Necroscope (3)
Kreaturen der Nacht




Inhalt:
Die Russen beseitigen noch die Schäden, die Harry Keogh in seiner Endschlacht verursacht hat. Harry erscheint währenddessen in der britischen Zentrale des geheimsten aller Geheimdienste. Er erzählt dort die Geschichte des vernichteten Vampirs Thibor Ferenczy. Doch in England selbst lebt der neue König der Vampire und schmiedet finstere Pläne. Zu glauben, der Kampf gegen die Untoten sei entschieden, ist ein tragischer Irrtum!

Story:
Lange hat man sich Zeit gelassen mit der Fortsetzung der „ultimativen Vampirsaga“ in Hörbuch-Form. Doch dafür hat sich das Warten eindeutig gelohnt, denn mit „Kreaturen der Nacht“ schiebt man einen wahren Knaller nach. In diesem dritten Band gibt es im Wesentlichen zwei Handlungsstränge: Der eine dreht sich um Thibor Ferenczy und im Detail darum, wie er zu einem der Wamphyri wurde, während der andere uns den neuen Gegner vorstellt: Yulian Bodescus. Spannend, atmosphärisch und unheimlich geht es zu und man kann sich als Hörer nur sehr schwer von der Geschichte losreißen und möchte einfach wissen, wie es weiter und in letzter Instanz auch aus geht. Bis man weiß, wie es ausgeht ist es aber noch ein langer Weg, denn „Kreaturen der Nacht“ ist nur der erste Teil einer drei Bände umfassenden Geschichte, die mit „Untot“ und „Totenwache“ im Herbst 06 ihre Fortsetzungen finden soll. Nach dem Genuss dieser Geschichte kann man diesen Termin kaum erwarten, denn hier wird man von vorne bis hinten einfach sehr gut unterhalten. In meinen Augen liegt hier auch wieder eine inhaltliche Steigerung vor. Wer an den ersten beiden Bänden schon seinen Spaß hatte, dessen Geschmack dürfte auch hier genau getroffen werden.

Sprecher:
Die dritte Produktion dieser Serie bringt auch den dritten Sprecher mit sich. Allerdings muss man sagen, dass man sich diesmal deutlich zum Besseren hin entwickelt hat. Helmut Krauss, der den zweiten Band sprach, nahm an einigen Stellen doch ziemlich die Geschwindigkeit aus Lumleys Geschichte. Davon kann beim neuen Sprecher zum Glück keine Rede sein, im Gegenteil: Lutz Riedel hat schon bei mehreren Hörbüchern von LPL-Records mitgewirkt und dort immer wieder gezeigt wie sehr er die vorzutragende Geschichte lebt und auch hier überzeugt er nahezu auf der ganzen Linie. Es macht einfach Spaß ihm zuzuhören und das ist verdammt wichtig, wenn man seine Stimme insgesamt mehr als 5 Stunden hört. Grade die Szenen im Kerker von Faethor Ferenczy spielt er wesentlich mehr, als dass er sie einfach nur spricht. Dennoch überzeugt er eben nur nahezu völlig, denn er gönnt sich einen kleinen, aber sehr amüsanten Versprecher. Auch CD 3 macht er aus einem „exklusiven Sanatorium“ ein „explosives“, ein klarer Regiefehler, der aber kaum ins Gewicht fällt, so dass ich Riedel insgesamt eine wirklich sehr gute Leistung attestieren kann.

Musik und Effekte:
Musikalisch bietet diese Produktion wieder etwas mehr als der zweite Band. So gibt es immer Musik zwischen den verschiedenen Sinnabschnitten der Geschichte und natürlich auch zwischen den einzelnen Kapiteln. Hierbei kommen auch verschiedene Stücke zu Einsatz, die insgesamt sehr gut zu der Horror-Thematik passen und das Titelstück dieser Serie ist sowieso ein waschechter Ohrwurm und bleibt sofort im Ohr. Leider wird die Musik nicht im Background eingesetzt, wodurch man in einigen Szenen noch zusätzliche Dramatik hätte erzeugen können. Effekte gibt es hingegen keine, was bei einer Lesung ja aber auch nicht unbedingt erwartet wird und die Musik alleine ist schon mehr als erfreulich.

Fazit:
Mit „Kreaturen der Nacht“ legt man für meinen Geschmack die bisher beste Produktion der Necroscope-Hörbuch-Reihe vor. Die Geschichte geht in ordentlichem Tempo voran und man hat nicht dieses leichte Gefühl, dass sich die Handlung zieht, wie es manchmal beim ersten Band der Fall war. Auch sprechertechnisch kann Lutz Riedel Helmut Kraus (Band 2) problemlos übertrumpfen und steht mit Joachim Kerzel (Band 1) nahezu auf einer Stufe. Hinzu kommen noch die sehr gelungenen Musikeinlagen und fertig ist eine Produktion von der man als Horror-Fan nur sehr schwer seine Finger lassen kann. Man darf hoffen, dass es im Herbst ähnlich stark weiter geht, denn dann erwarten einen zwei klare Knaller. „Kreaturen der Nacht“ hat mich von vorne bis hinten überzeugt und sich somit als erste Produktion der „Necrscope“-Reihe das Prädikat TOP verdient. Wer die ersten beiden Teile mochte, der wird diesen Teil lieben!



lord gösel
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