Necroscope (5)
Totenwache




Inhalt:
In den bewaldeten Berghängen Rumäniens schlummert eine tödlich vergessene Gefahr ihrem Erwachen entgegen. Währenddessen wird sich Vampir Yulian Bodescu in seinem englischen Landhaus seiner unglaublichen Kräfte bewusst. Das britische E-Dezernat stürmt den Ort bizarren Schreckens. Doch Totenhorcher Harry Keogh braucht die schonungslose Hilfe seiner toten Freunde, um den Vampir auszuschalten!

Story:
Mit „Totenwache“ bekommt der hungrige Hörer nun das Finale des eigentlichen zweiten Bandes der Necroscope-Saga. Der im englischen Original „Necroscope II: Wamphyri!“ betitelte Roman findet sein Ende und es geht diesmal alles andere als zimperlich zu, so dass man auch wieder weiß, wieso das Ganze ein „Horror-Hörbuch“ ist. Autor Brian Lumley führt die in den beiden zurückliegenden Hörbüchern aufgebauten Handlungsstränge gekonnt zusammen und lässt am Ende noch genug Raum für potentielle Fortsetzungen (von denen es auch eine ganze Menge noch gibt). Spannung ist hier garantiert und wer die Teile 3 und 4 gehört hat kommt an diesem Teil eh nicht vorbei, denn schließlich will man wissen, wie das Geschen um Yulian Bodescu zu Ende geht. Hier verbirgt sich dann auch die Schwäche dieser Geschichte, denn das Ende Bodescus erinnert doch ein wenig an das Finale des ersten Romans, leider. Zum Glück hat Brian Lumley aber genug andere faszinierende Ideen einfließen lassen, so dass ich trotz dieses Schönheitsfehler mich sehr gut unterhalten gefühlt habe.

Sprecher:
Zum dritten Mal erfreut Lutz Riedel als Sprecher die Ohren des Hörers bei einem Teil der Necroscope-Reihe. Ich persönlich denke, dass er die beste Besetzung ist, die man bisher gehört hat. Helmut Kraus war irgendwie zu monoton und Joachim Kerzel hatte kein so breites Spektrum an verschieden klingenden Stimmen, wie Riedel es hier präsentiert. So macht ein Hörbuch wirklich Spaß und wirkt nicht dröge oder einschläfernd, was beim vorliegenden Inhalt aber sowieso eher unwahrscheinlich ist. Fehlerhafte Aussprachen sind mir keine aufgefallen und auch die Betonungen Riedels waren stets passend, so dass ich „Jan Tenner“ abermals eine sehr gute Leistung attestieren kann. Gut gemacht!

Musik und Effekte:
Es ist immer wieder schön, wenn lange Lesungen durch Zwischenmusiken aufgelockert werden. Denn, seinen wir doch mal ganz ehrlich, eine Lesung kann vom Inhaltlichen noch so interessant sein, aber wenn man 80 Minuten lang nur gesprochenes Wort hat, so wirkt dies schnell ermüdend. Um diesen Umstand wusste man im Hause LPL-Records schon immer und so ist auch wenig verwunderlich, dass auch „Totenwache“ mit vielen kurzen aber dennoch sehr atmosphärischen Zwischenmusiken aufgelockert wird. Die Stücke von Haus- und Hofkomponist Andy Matern passen ganz hervorragend zu Brian Lumleys düsteren Bildern und verstärken die dunkele Atmosphäre dementsprechend. Und abermals möchte ich anmerken, dass man ruhig auch Musik im Hintergrund einsetzen könnte, um an einige Stellen noch zusätzliche Dramatik zu erzeugen. Ansonsten kann ich nur sagen: Sehr gelungene Arbeit!

Fazit:
Ich kann mich eigentlich nicht erinnern aus dem Hause LPL-Records jemals eine durchschnittliche oder gar schlechte Produktion im Bereich Horror-Hörbuch gehört zu haben. Verlagsleiter Lars Peter Lueg weiß ganz genau, wie man Horror adäquat umsetzen muss und „Totenwache“ stellt einen weiteren Beweis hierfür dar. Brian Lumley läuft inhaltlich fast zur Höchstform auf. Lediglich das Ende des großen Gegners kam mir ein wenig zu bekannt aus dem ersten Roman vor, aber ansonsten ist Lumleys kreative Energie erstaunlich. Hier werden jedenfalls die Weichen für die weiteren Geschichten rund um den Necroscopen gestellt (und davon gibt es nicht wenige). Lutz Riedels Leistungen als Sprecher sind absolut souverän und überzeugend und im Punkt Musik macht Andy Matern so schnell keiner was vor. Absolut unumgänglich für alle Freunde der Reihe und die Leute, die Teil 3 und 4 bereits gehört haben. Als Einstieg allerdings völlig ungeeignet, aber das ändert natürlich nichts am Fazit: TOP! Hoffentlich geht es auch bald mit „Das Dämonentor“ weiter, denn dort wird die Herkunft der Wamphyri geklärt …



lord gösel