Ein Fall für Leon Kramer (5)
Die Prophezeiung




Inhalt:
Ein Gasanschlag im Kölner Dom versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. BKA-Ermittler Leon Kramer nimmt sich des Falles an und kommt einer mysteriösen Sekte auf die Spur, deren Ziel der Untergang der gesamten Menschheit ist. Die Jagd nach den Drahtziehern wird für ihn zu einem Kampf auf Leben und Tod.

Story:
Mit der fünften Folge rund um BKA-Ermittler Leon Kramer, setzt man genau dort an, wo die letzte Folge endete. Hinter dem Gasanschlag im Kölner Dom steckt eine gefährliche Splittergruppe des Templer-Ordens, deren Ziel das Ende der Menschheit ist! Es klingt groß, jedenfalls größer als die bisherigen Fälle, die Kramer zu lösen hatte und so präsentiert man dem Helden hier direkt auch mal eine ganze Ecke mehr Spielzeit. Überschritten die letzten drei Folgen immer nur knapp die 40 Minuten-Marke, so darf man hier nun 55 Minuten den Abenteuern Kramers lauschen. Trotz der höheren Spielzeit kommt aber keine Langweile auf, im Gegenteil. Hier geht es spannend und nicht selten auch ziemlich actionreich zur Sache. Schön ist darüber hinaus die Tatsache, dass man Handlungsstränge aus zurückliegenden Folgen hier wieder anschneidet und somit ein großes Gesamtbild zu entstehen beginnt. Was allerdings auch ein wenig befremdlich wirkt, dass ist die Tatsache, dass übersinnliches und Prophezeiungen hier doch ein wenig zu sehr als alltäglich hingenommen werden. Kann man mit diesem Punkt leben und hat man einen Bezug zu der Serie, so kommt man hier vollends auf seine Kosten, denn mit „Die Prophezeiung“ hat Markus Topf für meinen Geschmack seine bis dato beste und spannendste Geschichte vorgelegt. So darf es ruhig weitergehen!

Sprecher:
Man bleibt sich selbst treu, was die Besetzung der Rollen angeht. Für die größeren Rollen, greift man auf bekanntere Stimmen zurück und für die kleinen Rollen nimmt man Stimmen, die Insidern der Hörspielszene sicherlich ein Begriff sind, aber eben nicht zu den großen zählen. Bei den bekannten Sprechern hat man sich diesmal wieder ordentlich ins Zeug gelegt und präsentiert neben Fabian Harloff und Konrad Halver diesmal Sascha Draeger, Robert Missler und Andreas von der Meden. Hier darf bei allen drein aufgehorcht werden, denn die gebotenen Leistungen sind wirklichgut. Grade Sascha Draeger zeigt, dass er zu viel mehr in der Lage ist, als er bei TKKG zeigen kann. Wer mich in dieser Folge auch überrascht hat, ist Fabian Harloff. In den ersten Folgen kam er mir oft zu cool vor und wirkte stellenweise fast schon etwas gelangweilt. Zwar könnte der Gute immer noch ein wenig mehr mitgehen, aber er wirkt im Vergleich zu den ersten Folgen wesentlich lockerer und kommt hier und da auch mal angenehm emotional daher. Negativ fällt hier insgesamt keiner auf und so kann ich in diesem Falle von guten Sprecherleistungen schreiben.

Musik und Effekte:
Dies war stets ein Punkt, der bei den Produktionen der audiowerkstattköln im Mittelpunkt der Kritik stand. Auch in der neuesten Produktion konnte man sich zumindest im Punkt Effekte noch nicht völlig der Kritik entziehen. Zwar hat man mittlerweile einige Schippen Kohlen nachgelegt und die Effekte klingen nun wesentlich natürlicher und authentischer, aber hier und da klingt es immer noch ein wenig so, als habe man Angst davor, es richtig krachen zu lassen. So stelle ich mir einen Überfall mit mehreren Maschinenpistolen jedenfalls eine ganze Ecke lauter und knalliger vor. Hier darf man gerne weiterhin Feintuning betreiben, denn das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Was mich allerdings positiv überrascht hat, ist der Einsatz der Musik. Endlich hat man sich mal dazu entschlossen bei den Szenenwechseln Übergangsmusik in ordentlicher Menge einzusetzen. Die Stücke, die man verwendet passen gut zur Thematik des Hörspiels und lockern das Geschehen angenehm auf. Hier liegt eine Steigerung gegenüber den sonstigen Produktionen vor und man darf und sollte sich weiterhin steigern, denn man ist ohne Frage auf dem richtigen Weg.

Fazit:
Für meinen Geschmack legt man mit „Die Prophezeiung“ die bisher beste Folge von „Ein Fall für Leon Kramer“ vor. Knackpunkt ist sicherlich die Geschichte, die geschickt Elemente der zurückliegenden Folgen aufgreift und daraus ein großes Ganzes konzipiert. Das Schöne ist dabei, dass diese Rechnung aufgeht, ohne dass die Handlung konstruiert wirken würde. Auf der Seite der Sprecher konnte man sich ebenfalls steigern, denn Hauptsprecher Harloff kommt nun endlich etwas mehr aus sicher heraus und auch die übrigen Sprecher geben ihr Bestes. Grade Sascha Draeger kann hier zeigen, was er allen kann. Die größte Überraschung präsentiert man dem Hörer dann bei der technischen Umsetzung, denn dort hat man einige zusätzliche Kohlen ins Feuer geworfen. Endlich setzt man die schönen Musiken passend und auflockernd ein. Ein wenig haken tut es leider immer noch bei den Effekten, denn die klingen oftmals schlicht zu dünn um dem Kopfkino wirklich die Bedrohlichkeit bestimmter Situationen vermitteln zu können. Fans der Reihe können hier jedenfalls nahezu bedenkenlos zugreifen und auch wer Kramer bisher noch nicht kannte, könnte mal ein Ohr riskieren. Eine GUTE Produktion! Ich erwarte mit Spannung den nächsten „Fall für Leon Kramer“.



lord gösel