Geisterjäger Jac Longdong (9)
Das Böse kehrt wieder

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Inhalt: Jac Longdong und Richard Hamill verschlug es die Sprache. Sie kannten die Herren am anderen Ende des Telefons. Und was sie zu erzählen hatten klang haarsträubend und skurill. Andersartig und unglaubwürdig. Kommissar Frost zögerte nicht lange und schickte seine beiden Männer direkt wieder zurück in die Hölle des Löwen – nach Schottland. Dreadful Castle. Ein allein gelassenes Schloss. Wer oder was treibt hier sein Unwesen? Was verbirgt sich hinter den Mauern des Schloss? Eine neue Herausforderung für Geisterjäger Jac Longdong. Story: Mit „Das Böse kehrt wieder“ finden die Abenteuer von „Jac Longdong“ nun ein vorzeitiges Ende und nach dem Genus eben dieser Folge könnte ein böswilliger Menschen denken: „Das ist vielleicht auch besser so.“ Wieso? Nun, rein inhaltlich wird hier nahezu gar nicht geboten und man fühlt sich wieder an die Frühzeit der Serie erinnert, wo man einfach ein plumpen Witz an den nächsten reihte und dabei stellenweise doch glatt vergas eine wirkliche Handlung zu erzählen. Auch diesmal ist der Aufhänger sehr dürftig und das Geschehen wird nicht einmal sinnvoll zu Ende geführt, sondern alles dient nur als Grundlage um Fäkalsprache und extrem flache Witze auf die Hörerschaft loszulassen. Vom Prinzip wäre das ja auch gar nicht so schlimm, denn die Fans der Serie erwarten wohl genau dies. Aber selbst die Witze wollen diesmal einfach nicht zünden und locken dem Hörer nicht mal ein müdes Lächeln aufs Gesicht. Man kann eben nicht endlos irgendwelche Namen aufs Korn nehmen oder sich darüber kaputt lachen, wenn Longdong wieder einen fahren lässt. Mit den recht hörbaren Episoden 4,5 und 7 kann die 9. Folge jedenfalls zu keiner Zeit mithalten und somit macht sich eher Langeweile breit, und der eine oder andere dürfte vermutlich nicht einmal das Ende des Hörspiels erreichen, weil er vorher zur STOP-Taste greift. Auch der selbst zugesprochene Kultstatus nützt in diesem Zusammenhang nichts. Sprecher: Im Vergleich zu den anderen Serien aus dem Hause R&B-Company erweist sich diese Folge als kleines Trauerspiel. Von den vielen namhaften Profis ist hier jedenfalls keine Spur, stattdessen springen die beiden Köpfe der Company direkt mehrfach in die Bresche um den Figuren Leben einzuhauchen. Es ist auch wieder einmal der Punkt erreicht an dem sich fragt, ob die Leistungen nun wirklich SO schlecht klingen sollten, oder ob da einfach nicht mehr machbar war. Gerade Simeon Hrissomallis strapaziert als Frank Sexton sehr die Nerven, denn seine Interpratation eines Halbstarken misslingt auf der ganzen Linie. Da kann man nur tiefsten Respekt vor den paar bekannten Sprechern haben, die sich in diesem Klamauk die Ehre geben, denn Helmut Krauss und Christian Rode sind die einzigen, denen man wirklich ordentliche Leistungen attestieren kann. Einen kleinen weiteren Pluspunkt kann man für den Einsatz von Jörg Stuttmann sammeln, aber ansonsten muss man schon eine starke Affinität für überdrehte Darbietungen haben um das Hörspiel hören zu können. Musik und Effekte: Hier haben wir ohne Frage den Punkt erreicht, in dem dieses Hörspiel jeder anderen R&B-Produktion das Wasser reichen kann. Man knallt dem Hörer eine laute und sehr ausgetüftelte Soundkulisse um die Ohren, die beim Hören richtig Spaß macht. Auch auf der Seite der Musik lässt man es so richtig krachen und präsentiert einen wuchtigen und prinzipiell auch sehr stimmigen Soundtrack. Soundtüftler Wolfgang Strauss scheint hier jedenfalls wieder einmal sein äußerstes gegeben zu haben und hat wieder das obligatorische „Kino für die Ohren“ auf die Beine gestellt. Fazit: Mit „Das Böse kehrt wieder“ findet die Serie „Jac Longdong“ einen sehr schwachen Abschluss. Im inhaltlichen Bereich fühlt man sich stark an die Anfangstage der Serie erinnert und somit darf man nicht auf eine nachvollziehbare und ordentlich erzählte Handlung hoffen. Leider erweisen sich auch die Gags diesmal nicht als Volltreffer, sondern über weite Strecken eher als Rohrkrepierer. Der bereits negative Eindruck setzt sich bei den Sprechern fort, denn dort treibt man es mit den Übertreibungen mal wieder auf die Spitze, so dass viele Leistungen hart an der Grenze des Erträglichen liegen. Auch der engagierte Einsatz von Helmut Krauss, Christian Rode und Jörg Stuttmann rettet nicht mehr viel, da das Bild der Sprecher ansonsten sehr fragwürdig erscheint. Lediglich die musikalische und effekttechnische Seite erweist sich als Volltreffer, doch dies ist man von Produktion aus der Schmiede R&B gewohnt und das alleine reicht nicht. Mit einigen Folgen der Serie konnte ich durchaus etwas anfangen, da hier der Versuch unternommen wurde gezielt bestimmte Filme oder Folgen von Serien zu parodieren. Doch eine vertonte Aneinanderreihung schlechter Witze und Fäkalsprache lädt nicht zum regelmäßigen Konsum ein und somit kann sich die letzte Folge der Serie nur das Prädikat SCHWACH erarbeiten. ![]()
lord gösel |