Guitar-Leas Zeitreisen (4)
Lea trifft Nofretete




Inhalt:
Eben noch sehnte sich Lea nach einer Katze, da landet sie unverhofft bei der schönsten Königin des alten Ägypten - Nofretete! Zwar trennen die beiden mehr als 3.300 Jahre, doch das hält Lea nicht davon ab, mit Nofretete im Nil zu baden und sich über Mode zu streiten. Wenn da nur nicht die verzwickte Politik wäre! Lea schwirrt der Kopf vor lauter Diplomatie. Von den vielen ägyptischen Göttern ganz zu schweigen! Aber die kluge Nofretete scheint alles im Griff zu haben. Doch dann droht ein gefährlicher Staatsputsch, der Pharao entpuppt sich als totales Weichei - und plötzlich ist die schöne Nofretete in Lebensgefahr!

Story:
Im vierten Abenteuer verschlägt es die Heldin unserer Serie ins alte Ägypten, wo sie allerlei spannende Dinge lernt. Wie schon in der Folge zuvor, geht es also auch diesmal wieder betont lehrreich zu, allerdings hat mir diese Folge besser gefallen, da alles was vermittelt werden soll viel lebendiger und weniger steif wirkt, als die Erklärung des Motors. Trotz dieser geballten Dosis an Wissen, bleibt natürlich noch genug Zeit für den ganz eigenen Humor der Serie, denn wo immer Lea auch auftaucht, sorgt sie stets für Verwirrung. Außerdem hat Nofretetes Lieblingsvision auch immer einen passenden flotten Spruch auf den Lippen. Was mich persönlich etwas gestört hat ist die Tatsache, dass es hier stellenweise nicht grade zimperlich zugeht. Homosexualität, 10-jährige, die Kinder kriegen und während der Geburt sterben und das alles in einem Hörspiel mit dem Banner „Freigegeben ohne Altersbeschränkung“ … ich weiß nicht, ob das nicht doch ein wenig zu weit geht. Wie dem auch sei, im Vordergrund steht natürlich der Unterhaltungswert und der ist bei dieser Episode wieder so richtig hoch und trotz der üppigen Spielzeit von über 70 Minuten (in meinen Augen auch ein wenig zu viel für eine Kinderserie) kommt zu keiner Sekunde Langeweile auf.

Sprecher:
Als Hörer muss man hier an mehreren Stellen schon einiges ertragen … allerdings bezieht sich das nur indirekt auf die Leistungen der Sprecher an sich. Ziemlich unangenehm empfand ich die Gesangseinlagen von Guitar-Lea-Sprecherin Anna Laube. Natürlich sind die Passagen schon so angelegt, dass sie nicht wirklich gut klingen sollen, aber wenn Lea loslegt um Joe zu ärgern, dann ist das doch zuviel des „Guten“. Nun muss man sich nur noch folgendes eingestehen: Klaus Lochthove macht eigentlich als Sprecher einen guten Eindruck, aber für die Rolle des Pharao Amenophis-Echnaton klingt er viel zu jung. Schließlich wird vorher lang und breit erzählt, dass der Pharao noch ein Kind war, als er an die Macht kam und die Stimme von Klaus Lochthove klingt nun wirklich nicht als sei er zwischen 13 und 19 Jahren alt. Damit haben wir dann aber auch die einzigen wirklich diskussionswürdigen Leistungen dieser Produktion aufgedeckt, denn ansonsten gibt es hier herzlich wenig Anlass zur Kritik. Unterm Strich bleiben am Ende Leistungen, die ich mit „schwach gut“ bewerten möchte. Mehr wäre aber sicherlich drin gewesen.

Musik und Effekte:
Man hält an seinem Konzept fest, was überaus erfreulich ist: Zu Beginn und Ende der Folge ertönt der „Guitar-Lea-Song“, der sich wirklich zu einem kleinen Ohrwurm entwickeln kann. Nebenbei liefert man dabei auch den Beweis, dass Anna Laube eigentlich doch singen kann. Um die verschiedenen Szenen etwas aufzulockern, gibt es als Zwischenmusik immer wieder leichte Varianten des Titelsongs in einem musikalischen Gewand, dass der Zeit entspricht in der sich Lea in der jeweiligen Folge befindet. Dementsprechend dringen hier ägyptisch angehauchte Melodien an das Ohr des Hörers. Bei den Effekten gibt es nichts besonders spannendes zu berichten: Was man zu hören bekommt ist stets zweckdienlich und auch in einer moderaten Lautstärke ins Geschehen eingemischt worden. Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Serie eben klar auf den Dialogen und demzufolge gibt es hier kaum Szenen, die man besonders aufwendig inszenieren könnte. Wie dem auch sei, durchschnittlich oder gar schlecht ist das Gebotene auf keinen Fall, sondern überaus solide und hörenswert.

Fazit:
Mit dem vierten Abenteuer Guitar-Leas zeigt man sich mal wieder von einer wirklich guten Seite. So macht Geschichtsunterricht so richtig Spaß und ich denke, dass diese Serie nicht nur für Kinder interessant sein könnte, denn auch als Erwachsener kann man hier altes Wissen reaktivieren und stellenweise auch ausbauen. Wichtig ist bei derartigen Hörspielen immer, dass das lehrreiche Element gut in die Handlung integriert wird und nicht zu aufgesetzt wird. Dies ist bei der Geschichte dieser Folge zu keinem Zeitpunkt der Fall und somit macht das Hören so richtig Spaß. Bei der technischen Seite geht man ebenfalls mit einem geübten Händchen zu Werke und lässt eine schöne Atmosphäre für die Geschichte entstehen. Prinzipiell könnte ich also ohne Bedenken sagen, dass es sich bei „Lea trifft Nofretete“ um eine echte Top-Produktion handelt, wären da nicht einige unschöne Ausrutscher bei den Sprechern passiert. Anna Laubes Gesangseinlagen hätte man sich für meinen Geschmack sparen können und auch die Rolle des Pharao Amenophis-Echnaton hätte man mit einer jüngeren Stimme besetzen sollen. Somit reicht es am Ende dann „nur“ für das Prädikat gut, aber das hat sich diese Folge wirklich absolut verdient. In meinen Ohren die zweitbeste Folge der Serie, die nur von „Lea trifft Kolumbus“ geschlagen wird. Fans der Serie sollten zuschlagen!



lady gösel


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