. Dies sollte man in Zukunft vielleicht mal einführen. Wie schon geschrieben: Trotz der Tatsache, dass man es hier grade mal mit einer Art Einführung zu tun hat, bleibt es spannend, denn Lumley versteht es einfach eine unheimliche und bedrückende Stimmung zu erschaffen. Aber es bleibt das Problem, dass das Hörbuch vorüber ist, wenn es endlich losgeht. Alles in allem also nicht ganz so gelungen wie die bisherigen Bücher, leider. Sprecher: Lutz Riedel ist nicht nur ein alter Hase für Hörbücher im Allgemeinen, sondern mittlerweile auch eine Art Necroscope-Veteran. „Das Dämonentor“ ist bereits der vierte Band dieser Reihe, den er liest. Wie auch in den vorangegangenen drei Bänden, so kann Riedel hier wieder zeigen, was in ihm steckt. Er erfüllt die Geschichte mit Leben, was nicht zuletzt daran liegt, dass er sich stets bemüht den verschiedenen Charakteren unterschiedliche Stimmen zu geben. Er ist eben ein Vollprofi und das hört man in jeder der insgesamt 302 Minuten. Kurz und knapp: Sehr gute Leistung! Musik und Effekte: Bei der technischen Umsetzung gibt es keine nennenswerten Veränderungen gegenüber den letzten Bänden. Auf Effekte verzichtet man komplett, so dass die Necroscope-Reihe wirklich als reine Lesung durchgeht. Allerdings lockert man die mehr als 5 Stunden Spielzeit mit einigen musikalischen Einspielungen zwischen den Kapiteln und den Sinnabschnitten auf. Bei der Musik handelt es sich nahezu immer um Variationen des Necroscope-Themes. Dies ist allerdings kein Problem, da dieses Thema ein waschechter Ohrwurm ist, der einen nicht mehr so schnell aus dem Ohr will. Ein klares Kompliment an Musiker Andy Matern für seine Arbeit in diesem Bereich. Fazit: „Das Dämonentor“ hat mich insgesamt betrachtet nicht so sehr überzeugt, wie die drei zurückliegenden Bände. Die Veröffentlichungspolitik in Deutschland ist das größte Manko dieser Produktion, denn dieses erste Drittel des englischen Originals „The Source“ ist nicht viel mehr als ein Prolog. Der Band endet in dem Moment, wenn es endlich losgeht, was einerseits sicherlich eine clevere Idee ist, aber für den Hörer schon recht unbefriedigend daherkommt. Sicherlich bietet „Das Dämonentor“ auch wieder eine dichte und düstere Atmosphäre, aber man weiß als Hörer leider nicht, worauf das Ganze nun hinarbeitet. Natürlich ist dies nun nicht die Schuld von LPL-Records, sondern von deutschen Verlag Festa, aber es schmälert den Spaß beim Hören doch ein wenig. Demgegenüber bekommt man hier aber einen hervorragend aufgelegten Lutz Riedel vor die Ohren und auch bei der Musik hat man sich hörbare Mühe gegeben. Für die Fans der Reihe ist auch der 6. Band natürlich unumgänglich, weil man sonst die folgenden Bände 7 und 8 nicht verstehen kann. Insgesamt kann „Das Dämonentor“ sich „nur“ das Prädikat gut verdienen. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |