Das dunkle Meer der Sterne (1)
Ad Astra




Inhalt:
Es ist das Jahr 4038 nach dem Alten Kalender - beinahe tausend Jahre nach dem Großen Zerfall, als die Alexandria-Welle die Welten der Galaxis voneinander isolierte. Aber dann werden neue Überlichtschiffe gebaut, und die Menschen beginnen ein weiteres Mal, den Weltraum zu erforschen. Die legendären Sternstraßen werden reaktiviert - und eröffnen neue Welten im dunklen Meer der Sterne.

Kim Hunters Großvater Rufus durchquert als einer der ersten nach fast einem Jahrtausend die Sternstraße, welche in die sagenumwobenen Vergessenen Sektoren führt. Aber dann wird das Forschungsschiff angegriffen - die Regierung fürchtet eine Invasion, und befiehlt, die Sternstraße zu schließen. Jeder hält die Expedition für vernichtet - nur Kim ist fest entschlossen, aufzubrechen und Rufus zurückzuholen.
Auf dem Planeten Celestine sucht sie Hilfe: Käpt´n Joshua Moon, einen alten Freund ihres Großvaters und Kommandant des Sternenschiffs Vimana. Ob er Kim allerdings helfen wird, ist ungewiss - und die Zeit läuft ihr davon...

Story:
In der ersten Folge der neuen Serie aus dem Hause Pandoras Play geht es zu den Sternen (Ad Astra). Science-Fiction fristet im Hörspielbereich immer noch ein relatives Schattendasein, wenn man dieses Genre mal mit dem nach wie vor boomenden Horror-Sektor vergleicht. Nach dem Hören dieser Folge ist dieser Zustand relativ unverständlich, denn hier haben wir den Beweis, dass es im Hörspielbereich nun endlich eine weitere Serie gibt, die vielversprechende Sci-Fi-Unterhaltung bietet. "Das dunkle Meer der Sterne" soll eine klassische Space-Opera werden und in insgesamt 8 Folgen unterteilt erscheinen. Dementsprechend präsentiert sich dem Hörer "Ad Astra" als klassische Pilotfolge. Es gilt die Schauplätze und die Hauptcharaktere vorzustellen. Trotz dieses Umstandes erweist sich die Folge aber dennoch zu keiner Sekunde als langweilig, da der Ablauf der Geschehnisse spannend passiert und die Charaktere und ihre Probleme und Schwächen dem Hörer nicht in Form von langen Erzählerpassagen vorgebetet werden, sondern sich aus bestimmten Situationen ergeben. Am Ende der Geschichte gibt es einen Cliffhanger, der deutlich macht, dass das "dunkle Meer der Sterne" eben ein ganzer Zyklus werden soll. Die Geschichte ist spannend und interessant erzählt.

Sprecher:
Die zweite Serie, die aus der Feder von Dane Rahlmeyer stammt, kommt auch wieder nicht mit bekannten Stimmen aus dem Hause Pandoras Play daher. Dennoch sind die vorkommenden Stimmen keine Unbekannten, sondern unter anderem aus "Grüsse aus Gehenna" bekannt. Bester Sprecher an Bord ist für meinen Geschmack Andreas Bötel als Erzähler (bei Gehenna als Nikodemus). Ansonsten bewegen sich alle "übrigen" Sprecher auf einem recht konstantem und gleichem Niveau. Hier ist niemand wirklich schwach oder gar ein Totalausfall, aber ebenso wenig tut sich jemand durch besonders herausragende Leistungen hervor. Das sollte man allerdings auch nicht negativ verstehen, denn somit ergibt sich insgesamt ein homogenes Bild bei den Sprechern. Die Leistungen gehen in Ordnung, aber hier kann man für zukünftige Folgen sicherlich noch einge Steigerungen bringen.

Musik und Effekte:
Für passende Musikuntermalung wird gesorgt. Die Melodien aus der Feder von Marcel Schweder sind genau die Art, die man für Sciencr-Fiction erwartet, also recht spacige Synthy-Sounds. Die Effekte sind bei dieser Folge noch in relativ "normalen" Bahnen gehalten. Der Grossteil der Folge spielt auf verschiedenen Planeten und dort in recht gewöhnlichen Schauplätzen, wie Schulen, Häusern oder Kneipen. Alles ist recht ordentlich in Szene gesetzt. Bei den zukünftigen Folgen muss sich zeigen, ob man auch ein richtiges "Space-Feeling" erschaffen kann. Insgesamt ist diese Produktion von der handwerklichen Seite absolut solide.

Fazit:
Neue Hoffnung für alle Fans der Science-Fiction im Hörspiel-Bereich. Mit "Ad Astra" legt man eine Pilotfolge vor die Lust auf mehr macht. Die Geschichte ist spannend und verspricht für die Zukunft noch einiges an Abenteuern. Die Sprecher sind für eine Amateur-Produktion auf einem guten Niveau und Musik und Effekte können bei dieser Folgen ebenfalls überzeugen. Wer Gefallen an Space Operas hat, der sollte mal ein Ohr riskieren und wird von der Folge (und hoffentlich auch von der Serie) nicht enttäuscht werden. Alles in allem betrachte ich "Ad Astra" als wirklich GUTE Produktion, die mir sogar besser gefällt, als "Grüsse aus Gehenna" und das, obwohl ich eigentlich Horror-Fan und absoluter Sci-Fi-Newbie bin.



lord gösel