Rettungskreuzer Ikarus (2)
Das weisse Raumschiff




Inhalt:
Es beginnt wie ein gewöhnlicher Rettungseinsatz: Arch Fullman, als Prospektor des Konzerns "Neue Welten" beschäftigt, ist verschwunden. In dem Asteroidengürtel, in dem er zuletzt gearbeitet hatte, stößt die Mannschaft der Ikarus auf ein fremdartiges weißes Raumschiff. Ein Außenteam untersucht das Schiff und wird von rätselhaften Fäden attackiert. Auf die einzelnen Besatzungsmitglieder wartet ein persönlicher Albtraum: Visionen einer nahenden Gefahr! Doch das weiße Raumschiff ist nicht das einzige Problem, mit dem sich die Ikarus-Crew konfrontiert sieht. Offenbar stört ihr Einsatz auch einige höchst illegale Geschäfte. Torpedos werden abgefeuert – mit direktem Kurs auf die Ikarus!

Story:
Die zweite Folge um die Crew des Rettungskreuzer Ikarus präsentiert sich ähnlich, wie die erste Folge. Es gibt kein langes Drumherumgerede, sondern es geht direkt richtig los mit dem Abenteuer. Durch Folge 1 ist der Hörer nun mit den Charakteren vertraut und taucht mit ihnen ein in ein spannendes Weltraum-Abenteuer in dem Langeweile ganz einfach ein Fremdwort ist. Vom ersten Moment an fiebert man mit und bangt auch um die Crew-Mitglieder, die das „weiße Raumschiff“ betreten. Was die einzelnen Personen dort erleben, wird im Hörspiel sehr eindringlich umgesetzt und ist wirklich fesselnd. Als Gegenpol zu den „Visionen“ der Crew-Mitglieder gibt es dann auch noch eine ordentliche Portion Action in Form eines Torpedo-Angriffs und eine wohl dosierte Priese Humor bei den „Konflikten“ unter der Crew. Science-Fiction-Herz, was willst du mehr? Das erste Abenteuer zeigte sich schon überaus gelungen und das zweite ist noch spannender und inhaltlich dichter, so dass man als Hörer von der ersten bis zur letzten Minute wirklich sehr gut unterhalten wird. Einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass es zu Beginn dieser Folge kein Recap des ersten Abenteuers gibt, so dass man schon beide Folgen besitzen sollte, um einen Teil der Geschehnisse von „Das weisse Raumschiff“ auch richtig zu verstehen. Kennt man die erste Folge, so geht es hier nahtlos weiter und man taucht direkt wieder ein ins Weltall!

Sprecher:
Schon „Die Feuertaufe“ bewies, dass diese Serie sprechertechnisch sehr weit oben mitspielt und daran hat sich auch in Folge 2 nichts geändert. Zu großen Teilen treffen wir als Hörer hier auf dieselben Sprecher, was daran liegt, das hier zu 90% bekannte Charaktere vorkommen. Die Sprecher der verschiedenen Crew-Mitglieder haben alle recht verschiedene Stimmen, so dass man keine Probleme hat die einzelnen Charaktere zu erkennen und auseinander zu halten. Neben den bekannten Stimmen aus der Synchronbranche gibt es hier auch einen kurzen Auftritt des „Hellboys“ der Hörspielszene. Patrick „Captain Blitz“ Holtheuer, Betreiber der Hörspielhoelle ist für wenige Sekunden als Laborarbeiter zu hören. Wirklich beurteilen kann man einen derart kurzen Auftritt natürlich nicht, aber es ist einfach ein netter Gag am Rande. Abermals kann ich nur sagen, dass mich besonders Dennis Rohling und Daniel Ratthei überraschen, da sie relativ problemlos neben Vollprofis der Marke Helmut Krauss, Dietmar Wunder oder Sven Hasper bestehen können. Hier bekommt man wirklich gute Leistungen zu hören.

Musik und Effekte:
Die Musik bleibt weiterhin das Highlight dieser Produktion und der Grund dafür ist relativ schnell gefunden. Während es bei vielen anderen Serien in Mode ist, sich GEMA-freie Soundtracks einzukaufen und diese dann ins Hörspiel einzumischen, sind bei „Rettungskreuzer Ikarus“ alle Musiken direkt für diese Serie geschrieben worden. Übernommen hat diese Aufgabe Dennis Rohling und er zeigt sehr eindrucksvoll, dass er eine ganze Menge von Musik versteht, denn seine Stücke passen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Auch bei den Effekten hat man sich große Mühe gegeben und eine Vielzahl der vorkommenden Sounds selbst erstellt. Die Untermalung ist durchgehend passend und realistisch, so dass man als Hörer das Gefühl hat wirklich mit dabei zu sein. Sehr gute Arbeit!

Fazit:
Was man mit „Die Feuertaufe“ schon andeutete, setzt man mit „Das weiße Raumschiff“ endgültig um: Ein Hörspiel auf allerhöchstem Niveau, dass sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. 45 Minuten scheinen einfach eine ideale Länge für ein Hörspiel zu sein, denn hier kommt einfach keine Langeweile auf, und das ist dann auch der Grund, wieso dieses Hörspiel so viel Spaß beim Hören bereitet: Es geht Schlag auf Schlag, also gar keine Zeit für Längen. Die Sprecher sind sowieso über weite Strecken allererste Sahne und die „Nichtprofis“ fallen gar nicht wirklich auf. Das letzte Sahnehäubchen auf dieser wohl schmeckenden Melange ist dann ganze ohne Frage die Musik, die der Serie ihre ganz eigene, individuelle Atmosphäre verpasst. Man setzt auf den schon sehr gelungenen Erstling scheinbar völlig problemlos noch eins drauf und präsentiert der Hörerschaft eine Produktion, die man wirklich mal gehört haben sollte. Volle Punktzahl und mächtig viel Vorfreunde auf Folge 3 … mehr kann ich dazu nicht sagen. :)



lord gösel