Interview mit Dane Rahlmeyer
Autor von u.a. "Das dunkle Meer der Sterne"
![]() Dane Rahlmeyer |
Hörspielmaniac: Hallo Dane! Stellt dich unseren Lesern bitte erstmal vor. Wer bist du und
was machst du?
Dane: Ja, hi, ich bin Dane, momentan süße 25, und seit Dezember 2003 Freier Schriftsteller. Wenn ich nicht gerade Hörspiele produziere, schreibe ich noch Drehbücher und Romane – mein Erstlingswerk „Kenlyn“ wird übrigens nächsten Monat auf der BuchCon in Frankfurt vorgestellt, und erscheint dann im Januar im Handel. |
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Hörspielmaniac: Das klingt sehr vielversprechend. Doch .. lass uns von der Zukunft mal in die Vergangenheit gehen: Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen dir und Pandoras Play? Dane: Ich hatte damals Schattensaiten Numero sechs gehört, und mir gefiel der „sense of wonder“ in der Folge – außerdem hab ich ne Schwäche für Fantasy-Luftschiffe, wie jenes, das in der Folge vorkommt (ahem). Ich schrieb Klaus von Pandora also eine Mail, und dann ging die Korrespondenz hin und her. Wir hatten damals gerade mit Gehenna angefangen, ich beschrieb ihm die Serie und schickte ihm später ein 40-Minuten-Demo – woraufhin er und Katja die Serie sofort unter Vertrag nahmen (Gott, ne Geschichte wie aus dem PR-Lehrbuch – aber wahr). Kurz darauf hab ich Klaus vom „Dunklen Meer der Sterne“ erzählt – und hatte gleich die nächste Serie verkauft. | |
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Hörspielmaniac: Skizziere doch bitte einmal grob, worum es in der Serie "Grüsse aus Gehenna", die du ja grade angesprochen hast, geht und was da noch so alles passiern wird. Dane: „Drei Versagertypen retten die Welt!“ Nein, ernsthaft. „Gehenna“ erzählt die Geschichte von Alex, einem ehemaligen Studenten, Mara, einer jungen Magierin und Niko, einem 8.000 Jahre alten Dämon, die gemeinsam versuchen, zu verhindern, dass die Tore zu der finsteren Parallelwelt von Gehenna geöffnet werden, und die Hölle auf Erden losbricht. Es ist eine Mysteryserie, doch diesmal aus der Sicht der „Underdogs“ erzählt. Wenn alles gut geht, wird sie auf 12 Teile bringen, die alle zusammen EINE EINZIGE Geschichte erzählen, mit Anfang, Mitte und Schluss. |
![]() Grüsse aus Gehenna (1) Am Anfang war das Schwert I |
![]() Grüsse aus Gehenna (2) Am Anfang war das Schwert II |
Der Pilot-Zweiteiler „Am Anfang war das Schwert“ stellt die Charaktere und den Hintergrund vor und obwohl ich sehr glücklich über den Auftakt bin, zeigt er noch ungefähr GAR NICHTS von der eigentlichen Geschichte. Es gibt noch eine Menge Geheimnisse zu lüften, neue Charaktere, die auftauchen – und spätestens ab Folge vier steht die Serie Kopf, als sich die Beziehung der Charaktere untereinander verändert. Es lohnt sich, auf die Details zu achten. |
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Hörspielmaniac: Wie bist du eigentlich auf die Idee zu dieser Serie gekommen? Dane: Ich wollte ein Bild über dem Klo aufhängen, doch dann bin ich am Deckelrand abgerutscht, und mit dem Kopf aufgeschlagen. Und da hatte ich eine Vision: der Flux-Kompensator! Nee, Moment, das war Doc Brown... Angefangen hat Gehenna als eine Anti-John Sinclair: was wäre wenn die Helden einmal nicht die strahlenden, blonden „Söhne des Lichts“ wären, die Auserwählten, die gegen die „Mächte der Finsternis“ kämpfen – sondern Menschen wie du und ich? Menschen, die für ihr Geld arbeiten müssen, die manchmal unfähig sind, ihre Rechnungen zu bezahlen und auf deren Schultern zu allem Überfluss das Schicksal der Welt lastet? Von diesem Kern ausgehend hat sich die Geschichte entwickelt, es kamen neue Charaktere, neue Ebenen hinzu. Sollten die Dämonen am Anfang noch die üblichen Werwölfe und Vampire und was-weiß-ich sein, ging ich irgendwann dazu über, mein eigenes Pandämonium zu Basteln. Im Mittelpunkt von Gehenna stehen die Charaktere, es geht nicht um das „Monster der Woche“. Viele, wenn nicht alle der Figuren werden sich im Laufe der Serie verändern, sie wachsen an den Herausforderungen - oder zerbrechen daran. | |
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Hoerspielmaniac: Deine zweite Serie hört auf den Namen "Das dunkle Meer der Sterne". Erkläre doch hier bitte auch einmal kurz den Inhalt der ersten Folge und gib eine kurze Aussicht auf das was noch kommen mag. Dane: „Das Dunkle Meer der Sterne“ ist eine acht-teilige Science-fiction-Serie: 2500 Jahre in der Zukunft, sind die Welten der Menschheit nach einer galaktischen Katastrophe (der sogenannten „Alexandria-Welle“) voneinander isoliert. Doch nun ist interstellare Raumfahrt wieder möglich, und es werden Expeditionen ausgeschickt, die die vergessenen Welten neu kartographieren sollen. Und viele davon haben sich in der Zwischenzeit sehr verändert. |
![]() Das dunkle Meer der Sterne (1) Ad Astra |
In Folge eins erfahren wir, dass der Großvater unserer Heldin Kim Hunter auf einer dieser Expeditionen verschollen ging – anscheinend wurde sein Schiff von einer unbekannten Macht angegriffen. Da die Regierung aus Angst vor einer Invasion nichts unternimmt, macht sich Kim allein auf die Suche nach ihrem Großvater. Der erste Schritt ihrer Reise ist, Käpt´n Joshua Moon aufzusuchen – einen Freund ihres Großvaters und Besitzer des Raumschiffs „Vimana.“ Doch sie hat keine Ahnung, ob er ihr helfen wird... Das Dunkle Meer ist klassische Space Opera: es gibt Raumschiffe, kolonisierte Planeten, und riesige Sternenreiche. Aliens gibt´s jedoch keine – alle Zivilisationen, die wir in der Serie begegnen, sind „auf unserem Mist gewachsen“, soll heißen, alle von Menschen geschaffen. Und da Menschen in 2500 Jahren immer noch Menschen sehen gibt es immer noch Mörder und Heilige, Wahnsinnige und Träumer, Abenteurer und Diebe. Die Zukunft bleibt also spannend. Unsere „Helden“ sind keine unfehlbaren, strahlenden Weltraum-Kadetten, zu denen das ganze Universum aufsieht. Nein, genau wie bei Gehenna sind sie Underdogs, einfache Leute an ungewöhnlichen Orten und alles andere als perfekt. Kim, ist gerade mal siebzehn, unerfahren, naiv – aber mutig. Sie kann auch mal austeilen, wenn´s sein muss, und ist nicht auf den Mund gefallen, doch sie hat noch viel zu lernen. Käpt´n Moon dagegen ist eine Art „Anti-Captain-Kirk“: Um die siebzig Jahre alt, übergewichtig, versoffen. Jemand, der die Leute gern vor den Kopf stößt (ach ja, hab ich seine dubiose Vergangenheit schon erwähnt?). Natürlich hat er das Herz am Rechten Fleck – nur zeigt er das nicht so gern. Was wird im Verlauf der Serie noch kommen? Eine ganze Menge. Folge eins hat Charaktere und Universum etabliert – jetzt kann das Abenteuer beginnen. In Folge zwei, „Jäger und Beute“, erwarten Kim und Moon gleich mehrere Schwierigkeiten auf einmal: sie stolpern über ein Geisterschiff, werden von einer Gruppe Raumpiraten gejagt – und haben zu allem Überfluss mit Fehlfunktionen von ihrem Schiff Vimana zu kämpfen, die nach den Ereignissen in Folge eins immer noch nicht vollständig repariert wurde. Ab Folge vier wird ein neuer Charakter namens Jeremy auftauchen, der das Leben der beiden auf den Kopf stellt. Und natürlich erfahren wir bald, sehr bald schon, wer oder was hinter dem Verschwinden von Kims Großvater steht. Hörspielmaniac: Wie weit sind denn die Aufnahmen für die Fortsetzungen der beiden Serien vorangeschritten? Dane: Wie´s der Zufall will, haben wir letzten Samstag die letzten fehlenden Aufnahmen für Gehenna Numero drei beendet – jetzt heißt es schneiden, schneiden, schneiden. Beim Dunklen Meer sind alle „großen Aufnahmen“ (sprich: die der Hauptsprecher) bis Folge VIER im Kasten. Folge zwei wird gerade von Marcel bearbeitet. | |
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Hörspielmaniac: Übernimmst du die Aufnahmen für deine beiden Serien selbst, oder triffst du dich für diese Zwecke mit Klaus und Katja?
Dane: Klaus war tatsächlich einmal zu uns nach Braunschweig gekommen, als wir Dunkles Meer eins und zwei aufgenommen haben, aber ansonsten mach ich die Aufnahmen allein mit den Sprechern, genau wie bei Gehenna. Produziert wird letztere Serie dann von Steffen Wolf (lieben Gruß) und mir hier vor Ort. Um die Produktion vom Dunklen Meer kümmert sich Marcel Schweder in Bielefeld – und mir wird mehr und mehr klar, was für ein Glück ich damit hab, denn Marcel zaubert die Folgen nicht nur so hin, wie sie auf dem Papier stehen, sondern übertrifft diese Vorgaben noch bei weitem! |
![]() Klaus Brandhorst |
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Hörspielmaniac: Hast du noch andere "grosse" Ideen im Kopf herumspuken, oder konzentriest du dich derzeit vollends auf die beiden laufenden Serien. Dane: Also, für Gehenna steht die komplette Story und alle Skripte bis Folge vier, und beim Dunklen Meer sind sogar ALLE Skripte fertig. Ich brauche also an diesen beiden Geschichten nicht mehr basteln, und kann mich auf neue Sachen konzentrieren – und momentan bin ich da sehr hyperaktiv. Ich überlege gerade wieder, nen Roman zu schrieben, aber da ist noch eine Auftragsarbeit für Pandora - und natürlich die „Sternenwölfe“, eine weitere Science-fiction-Serie (demnächst). Nebenbei gibt es tausend andere Projekte und ich komm mit dem Schreiben kaum so schnell hinterher, wie ich neue Ideen habe (der arme Klaus muss das dann immer ausbaden, wenn ich ihn mit neuen Sachen behellige: „Äh, könnte man nicht dies-und-das? Wär´s nicht cool, wenn...?“) Aber nichtsdestotrotz will ich keins der bisherigen Projekte vernachlässigen. Gehenna und Dunkles Meer (und alle anderen meiner Geschichten) sind meine Babies, und ich will kein Rabenvater sein, der seinen Kindern nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt (okay, soviel zur Sozialkritik). Hörspielmaniac: Wenn du dir den heutigen Hörspiel-Markt anschaust .. welche Serien von "professionellen" Labeln gefallen dir besonders gut? Dane: Oho, was für eine verfängliche Frage! Vielleicht bringt´s ja einfach was, wenn ich meine Lieblingshörspiele aufzähle. Diese sind unter anderem die Lovecraft-Hörspiele von Studio 13, dann „Murder Mysteries“ nach Neil Gaiman, das Hörspiel zu „At the mountains of madness“ von der Atlanta Radio Theater Company, und viele der Hörspiele die man bei der Seite www.scifi.com/set umsonst herunterladen kann (hey, wo gibt´s sonst GRATIS-Hörspiele?). Viele davon sind Vertonungen von alten Science-fiction-Klassikern und grandios gemacht – wenn auch alle auf Englisch. | |
![]() Horst Kurth "Gaststar" in Gehenna 3 |
Hörspielmaniac: Stehst du in Kontakt mit anderen Autoren, wie etwa Horst Kurth (Hörfabrik) oder Paul-Simon Ramm (Farelia?)? Dane: Mit Horst hab ich schon seit längerer Zeit Kontakt – er ist auch als „Gaststar“ in Gehenna drei mit dabei. Paul-Simon Ramm kenne ich allerdings (noch) nicht. |
Hörspielmaniac: Gibt es noch etwas, dass du unseren Lesern mitteilen möchtest? Dane: Außer dass ich mich für Eure Aufmerksamkeit bedanke (und hoffe, dass Ihr immer fleißig Gehenna und Dunkles Meer hört), eigentlich nichts. Aber ich würde gern diverse Leute grüßen, angefangen bei Steffen, Marcel, Klaus & Katja von Pandora, Nils, Katja und Andreas, sowie alle anderen Sprecher und Freunde. Das wars? Nein! Dane war so nett und hat uns exclusives Material zur Verfügung gestellt! Das dunkle Meer der Sterne: Skriptauszug aus der 2. Folge Eine Grafik des Schiffs "Vimana" (c) 2004 by Sandra Stücker Weitere Grafik des Schiffs "Vimana" (c) 2004 by Sandra Stücker Hier geht es zum Pandoras Play-Gewinnspiel | |