Alexander Korell (1)
Auftrag Benistan

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Inhalt: Im Auftrag des Industriellen Horatio Lurch soll der Abenteurer Alexander Korell einen delikaten Auftrag im zentralasiatischen Staat Benistan ausführen. Ein hochrangiger Mitarbeiter von Lurch-Industries wurde verhaftet, nachdem er einen tödlichen Unfall in der Hauptstadt Rashed verursacht hat! Mit Geld hätte man das Problem lösen können... wenn bei dem Unfall nicht die Tochter des Innenministers gestorben wäre! Korell übernimmt den Auftrag und begibt sich in tödliche Gefahr! Story: Nach 2 Episoden der Reihe „Mythos und Legenden“ und dem stark polarisierendem Einzelhörspiel „Ultio“ legt Studio Jester mit „Auftrag Benistan“ die erste Folge der neuen Serie „Alexander Korell“ vor. Thematisch ist das ganze im Bereich Abenteuer/Action einzuordnen, jedenfalls scheint es so. Korell soll hier einen Gefangenen befreien und was sich in der Theorie spannend anhört, wirkt im Hörspiel leider ziemlich unspektakulär. Dabei geht der Einstieg in die Handlung sogar noch als in Ordnung durch. Man bemerkt schnell, dass auch ein Handlungsrahmen über mehrere Folgen gesponnen werden soll und solange sich die Dialoge nur um die Planung der Befreiung drehen herrscht auch eine gewisse Spannung. Leider zieht sich das Planen und Ausspionieren dann doch ein wenig in die Länge und einige der Szenen wirken eher aneinandergereiht als dass man einen wirklichen Fluss der Handlung bemerken könnte. Wie schon erwähnt erreicht man die Senke der Spannung an jener Stelle, wo eigentlich der Höhepunkt sein sollte: Die Befreiungsaktion geht für meinen Geschmack einfach viel zu leicht und ohne nennenswerte Spannungsmomente über die Bühne. Inhaltlich kann das Debüt von „Alexander Korell“ also nicht so recht überzeugen. Es fehlt irgendwie an einem ordentlichen Aufbau in dem Spannung aufkommt, man vermisst eine Zuspitzung der Lage und alles geht dann zu glatt und unspektakulär über die Bühne. Sprecher: Wie schon in den vorherigen Produktionen, so darf man auch hier keine großen Stars aus der Synchronszene erwarten, doch das muss ja kein Problem sein. Schließlich hat man schon bei Produktionen anderer Label gehört, dass auch ein professioneller Sprecher nur die halbe Miete ist. Die Leistungen der Sprecher gehen hier jedenfalls über weite Strecken als solide bis gut durch. Stures Ablesen und Kleben am Text sucht man vergebens. Doch auch bei unbekannten Sprechern bedarf es einer Regie und letztere scheint bei den Aufnahmen dieses Hörspiels keinen besonders guten Tag verwischt zu haben. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Szene in der Korell mit seinem Auftraggeber Lurch und dessen Fahrer redet. Namen und Orte … jeder Sprecher hat so seine eigene Sichtweise, wie man es ausspricht. Sicherlich kann es mal zu derartigen Patzern kommen, aber so geballt wie in besagter Szene ist es schon ein Ärgernis, das den Hörspaß trübt. Was ebenfalls wieder für Irritation sorgt ist die unterschiedliche Qualität der Aufnahmen. Die Stimme Erik Albrodts klingt verhallt und blechern, ein anderer Sprecher tönt seltsam dumpf und Bert Stevens Aufnahmen klingen seltsam kratzig vom Sound. Ein ziemliches Patchwork erwartet den Hörer hier also und der Hörgenuss wird dadurch doch arg gestört, wie auch durch seltsame Formulierungen wie etwa: „Ich war da dabei!“ Musik und Effekte: Bei diesem Punkt haben eigentlich die wenigsten Label ernsthafte Probleme, denn Musik und Effekte sind ohne Frage etwas, was man auch ohne das ganz große Geld ordentlich selbst hinbekommen kann. Doch auch hier zeigt sich „Alexander Korell“ nicht gerade in Höchstform. Für die Musik hat man über weite Strecken auf die Band „PORTCH“ zurück, deren Songs bereits bei „Ultio“ Verwendung fanden. An sich ist die Idee gut, denn Rockmusik kann ordentlich Druck und Dynamik erzeugen. Leider wird durch die hier verwendeten Songfragmente weder das eine noch das andere erreicht. Der Grund hierfür ist der Sound, denn die Musik klingt so, als habe man einen Song dessen Sound eh schon dünn war mit einer sehr niedrigen Bitrate ins MP3-Format konvertiert. Kratzig und verwaschen tönt es aus den Boxen und so was erzeugt keine Dynamik sondern eher Verwunderung. Was ebenfalls nicht optimal bezeichnet werden kann, sind die Effekte. Man muss sicherlich zugeben, dass die Geräusche an sich sehr authentisch klingen und man auch immer weiß, was da im Ohr real werden soll. Allerdings sollte man aus den Sounds eher einen Klangteppich entstehen lassen, was hier leider nicht immer der Fall ist. Oftmals wirken die eingespielten Sounds recht abgehackt. Was auch direkt ein gutes Stichwort für einen weiteren Kritikpunkt ist, denn auch die Szenenübergänge wirken oft eben so. Da ist gerade der letzte Satz gesprochen, da enden die Hintergrundgeräusche wir auf Knopfdruck und Musik erschallt … wirkt leider nicht sehr harmonisch. Kommen wir damit zum letzten Punkt, der mir beim Hören schwer im Magen lag: Die Zeitansage wird untermalt von einer sehr penetranten Soundkollage, die in meinen Ohren wie eine Mixtur aus EKG-Piepen und Beatmungsgerät klingt. In welcher Verbindung das nun zu der Zeitansage stehen soll hat sich mir nicht erschlossen, leider. Insgesamt kann man nur sagen, dass in diesem Bereich recht enttäuschende Arbeit geliefert wird, da vieles unsauber klingt. Fazit: Auch mit „Auftrag Benistan“ schafft Studio Jester es einfach nicht eine wirklich überzeugende Produktion auf die Hörerschaft loszulassen. Es beginnt schon bei der Geschichte, die einfach einen spannenden Aufbau vermissen lässt und mit einem schrecklich unspektakulären vermeintlichen Highlight glänzt. Rein inhaltlich kann man hier also schon mal nicht punkten. Auch bei den Sprechern zeigen sich einige Schwächen, da die Regie an diversen Stellen nicht richtig aufgepasst hat und es somit eine Vielzahl verschieden ausgesprochener Namen und Orte gibt. Auch das Problem des unterschiedlichen Sounds der verschiedenen Sprecher zieht sich wieder durch die Produktion. Als größte Enttäuschung geht allerdings die Untermalung des Hörspiels mit Musik und Effekten durch. Gerade die Musik kommt mit einem sehr schlechten Sound daher über den man sich eigentlich nur ärgern kann. Wie schon beim Philadelphia-Experiment, so kann ich auch hier nur schreiben, dass diese Produktion als kostenfreier Download sicherlich in Ordnung gewesen wäre (doch selbst da gibt es wesentlich besseres), aber als Produkt für das Geld bezahlt wird macht die erste Folge der neuen Serie „Alexander Korell“ keine wirklich gute Figur. Mit knapper Not kann man sich noch in den durchschnittlichen Bereich retten, denn besser als das bereits angesprochene „Philadelphia-Experiment“ und „Ultio“ ist die Produktion doch, wenn auch nur ein klein wenig. Insgesamt überwiegen dann die Defizite, so dass es in der Schule eine 4- gegeben hätte, deren Minus aber wirklich sehr lang gewesen wäre. Wer die Produktionen von Studio Jester mag, der kann mal ein Ohr riskieren, alle anderen sollten sich an einem Trailer versuchen und erstmal „schnüffeln“. ![]() ![]()
lord gösel |