Hui Buh (4)
und das Geheimnis im Burgbrunnen




Inhalt:
Als in einer mondhellen Nacht wieder zahlreiche Grusellustige auf das Schlossgespenst warten, bleibt der Geist unsichtbar. Etwas Entsetzliches ist geschehen. HUI BUHs letzter Kopf ist verschwunden. Vergeblich versuchen König Julius der 111., seine Gemahlin Konstanzia und der alte Kastellan ihrem kopflosen Freund zu helfen. Bis sich HUI BUH heulend in den Burgbrunnen stürzt und jubelnd sein Geheimnis entdeckt.

Story:
Mit der vierten Folge der Hui Buh-Serie erreicht den Hörer die erste, bei der man auf den ersten Blick erkennt, dass hier etwas verändert wurde, nämlich der Titel. Das Original erschien unter dem Titel „Hui Buh und seine allerneuesten Spukereien“. Doch die Titeländerung soll auf Wunsch des Autors erfolgt sein und wenn man ganz ehrlich ist, so macht der neue Titel auch etwas mehr Sinn. Allerdings soll es hier nicht um den Titel gehen, sondern um den Inhalt und der ist mal wieder äußerst unterhaltsam, kurzweilig und vor allen Dingen lustig. Wenn Hui Buh mit improvisierten Ballon- oder Kürbiskopf unterwegs ist, so ist beste Unterhaltung garantiert. Für meinen Geschmack noch einen Ticken besser als die schon gelungene dritte Folge der Serie und somit empfehlenswert für alle Fans der Serie.

Sprecher:
Ob die Folgen 3 und 4 damals zusammen aufgenommen wurden? Auf diese Weise könnte sich nämlich erklären, wieso es zum ersten Mal zwei Folgen mit identischer Besetzung der Hauptrollen gibt. Allerdings, soviel sei schon mal verraten, wechseln zumindest die Sprecher von König Julius (Wolfgang Kieling) und Königin Kostanzia (Marianne Kehlau) in der nächsten Folge schon wieder. Trotz der ständigen Umbesetzungen kann man den vorkommenden Sprecher aber dennoch eine mehr als ordentliche Leistung attestieren. Alle geben sich hörbare Mühe in ihren Rollen und es macht Spaß ihnen zu lauschen. Witzig ist abermals die Tatsache, dass Peter Kirchberg (später als König Julius zu hören) wieder in einer Nebenrolle zu hören ist. Hier verkörpert er den Reporter Felix Fix den flitzenden Füllfederhalter vom fidelen Volksblatt.

Musik und Effekte:
Wer die alte Auflage kennt, der merkt natürlich relativ schnell, dass man an diversen Stellen zusätzliche Musiken in das Hörspiel eingemischt hat. Allerdings gilt auch bei dieser Folge dasselbe, wie schon bei den vorherigen Folgen. Erst mal hat man Stücke eingemischt, die zu der Atmosphäre auf Schloss Burgeck passen und zum zweiten sind die Stücke in moderater Lautstärke eingemischt worden, so dass sie nicht das gesprochene Wort übertönen, wie es bei diversen Hörspielen der Reihen „Larry Brent“ oder „Macabros“ der Fall war. Mir war auch so, als hätte man hier und da zusätzliche Effekte reingemischt, aber auch diese fügen sich gut in das Hörspiel ein. Soweit könnte man eigentlich sagen, dass die technische Seite dieser Produktion eigentlich in Ordnung geht, wäre da nicht ein böser Schnitzer: Diese Neuauflage LEIERT. Ja, selbst eine CD kann sich anhören, als würde sie leiern, nämlich dann, wenn es Probleme mit dem Masterband gab und genau das muss hier der Fall gewesen sein. Allerdings fällt es nur bei einem einzigen Sprecher auf, nämlich bei Wolfgang Kieling. Mal ist seine stimme eher hoch und klingt jugendlich, während sie grade zum Ende hin tief und eben „leierich“ klingt. Gut, wenn das Masterband Macken hat, lässt sich daran natürlich nichts ändern, aber es mindert den Hörgenuss schon etwas, so dass die technische Seite dieser Produktion doch nur noch als „befriedigend“ bis „ausreichend“ durchgeht.

Fazit:
Eine weitere gelungene Neuauflage ist mit der vierten Hui Buh-Folge im Kasten. Das Konzept der Serie geht einfach auf und es macht jedes Mal aufs Neue richtig Spaß den lustigen Abenteuern des tollpatischen Gespenstes zu lauschen. Bisher kam mit jeder Folge auch eine gewisse inhaltliche Steigerung hinzu und sprechertechnisch waren die Hörspiele schon immer absolut in Ordnung. Was diesmal leider die Freude am Hören etwas dämpft, ist der „leiernde“ König, denn wenn man eine CD gekauft hat, so geschah dies in der Regel um den Tücken von MCs, unter anderem eben dem Leiern, zu entgehen. Ein Schönheitsfehler an dem sich leider nichts mehr ändern lässt. Trotz dieses Schnitzers bleibt auch die vierte Folge der Serie eine lohnende Investition für alle Freunde von alten Hörspielklassikern. Kurzweilig, lustig, unterhaltsam … einfach eine gute Produktion, die man gerne öfter hört.



lord gösel