Hexe Lilli
und der schreckhafte Wikinger




Inhalt:
Lilli hext für ihr Leben gern, seit sie eines Tages plötzlich ein Zauberbuch neben ihrem Bett fand. Aber die Hexerei hat meist ungeahnte Folgen... Diesmal hext Lilli sich hoch in den eisigen Norden, zu den Wikingern. Hier trifft sie auf den schreckhaften Helge, der im stürmischen Eismeer seinen Vater verloren hat. Keine Frage: Lilli fackelt nicht lange und macht sich für eine große Suchexpedition bereit. Zusammen mit einer Horde wüster Wikinger und einem Drachenschiff namens "Meerwolf" lässt sie sich auf ein riskantes Seeabenteuer ein. Wird Lilli den Gefahren des eisigen Ozeans trotzen können?

Story:
Das Prinzip der Geschichte ist aus den vorangegangenen Folgen bereits bekannt. Lilli setzt den Hexensprung ein, um sich an einen anderen Ort in einer anderen Zeit zu hexen. Dennoch kommt in den Abenteuern der kleinen „Geheimhexe“ selten Langeweile auf, denn jeder Ort bietet wieder gänzlich neue Möglichkeiten für spannende und lustige Abenteuer. Wie der Titel schon verrät, verschlägt es Lilli diesmal in die Zeit der Wikinger und dort sorgt sie für allerlei Aufregungen. Gemeinsam mit einer Horde Wikinger sticht Lilli mit einem der berüchtigten Drachenboote in See, um den verschollenen Häuptling und Vater von Helge zu suchen. Da ist Spannung garantiert und bei Lilli bekommt der Hörer auch immer noch eine ordentliche Portion Humor oben drauf. Für die erwachsenen Hörer mag die Geschichte stellenweise sicherlich vorhersehbar sein, aber für die angesprochene Zielgruppe ist das Gebotene genau richtig: Nicht zu kompliziert und jeder Zeit nachvollziehbar.

Sprecher:
Bei den neueren Folgen dieser Serie wurde man relativ selten mit schwachen Sprecherleistungen konfrontiert und auch das neueste Abenteuer von Hexe Lilli stellt in diesem Punkt keine Ausnahme dar. Eher das Gegenteil ist hier der Fall, denn wen könnte man sich mehr als Wikinger vorstellen als F.J. Steffens? Der mittlerweile verstorbene Sprecher zeigt sich hier noch einmal so, wie ihn Hörspielfans seit Jahrzehnten lieben: Als raubeiniger Typ mit einem großen Herzen. Sehr schöne Vorstellung. Ebenfalls gelungen ist die Besetzung Marc Robinson als Helge der Schreckhafte. Bis in die kleinste Rolle treffen wir als Hörer hier auf bekannte Stimmen wie Andreas von der Meden, Patrick Bach oder Tobias Schmidt. Alles in allem werden hier also wieder mal durch die Bank weg gute Leistungen geboten und es ist schon stellenweise erstaunlich wie unterschiedlich die Leistungen mancher Sprecher in verschiedenen Serien sein können. Einen Teil der Sprecherriege gab es nämlich schon in den letzten beiden TKKG-Abenteuern zu hören und dort klang keiner so überzeugend wie es hier der Fall ist.

Musik und Effekte:
Um dieses Abenteuer aus der Wikinger-Zeit musikalisch lebendig zu machen, greift man tief ins Archiv von EUROPA und fördert so manches verloren geglaubte Orchester-Stück wieder zu Tage. Zu 90% werden hier Stücke eingesetzt, die man aus der alten H.G. Francis Gruselserie oder „Masters Of The Universe“ kennt. Sogar EUROPAS „He-Man-Theme“ kommt zum Einsatz. Stellenweise geht es musikalisch also schon etwas düster und unheimlich zu, aber das passt wirklich sehr gut zu der Geschichte. Die Effekte waren ja schon immer eines der Steckenpferde EUROPAS und die Umsetzung von Meer-Atmosphäre beherrscht man seit den „Fünf Freunden“ aus dem FF. So liefert man auch bei dieser Produktion gewohnt ordentliche Leistungen ab und präsentiert eine sehr gelungene technische Seite.

Fazit:
Mit „Hexe Lilli“ hat sich EUROPA die Hörspielrechte für eine sehr schöne Kinderserie gesichert. Obwohl der Ansatz für die Geschichten sehr oft derselbe ist, gestaltet sich jede Folge wieder neu und interessant. Die Wikinger-Zeit bietet genug Eigenständigkeit um den Hörer völlig in ihren Bann zu ziehen. Wenn jetzt noch sehr gute Sprecher dazu kommen und die technische Umsetzung ebenfalls stimmt, dann kann man hier ruhigen Gewissens von einer wirklich sehr guten Produktion für die etwas älteren Hörer sprechen und da beide Ansprüche erfüllt werden dürfte klar sein, wie das Fazit für diese Produktion lautet: TOP-Produktion und für mich persönlich die bis dato beste Folge der Serie.



lady gösel