Hui Buh (6)
fährt Geisterkarussell




Inhalt:
Eines düsteren Abends klopfen drei Ottokar Barone an das Schlosstor. Voll Grimm erkennt HUI BUH die Nach-Nach-Nachfahren jenes verruchten Spielverderbers, der ihn dereinst beim Schwarzer-Peter-Spiel verwünscht hatte und will sich fürchterlich an ihnen rächen. Zu seinem Missgeschick gerät das Gespenst dabei in seine eigene Folterkammer, bis es Punkt Mitternacht an dem uralten Spieltisch mit den drei Baronen Geisterkarussell fährt…

Story:
HUI BUH ist kreativ, dass weiß man als Hörer dieser Serie und wenn er glaubt die Nach-Nach-Nachfahren seines Verwünschers vor sich stehen zu haben, dann sind seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Doch je ausgefeilter HUI BUHs Ideen werden, desto schlimmer werden auch die Niederlagen, die er einstecken muss. Genau das sind die Zutaten, aus denen man eine unterhaltsame Folge dieser Serie kochen muss und in diesem Falle ist das Endresultat besonders schmackhaft. Wenn HUI BUH verkehrt rum auf seinem Pferd durch die Gegend reitet, in seine eigene Folterkammerfalle tappt, oder mit seiner Armbrust um die Ecke schießt, dann wird der Lachmuskel des Hörers quasi permanent beansprucht. Die Serie ist endgültig richtig in Fahrt gekommen und präsentiert dem Hörer mit der 6. Folge eine sehr starke Geschichte, die auf demselben Niveau wie die letzte Folge ist, vielleicht sogar noch einen Ticken besser. Als Fan der Serie kommt man hier absolut auf seine Kosten und wird von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhalten.

Sprecher:
Das „Sprecher wechsele dich“-Spielchen hat ein Ende gefunden, denn bei der 6. Folge des schusseligen Schlossgespenstes sind die gleichen Sprecher in den Hauptrollen zu hören, wie in der vorangegangenen Folge. Dies ist überaus erfreulich, denn Claus Wilcke ist in meinen Ohren der beste Sprecher für König Julius und auch Ingrid Andree gefällt mir in der Rolle der Königin Konstanzia wesentlich besser als Gerda Maria Jürgens und Marianne Kehlau. Und … zu Andreas von der Meden, Hans Clarin und Hans Paetsch braucht man keine Worte mehr zu verlieren. Die erledigen ihren Job einfach spitze. Auch in den Nebenrollen kann man mit bekannten Stimmen punkten. F.J. Steffens und Peter Kirchberger sind bekannte Namen und man geht hier mit entsprechendem Engagement zu Werke. Auch Thorsten Sense (Baron Ottokar, der Enkel) bietet eine ordentliche Leistung, auch wenn mir der Name rein gar nichts sagt. Dieser Punkt ist wirklich sehr gut.

Musik und Effekte:
Mit der Zeit steigert sich bei der Serie alles und ein Punkt ist dabei überaus erfreulich, nämlich die Tonqualität. Bei den Folgen 1-4 gab es immer wieder kleine Schönheitsfehler, wie Rauschen, kratzigen Ton, oder „leiernde“ Sprecher. Bei Folge 6 sucht man derartige Patzer vergebens und auch ansonsten zeigt sich die technische Seite als überaus stark. Musikalisch kommt man nämlich nun endlich so richtig in Fahrt und fährt einiges an Musik auf, die sehr gut zu der Serie passt. Sicherlich werden die Hardhorenostalgiker sich darüber ereifern, dass einige zusätzliche Musiken eingemischt wurden, während ich dabei kein wirkliches Problem sehe, da die Musiken zum einen sehr passend sind und zum anderen auch in einer ordentlichen Lautstärke eingemischt wurden. Bei den Effekten muss man sich keine Sorgen machen, denn die haben EUROPA fest im Griff. Trotz des hohen Alters kann sich die Technik dieser Produktion auch in der heutigen Zeit immer noch problemlos hören lassen.

Fazit:
Mit „HUI BUH fährt Geisterkarussell“ hält die Serie problemlos das Niveau der letzten Folge. Man serviert dem Hörer eine extrem kurzweilige und äußerst amüsante Geschichte, die mit sehr guten Sprechern garniert und einer mehr als soliden technischen Seite angereichert ist. Das geht runter wie Öl und macht direkt Appetit auf mehr. Wer seine Kindheit noch mal erleben möchte, der sollte hier ebenso zuschlagen, wie jeder der sich als echter Hörspielfan bezeichnet, denn HUI BUH ist ganz einfach eine Serie, die man kennen muss und diese Folge zählt für mich ohne Frage zu den Highlights.



lord gösel