Die Knickerbocker-Bande (12)
Hinter der verbotenen Tür




Inhalt:
Die Knickerbockerbande erhält den Hilferuf einer Freundin aus Schweden. Im Ferienlager soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Die Ermittlungen der Detektive führen zu einer verschlossenen Tür in der Jugendherberge. Hinter ihr verbirgt sich ein düsteres Geheimnis.

Story:
Hier liegt dann wirklich eine dieser Geschichten vor, bei denen Autor Thomas Brezina ziemlich über das Ziel hinausgeschossen ist und den Rahmen einer „Jugend-Krimi-Serie“ gesprengt hat. Was hier als Auflösung präsentiert wird, kann einen als Hörer jedenfalls nur mit den Ohren schlackern lassen. SPOLIER: Man lässt hier ein genmanipuliertes Versuchstier und ein Mädchen, das sich von einem Buch blind beeinflussen lässt auf die Hörerschaft los. SPOILER-ENDE. Diese Auflösung trübt den Hörspaß dann leider doch ein wenig, aber ansonsten hat Brezina hier sehr solide Arbeit geleistet. So mischt er geschickt unheimliche Momente mit hinein in den Kriminal-Fall und lässt die Frage nach Sinn und Zweck der ganzen Ereignisse erfreulich lange offen. Man muss sich ganz einfach damit arrangieren, dass die Inhalte dieser Serie gerne mal ein wenig in Richtung „James Bond Junior“ gehen, dann kann man auf seine Kosten kommen und sich gut unterhalten lassen. Trotz allem sollte erwähnt werden, dass es diesmal schon wirklich sehr freaky zugeht. Wie dem auch sei … Fans der Serie kommen hier voll auf ihre Kosten und auch Fans von Jugend-Hörspiel-Serien kann ich den Inhalt (mit leichten Abstrichen) empfehlen.

Sprecher:
Bei einer Produktion von Hans-Joachim Herrwald darf man damit rechnen, dass sich einige bekannte Sprecher die Klinke im Rabbit-Studio in die Hand gegeben haben. Bei dieser Serie war es jedenfalls bisher immer so und auch der zwölfte Eintrag stellt keine Ausnahme dar. Die Sprecher der vier Hauptfiguren klingen jedenfalls (mal abgesehen vom Alter) sehr gut in ihren Rollen füllen die Charaktere toll aus. Durchs Geschehen führt in gewohnt souveräner Manier Douglas Welbat, dem man seine jahrelange Erfahrung einfach anhört. Auch in den Gastrollen bekommt man Profis vor die Ohren und an dieser Stelle seien mal stellvertretend Thomas Kröger, Kai Hendrik Möller und Tanja Dohse genannt. Hier braucht man sich jedenfalls keine Sorgen zu machen, denn das Niveau in diesem Bereich ist sehr hoch.

Musik und Effekte:
Musikalisch kann man mit der vorliegenden Produktion eigentlich vollends zufrieden sein. Die einzige wirkliche Einschränkung stellt aus meiner Sicht das Titellied der Serie dar. Das kann doch schon ein wenig an den Nerven zerren, aber Gottlob ist es relativ schnell zu Ende. Die Musiken die im Hintergund oder auch zum Szenenübergang eingesetzt werden, haben mir dafür wirklich sehr gut gefallen. Mal kommen eher lockere Klänge zum Einsatz, während es in bedrohlichen Momenten auch gerne mal lauter wird. Doch, was hier meine Ohren erreicht hat, hat mit insgesamt richtig gut gefallen und dies gilt auch für die Untermalung mit Geräuschen. Vorallem die Szenen am bzw. auf dem Meer klingen sehr realistisch und man kommt sich wirklich wie in den Ferien vor. Trotz des Alters von mehr als acht Jahren klingt die Produktion jedenfalls zu keiner Sekunde altbacken. Mit diesem Bereich kann man aus meiner Sicht sehr zufrieden sein.

Fazit:
„Hinter der verbotenen Tür“ stellt in meinen Augen eine gute Folge von „Die Knickerbocker-Bande“ dar. Genau dies erwartet man aber auch bei einer Produktion aus dem Hause Hans-Joachim-Herrwald. Die Sprecher sind glänzend aufgelegt und liefern allesamt richtig überzeugende Leistungen. Die technische Umsetzung kann sich auch trotz des Alters hören lassen und wirkt zu keiner Sekunde altbacken oder überholt. Was den Hörspaß bei der Knickerbocker-Bande dann doch immer etwas trüben kann, ist die Geschichte selbst. Und hier haben wir eben eine dieser Folgen, bei der Thomas Brezina eine Spur zu weit gegangen ist, denn seine Auflösungen am Ende sprengen den Rahmen einer Serie im Bereich „Jugend-Krimi“ doch ein wenig. Auch wenn man dies gewöhnt ist, so ist das hier schon eine Spur heftiger als in den meisten anderen Folgen, die damals von Ravensburger veröffentlicht wurden. Somit bleibt letzten Endes ein Hörspiel, dass sich noch im guten Bereich einfinden kann, aber mit einer stärkeren Tendenz Richtung Befriedigend. Kurz gesagt: Gut (-).



lord gösel