Guitar-Leas Zeitreisen (3)
Lea trifft Carl Benz




Inhalt:
Mannheim, 1893. Der Ingenieur Carl Benz tüftelt am ersten Automobil der Welt. Doch seine Zeitgenossen lachen über den Pionier. Keiner glaubt an seinen Traum vom Wagen, der ganz ohne Pferde fahren kann. Da platzt Guitar-Lea, die freche Göre aus dem 21. Jahrhundert, in seine Werkstatt. Auf ihrer fantastischen Zeitreise greift sie dem Vater des Automobils mit Schwung und guter Laune unter die Arme und in die Werkzeugkiste. Keiner wird die beiden bremsen können. Ein Auto zu bauen ist schließlich das Selbstverständlichste auf der Welt - oder etwa nicht?
Wird der erste "Benz" die Feuerprobe überstehen oder wird der Traum vom Automobil zum Gespött der Bierkutscher werden? Wenn Lea doch bloß im Physikunterricht besser aufgepasst hätte…

Story:
Mehr als 1,5 Jahre sind vergangen seitdem Guitar-Lea gemeinsam mit Columbus Amerika entdecken durfte. Viel Zeit für eine neue Folge einer noch jungen Serie, aber dafür hat sich hinter den Kulissen einiges getan, denn die Folgen 3 bis 5 erscheinen nun nicht mehr unter dem Banner „Maritim“ sondern bei „Komplett-Media“. Zum Glück hat sich am Inhalt der Serie aber nichts dadurch geändert. Weiterhin wird hier Geschichtsunterricht der ganz besonderen Art geboten. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die dritte Folge der Serie für nicht ganz so gelungen halte wie die ersten beiden. Ein erstes Problem sehe ich darin, dass die kleinen Hörer hier zu Beginn doch mit ein wenig zu vielen Fakten „erschlagen“ werden. Es ist sicherlich interessant zu erfahren wie nun eigentlich ein Motor funktioniert, aber eben vielleicht auch ein bisschen viel verlangt. Des Weiteren braucht die Geschichte ein wenig um so richtig in Fahrt zu kommen. Erst nach etwa 20 Minuten wird es so spannend wie man es gewohnt ist. Das mag nun vielleicht hart klingen, aber man sollte nun auch auf keinen Fall denken, dass die gebotene Geschichte schlecht oder durchschnittlich wäre. Sie ist einfach mit ihren 73 Minuten ein wenig zu lang um eben völlig zu überzeugen, aber dennoch wird hier in jedem Fall gute Unterhaltung geboten.

Sprecher:
Der Wechsel des Verlages hatte zum Glück keinen Wechsel bei den Sprechern zu Folge und so darf man weiterhin Anna Laube in der Rolle der Guitar-Lea lauschen. An einigen Stellen merkt man ihr schon an, dass sie keine erfahrene Synchronsprecherin ist, aber dennoch geht sie mit viel Engagement zu Werke. Was nach wie vor etwas negativ auffällt ist die Besetzung von Leas Geschwistern. Wolfgang Bahro (Joe) und Anna Dramski (Carla) liefern zwar ordentliche Leistungen ab, klingen aber viel eher wie die Eltern von Lea als wie ihre Geschwister. Diese kleinen Fehltritte kann man aber gekonnt durch die übrigen Beteiligten ausgleichen, denn Frank Hildebrandt (Carl Benz), Regina Lamnitz (Berta Benz) und Thomas Käster (Kutscher) überzeugen auf der ganzen Linie, so dass man insgesamt betrachtet wirklich gute Leistungen zu hören bekommt.

Musik und Effekte:
Man bleibt der Linie der ersten beiden Folgen treu. Zu Beginn und Ende gibt es den Guitar-Lea-Song, der durchaus nett anzuhören ist und sich auch einprägt. Zwischen den verschiedenen Szenen kommen leichte Variationen der Titelmelodie zum Einsatz. Passend zur Thematik (Auto) kommen hierbei Sounds zum Einsatz, die wie aus einer Werkstatt klingen oder auch Hupen. Eine sehr passende und auch witzige Untermalung wird also geboten. Auch auf der Seite der Effekte kann sich das neue Abenteuer von Lea hören lassen. Allerdings gab es da ein Geräusch, das mich irgendwie an einen Akku-Schrauber erinnerte und somit nicht ganz in die Zeit passt. Ansonsten ist hier aber alles wirklich passend und somit geht die technische Seite dieser Produktion als gelungen durch.

Cover und Layout:
Zwar brachte der Verlags-Wechsel keine großen Veränderungen mit sich, aber eines hat sich doch verändert und das ist das Layout der Serie. Zum Glück stammen die Illustrationen aber weiterhin von Timo Wuerz, der auch die Gestaltung der ersten beiden Folgen übernahm. Das Front-Cover geht auch in Ordnung, was mir persönlich aber nicht ganz so gut gefällt, ist die Rückseite auf der auch die Inhaltsangabe zu finden ist. Die sieht nämlich ein wenig „billig“ aus und man versucht dort auch ein paar zu viele Informationen auf einmal unterzubringen. Hier hat man bei Maritim für meinen Geschmack bessere Arbeit geleistet.

Fazit:
Endlich geht eine sehr viel versprechende Serie in die nächste Runde. Die Freude darüber, dass endlich die lang angekündigte dritte Folge erschienen ist, ist groß. Leider kann „Lea trifft Carl Benz“ das Niveau der zweiten Folge nicht ganz halten und steht auch etwas hinter dem Erstling zurück. Die Handlung ist mit über 70 Minuten einfach etwas zu lang und es dauert schon ein wenig, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt. Dennoch hat die eigentlich Idee der Serie nichts von ihrem Charme eingebüsst und es macht Spaß den Erlebnissen von Lea zu lauschen. Auf Seiten der Sprecher gibt es zwar einige kleine Schwachstellen, aber im Großen und Ganzen überwiegen hier die positiven Aspekte. Die Technik kann sich ebenfalls hören lassen und somit geht die dritte Folge dieser jungen Serie als wirklich GUTE Produktion durch. Wer die ersten beiden Folgen mochte, der dürfte auch an dieser Episode seinen Gefallen finden und auch Fans von Kinderhörspielen kann ich diese Folge und die Serie im Allgemeinen ans Herz legen.



lady gösel


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