Kurzarbeit III
Vampire

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Inhalt: CD 1: Der Kuss: "Du willst also wirklich wissen, wer ich bin?" Was ist es, dass Sie an seinen Lippen hängen lässt, ohne ein Wort zu sagen? Was macht er, dass Sie sich seinem Verlangen ungezwungen hin gibt, ohne einen Anflug von Furcht, oder gar Skrupel zu spüren? Ist es Hypnose? Oder entpuppt sich alles nur als... ein aufregender Traum? Durst: Er hat Durst. Alles in ihm schreit nach Blut. Er macht sich auf die Jagd und hetzt durch die Nacht. Wahnsinnig vor Durst sucht er ein neues Opfer. CD 2: Der Tanz mit dem Tod: Das Stardust ist die neueste, modernste und angesagteste Disco in der Stadt. Tolle Musik, eine gelungene Location und wirklich hübsche Frauen. Frank Reicholdt erliegt dem Stardust nach anfänglicher Skepsis vollkommen, besonders seiner hübschen Besitzerin. Doch es ist alles nicht was es zu sein scheint und plötzlich erlebt er die schlimmsten Stunden seines Lebens… Die Therapie: "Ich möchte lernen, wie andere ihre Sucht bekämpfen!" Der Neue in der Selbshilfegruppe gibt Angela einige Rätsel auf. Und vielleicht ist es gerade das, was ihn so interessant macht... Story: Die Kurzarbeit der Hörfabrik geht in die dritte Runde und diesmal begnügt man sich weder mit 3 Geschichten, noch mit einer CD. Über 2 CDs verteilt bekommt der Hörer 4 Geschichten bei einer Spielzeit von insgesamt 110 Minuten. Die Längen der Geschichten variieren dabei ebenso, wie die Grundideen dahinter. „Der Kuss“ bringt es auf über 50 Minuten Spielzeit und hat mich irgendwie an „Interview mit einem Vampir“ erinnert. Hier werden Episoden aus einem sehr bewegten Leben erzählt und man spart dabei auch nicht mit der Erotik. Prinzipiell gefiel mir die Geschichte, aber es dauerte mir etwas zu lange, bis alles auf den Punkt kommt. Davon kann bei „Durst“ zu keiner Sekunde die Rede sein, denn diese Geschichte bringt es grade mal auf 7 Minuten Spielzeit und überrascht mit einer sehr ungewöhnlichen Erzählweise. Man hört hier quasi die Gedanken eines Vampirs auf der Jagd. Das wird sicherlich nicht jedermann gefallen, aber ich finde die Idee und auch die Umsetzung wirklich gelungen. „Der Tanz mit dem Tod“ ist mit über 30 Minuten auch alles andere als kurz, aber hier ist die Handlungsdichte wesentlich höher, als bei der ersten Geschichte. Unheimlich geht es hier zu und auch eine leichte Dosis Splatter fehlt nicht. Bei dieser Geschichte habe ich mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt. Selbiges kann ich auch von „Die Therapie“ sagen, die für mich das Highlight der Doppel-CD darstellt. Die Geschichte kommt mit einer guten Portion Sarkasmus daher und grade das Ende fand ich überaus gelungen. Insgesamt betrachtet hat mir die zweite CD eine ganze Ecke besser gefallen, da mich beide Geschichten wirklich sehr gut unterhalten haben. Beide CDs zusammen ergeben einen guten Unterhaltungswert, wobei ich die Reihenfolge der Geschichten etwas unglücklich finde, da die schwächste Geschichte als Opener gewählt wurde. Sprecher: Von den 5 agierenden Sprechern ist keiner auch nur ansatzweise schlecht, soviel kann ich schon verraten. Jeder liefert eine Leistung, die der Atmosphäre der jeweiligen Geschichte angemessen ist. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle zwei Sprecher: Der eine ist Oliver Theile. Zwar hat er nur 7 Minuten für seine Geschichte („Durst“) Zeit, aber diese Minuten reichen völlig aus, um einen bleibenden Eindruck beim Hörer zu hinterlassen. Oliver Theile beweist hier mal wieder, dass er sehr wandlungsfähig ist und präsentiert hier seine verrückte und durchgeknallte Seite. Der zweite Sprecher, der sich meinen Respekt mit seiner Leistung verdient ist Erik Albrodt. Als „Frank Parker“ aus „Generation 6“ konnte er bereits überzeugen und hier trägt er die Geschichte („Die Therapie“) mit einem Augenzwinkern vor, dass absolut zu der Geschichte passt. Doch auch die Leistungen von Horst Kurth („Der Kuss“) und Ron Salert („Der Tanz mit dem Tod“) sind alles andere als schlecht, können für meine Begriffe aber nicht an die anderen beiden Leistungen anschließen. Annika Weitershagen ist hier an der Seite von Horst Kurth zu hören. Ihre Auftritte sind allerdings derart kurz, dass man diese Leistungen nicht wirklich bewerten kann. Alles in allem erledigen alle Sprecher ihren Job wirklich gut und man merkt nahezu gar nicht, dass man es hier „nur“ mit einer semiprofessionellen Produktion zu tun hat. Musik und Effekte: Von beidem bekommt man in dieser Produktion sogar reichlich zu hören, was bei einem Hörbuch nicht grade selbstverständlich ist. Die verwendeten Musiken sind an die jeweiligen Geschichten angepasst. So dominieren bei „Der Kuss“ Klaviermelodien, während man bei „Der Tanz mit dem Tod“ passend zum Schauplatz (Techno-Disko) tanzbare Beats zu hören bekommt. Hier hat man sich also hörbare Mühe gegeben und diese Produktion nicht einfach runtergekurbelt. Auch an den Effekten hat man nicht gespart und so präsentiert sich „Durst“ als wahres Feuerwerk an Effekten (immer vor dem Hintergrund, dass es hier um ein Hörbuch geht). Musik und Effekte steigern den Spaß am Hören noch mal ein ganzes Stück und es ist schade, dass nicht mehr Hörbücher derart inszeniert werden. Fazit: 4 Autoren präsentieren 4 Geschichten und jede ist auf ihre Art ganz anders und interessant. Lediglich die erste Geschichte hat leider einige Längen, aber dafür wird man von den drei verbleibenden Geschichten absolut entschädigt. Die Sprecher geben sich allesamt hörbare Mühe und jeder erweckt auf seine ganz eigene Art „seine“ Geschichte zum Leben. Um die Atmosphären der jeweiligen Geschichten noch zu steigern hat man ihnen passende musikalische Untermalungen verpasst und an den geeigneten Stellen Effekte eingemischt. So machen Hörbücher direkt richtig viel Spaß und die Reihe „Kurzarbeit“ ist um einen weiteren guten Eintrag reicher. Für knapp 10 Euro bekommt man hier reichlich „Value for Money“. Freunde von Grusel- oder Vampirgeschichten können hier bedenkenlos zugreifen und werden sicherlich auf ihre Kosten kommen. Eine wirklich gute Produktion der Hörfabrik. ![]() ![]() ![]()
lord gösel |