Geisterjäger Jac Longdong (5)
Akte: Bloody Mary

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Inhalt: Die dichten Wälder North Down’s wurden schon lange gemieden. Nach Erzählungen einheimischer Bürger, frisst der Wald Menschen. Was wirklich geschah, war jedoch schlimmer als gefrorene Gemüseburger aus der Tiefkühltruhe. Bloody Mary – das Gasthaus, welches mitten in den genannten Wäldern stand, produzierte Burger. Gemüse war hier ein Tabu. Fleisch stand auf der Speisekarte. Frisches Menschenfleisch! Story: Der trotteligste Geisterjäger aller Zeiten stolpert nach einen Jahr Pause durch sein 5. Hörspielabenteuer und indirekt sogar durch 2 Fälle. Der erste Fall spielt in der Gegenwart und Longdong begibt sich in die Psychiatrie um dort mit dem Bösewicht aus Folge 3 zu reden, da nur dieser ihm helfen kann. Doch dieser verlangt von Longdong, dass er ihm erzählt wovor er sich ängstig bevor er ihm hilft. Also erzählt Longdong von dem in der Inhaltsangabe beschriebenen Fall, der Akte Bloody Mary. Auffällig ist, dass die Geschichte der Serie sich immer mehr von der völligen Sinnfreiheit der ersten beiden Abenteuer weg entwickeln. In der vorliegenden Folge persifliert man allerdings weniger die Welt der Hörspiele, als viel mehr die Welt der Filme. Die beiden Handlungsstränge sind eindeutige Parodien auf „Das Schweigen der Lämmer“ und „Texas Chainsaw Massacre“. Dennoch bleibt immer noch Zeit für einen kurzen Seitenhieb auf die Groschenhefte, wie zum Beispiel auf Larry Brents „Die Angst erwacht im Todesschloss“. Zwar führt man die Linie der letzten Folge nicht fort, also mehr oder wenige „ernster Horror mit parodistischen Elementen“, sondern fährt wieder eine etwas durchgeknalltere Linie. Zum Glück rutscht man aber nicht wieder auf ein derart niedriges Niveau wie bei den ersten Folgen, so dass nicht nur Fans der Serie hier eine ordentliche Portion Unterhaltung bekommen. Das vorliegende Produkt könnte auch gut als „Scary Movie“-Hörspiel durchgehen. Zwar gefiel mir Folge 4 etwas besser, aber dennoch habe ich mich hier gut unterhalten gefühlt. Sprecher: Bei den Sprechern leistet man sich leider einen kleinen Rückschritt, denn an einigen Stellen verfällt man wieder in diese Stimmenverstellerei, bei denen man als Hörer sich nie wirklich sicher ist, ob es nun gewollt so „doof“ klingen sollte oder nicht. Allerdings trifft dies nur auf maximal 4 Sprecher dieser Produktion zu und diese Leute haben dann eigentlich auch keine großen Rollen. Mit Helmut Krauss, Randolf Kronberg (deutsche Synchronstimme von Eddie Murphy) und Peter Groeger (scheint bei der R&B-Company der Standard-Bösewicht-Sprecher zu sein ;)) hat man einige bekannte Stimmen im Studio gehabt, die Fehltritte einiger anderer Sprecher schnell vergessen machen. Unter Berücksichtigung des Comedy-Aspektes gehen die Sprecherleistungen für meine Begriffe insgesamt als gut durch. Musik und Effekte: Oh yeah! Hier ist die R&B-Company ganz ohne Frage in ihrem Element und Wolfgang Strauss, der sich sowohl für das Komponieren der Musik als auch für die Erstellung der Effekte verantwortlich zeigt beweist, dass er sehr gut weis, wie man ein Hörspiel gekonnt inszeniert. Die Effekte knallen richtig schön laut und stellenweise ordentlich übertrieben aus den Boxen und unterstreichen den witzigen Geist der Produktion. Egal ob es hier um Schüsse oder Kettensägen geht, als Hörer hat man die jeweilige Situation stets vor Augen und kann dementsprechend ganz in die Geschichte abtauchen. Hier macht der R&B-Company so schnell keiner was vor, im Gegenteil: So manches Label dürfte sich ruhig ein Beispiel an dieser Produktion nehmen, die auch musikalisch überzeugen kann und somit für die technische Seite das Prädikat „sehr gut“ einheimsen kann. Fazit: Irgendwie gefällt mir diese Serie mit jeder neuen Folge besser und der vertrottelte Geisterjäger wächst mir allmählich ans Herz. In bester „Scary Movie“-Manier nimmt man hier sowohl die Welt des Horror- und Thriller-Films als auch die des Hörspiels auf die Schippe. Das Niveau des Humors steigt auch und zeigt sich nicht mehr ganz so niveaulos wie zu Beginn der Serie und auch die Geschichten entwickeln sich. Die soliden Leistungen der Sprecher steigern den Spaß am Hören ebenso wie die sehr gute technische Seite dieser Produktion. Für Fans der Serie sicherlich ein Muss, aber auch alle anderen Hörspielfans können hier sicherlich mal reinhören, denn insgesamt betrachtet ist „Akte: Bloody Mary“ eine wirklich gute Produktion, die ich mir gerne öfter mal anhöre. So darf es mit der Serie ruhig weiter gehen. :) ![]() ![]() ![]()
lord gösel |