Peter Lundt (6)
und das Schweigen der Bienen

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Inhalt: Peter Lundt muss nach Sylt reisen, um den Nachlass seines Onkels Hieronymus aufzulösen. Der alte Sonderling war Dorfpfarrer, die Kirche will einen neuen Pastor schicken, das Pastorat muss ausgeräumt werden. Aber der alte Landarzt Ypsilon, Freund des Verstorbenen, glaubt nicht, dass der plötzliche Tod bei Nacht im Bienenstock ein Unfall war. Peter Lundt - geplagt von Stechmücken und ganz und gar nicht begeistert von der Ruhe auf der idyllischen Insel - öffnet den Blick auf die Abgründe hinter der heilen Welt des Dorfes. Mit Hilfe seiner Assistentin Anna Schmidt setzt der blinde Detektiv schließlich die Puzzle-Teile zusammen und löst das Rätsel, bis er endlich die Insel verlassen und zurück in seine geliebte Großstadt Hamburg fahren kann. Story: Schon wieder ein Abenteuer des blinden Detektivs, das nicht in seiner Heimat Hamburg spielt. Diesmal ist er also auch Sylt und in der Geschichte kommt ganz ohne Frage eine gewisse „Ferien-am-Meer-Stimmung“ auf. Leider reicht dies aber nicht aus, um mich zu überzeugen. Die Geschichte hat durchaus einen interessanten Ansatz, aber leider wirkt einiges viel zu sehr in die Länge gezogen. Schon die erste Szene nach der Titelmusik wartet mit mehr als acht Minuten Spielzeit auf, in denen eigentlich herzlich wenig geschieht. Ebenso geht es dann auch weiter: Nur betont langsam kommt alles in die Gänge und wenn es dann endlich spannend wird, ist die ganze Angelegenheit auch schon wieder vorbei. Wirklich schade, denn eigentlich konnten mich die Geschichten um den blinden Ermittler bisher stets begeistern. Was mich persönlich auch sehr verwundert hat sind die eigenartigen Namen, die hier zum Einsatz kommen: Dr. Ypsilon, Frau Pupke, Rosa Beth, Boy Boisen. Das erinnert irgendwie eher an Comedy und spielt sicherlich auch mit hinein, dass die sechste Episode die erste ist, der ich rein von der Handlung nur durchschnittlichen Unterhaltungswert attestieren kann. Sprecher: Wie mittlerweile üblich, trumpft man auch hier wieder mit einigen bekannten Sprechern in den Nebenrollen auf. Diesmal sind dies unter anderem Edgar Bessen und Carin Abicht. Vor allem Bessen hat mir hier sehr gut gefallen. Seine Interpretation des Zacharias Ypsilon wirkt überaus sympathisch und der Rolle absolut angemessen. Von den Hauptcharakteren ist diesmal nur das Duo Mark Bremer (Peter Lundt) und Elena Wilms (Anna Schmidt) zu hören. Die beiden agieren einfach toll zusammen und es macht Spaß den Dialogen zwischen dem verbitterten Detektiv und seiner Assistentin zu lauschen. Wenig Grund zur Klage, sondern eher zum Gegenteil. Saubere Arbeit von allen Beteiligten und eine gelungene Regie von Klaus Lauer-Wilms erwarten den Hörer. Musik und Effekte: Musikalisch wandelt man wieder auf richtigen Pfaden und blendet als Szenenübergänge verschiedene Melodien ein, die gut zu dem „Detektivflair“ und auch zur Stimmung „Ferien am Meer“ passen. Die oft holprig wirkenden Szenenübergänge der letzten Folge hat man wieder ad acta gelegt. Was mich diesmal nicht so ganz überzeugt hat, ist die Untermalung mit Effekten. Über weite Strecken geht diese zwar als wirklich gut durch, doch dann ist da ein Effekt der für mich völlig deplaziert ist. Das ist dieses überlaute und penetrante Geräusch, das eine Mücke darstellen soll. Es klingt allerdings eher so als würde eine gewisse Frau Pupke ihrem Namen hier alle Ehre machen. Leider „erfreut“ dieser Sound gleich mehrfach die Ohren des Hörers. Im Großen und Ganzen geht die Technik eigentlich als wirklich gut durch, wäre da nicht diese eigenartige Monster-Mücke am Werk. Cover und Layout: Die dünnen Papphüllen gehören der Vergangenheit an, denn mit dieser Folge präsentiert man uns den blinden Detektiv erstmalig im „echten“ Digipak. Sehr lobenswert, denn so findet man die Folgen im Regal wesentlich leichter wieder. Als Referenz auf den Inhalt, sind die Rückseite und der gesamte Innenteil des Digipaks mit einem Wabenmuster bedruckt, was eine nette Idee ist. Fazit: Ich mag die Serie eigentlich sehr gerne, doch „Peter Lundt und das Schweigen der Bienen“ war die erste Folge, die mich nicht wirklich überzeugen konnte. Der Hauptgrund hierfür ist die Geschichte. Die Grundidee ist gar nicht übel, doch leider geht der Geschichte über die Spielzeit von 63 Minuten die Puste aus und schon direkt zu Beginn schleichen sich Längen ein. Der Einsatz von Kommissar Zufall hat mir auch nicht wirklich gefallen, da hätte man sicherlich eine elegantere Lösung finden können. Zu diesem Kritikpunkt gesellen sich noch die stellenweise comedyartigen Namen und ein sehr nervender Effekte, der eine Mücke darstellen soll. Schade, denn dem gegenüber stehen mal wieder wirklich gelungene und überzeugende Sprecherleistungen. Grade Edgar Bessen kann überzeugen. Trotz dieses positiven Aspekts halte ich die sechste Folge insgesamt betrachtet für die bis dato schwächste Episode rund um den blinden Detektiv und vergebe insgesamt nur drei Sterne und die Wertung „durchschnittlich“. Für Fans der Serie sicherlich interessant, aber unbedingt kennen muss man dieses Hörspiel nicht. ![]() ![]()
lord gösel |