Geisterjäger Jac Longdong (6)
Okulares Infernum




Inhalt:
El ojo de la muerte - das Auge des Todes. Dieses mächtige Gestein sollte nicht länger in den Händen der Akaten, Gegenspieler der Hölle, bleiben. Auf die Erde stürzt ein neues Armageddon hinein. Große Feuer brennen, der Himmel wurde finster und wieder war es Jac Longdong, der die Welt retten sollte. Er hatte ja nicht die geringste Ahnung, mit welchen Mächten er sich dieses Mal einlassen musste. Satan bot ihm eine hinterlistige Überraschung.

Story:
Der hilfloseste und unfähigste Geisterjäger der Welt schlägt wieder zu, doch leider will mir das sechste Abenteuer nicht so recht gefallen und das obwohl ich durch die beiden vorangegangenen Folgen mit der Serie warm geworden war. Folge 4 erwies sich als fast schon ernster Horror mit vielen klamaukigen Einschüben und in „Akte: Bloody Mary“ nahm man gekonnt diverse Horror-Filme auf die Schippe. Im sechsten Abenteuer hat man zwar wesentlich mehr durchdachte Handlung zu bieten, als in den Folgen 1 und 3, aber dennoch fand ich die Geschichte insgesamt wenig ansprechend. Der Grund hierfür liegt darin, dass man es diesmal mit dem Fäkalhumor und den sexuellen Witzen auf die Spitze treibt und stellenweise (zumindest in meinen Ohren) doch gewaltig übers Ziel hinaus schießt. Vielleicht werde ich aber auch einfach zu alt, um über jeden Witz zu lachen, der in irgendeinem anstößigen Zusammenhang zum bösen „F***“-Wort steht. Wem genau dieser Humor gefällt, der dürfte in dieser Episode mehr denn je auf seine Kosten kommen. Sollte es euch aber schon in den bisherigen Folgen zu niveaulos gewesen sein, so werdet ihr bei dem was hier geboten wird wohl nur noch mit dem Kopf schütteln können.

Sprecher:
In Folge 4 konnte man den Hörer noch mit leichten Abstichen eine „Starbesetzung“ bieten und nach einem ersten Blick auf die Sprecherliste könnte man glauben, dass es auch hier der Fall ist. Namen wie Santiago Ziesmer, Barbara Ratthey, Charles Rettinghaus, Ingo Albrecht und Sven Hasper stehen eigentlich für Qualität der ersten Güteklasse. Auch hier geben sich die Sprecher Mühe, allerdings sind die Rollen auch alle relativ klein. Eine Ausnahme stellt Sven Hasper dar und in meinen Augen ist es bewundernswert, dass er diesen Klamauk wirklich gesprochen hat. Wer ihn schon immer mal „Ich bin die Wixe!“ sagen hören wollte, liegt hier jedenfalls goldrichtig. Ansonsten gibt es die übliche Stimmenverstellerei, die manchmal witzig sein kann (wie etwa bei Longdong himself) aber auch gewaltig an den Nerven zerren kann (wie bei David Santiago als Nille).

Musik und Effekte:
Was soll man noch groß zu diesem Punkt sagen? Es ist eindeutig die Königsdisziplin der R&B-Company, denn hier macht dem Team so schnell keiner was vor. Die von Wolfgang Strauss geschaffenen Soundkulissen sind beeindruckend und stellenweise wirklich atemberaubend. Was man hier vor die Ohren bekommt, gelingt auch bei Serie wie „John Sinclair“ oder „Gabriel Burns“ nicht besser. Kurz und knapp: Technisch nahezu einwandfrei.

Fazit:
Die Serie bleibt weiterhin Geschmackssache und mit „Okulares Infernum“ hat man zumindest meinen Geschmack nicht wirklich getroffen. Die Entwicklung der letzten beiden Folgen hatte mir gefallen, doch in seinem sechsten Abenteuer kehrt Jac Longdong zurück zu seinen Wurzeln: Man bekommt also die volle Breitseite an Fäkalhumor und sexuellen Witzen. In meinen Ohren eindeutig zu viel. Leider kann man auch auf der Seite der Sprecher nicht das Niveau halten, das man mit der vierten Folge vorgelegt hat. Lediglich die technische Umsetzung zeigt sich von der allerbesten Seite und kann das Hörspiel somit noch mal vor dem Fall auf eine ähnliche Kategorie wie Folge 3 (schwach) bewahren. Dennoch reicht es nicht für mehr als ein durchschnittlich. Fans der Serie können sicherlich ein Ohr riskieren und wer Fäkalhumor mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.



lord gösel