Hui Buh (2)
in neuen Abenteuern




Inhalt:
Eines unheilvollen Morgens wird Hui Buh durch lautes Rattern und Hämmern aufgeschreckt. Sein uraltes Spukschloss wird umgebaut und die herrlich zugigen Kamine zugemauert und sein schauriges Verlies zugeschüttet. Indes, in einem zugeschütteten Verlies und in einem zugemauerten Kamin vermag das Gespenst doch gar nicht mehr spuken. Zornentbrannt rüstet sich der Geist als "Ritter ohne Furcht und Tadel", um die ruchlosen Bauarbeiter zu vertreiben. Aber vorerst fällt Hui Buh selbst hinein...

Story:
Das tollpatschige Schlossgespenst stürzt sich hinein in neue Abenteuer. Ja, es sind direkt mehrere, denn wie auch schon bei der ersten Folge, so gibt es auch hier keine durchgängige Geschichte, sondern drei Episoden aus dem Leben von HUI BUH. 2 der Geschichten sind diesmal auch etwas länger und komplexer ausgefallen als bei Folge 1, so dass man auf jeden Fall eine Weiterentwicklung ausmachen kann, während das Geschehen auf der 500-Jahr-Feier eher wie ein Lückenfüller wirkt. Dafür gibt es aber insgesamt betrachtet immer noch genug Anlass zum Lachen, wenn das Gespenst von einen Schlamassel in den nächsten stolpert und grade seine Erlebnisse auf der Baustelle sind wirklich verdammt unterhaltsam. Inhaltlich also etwas stärker als die schon gelungene Einstiegsfolge. Hier wird gute Unterhaltung für jung und alt geboten.

Sprecher:
Führte bei der ersten Folge noch Konrad Halver Regie, so wird diese Aufgabe hier von einer gewissen Heikedine Körting übernommen, die wohl allen Hörspielfans ein Begriff sein dürfte. Ich weiß nun nicht, ob es an ihr liegt, dass nahezu die komplette Sprechermannschaft ausgetauscht wurde. Ja, ihr lest richtig: Von der Besetzung aus Folge 1 ist nur der doppelte Hans (Clarin als HUI BUH und Paetsch als Erzähler) übrig geblieben. Die Rollen von König Julius, Königin Konstanzia und dem Kastellan wurden mit Michel Weckler, Gerda Maria Jürgens und Helmo Kindermann besetzt. In den Nebenrollen hört man außerdem Andreas von der Meden (der später noch die Rolle des Kastellans übernehmen wird), F.J. Steffens und Michael von Rospatt. Rospatt übernimmt mit Graf Julius und dem Doktor sogar zwei Rollen, auch wenn das Inlay etwas anderes behauptet. Anlass zur Kritik gibt es eigentlich nur an einer Stelle: Gerda Maria Jürgens klingt in meinen Ohren für die Rolle von Konstanzia zu alt und außerdem hat ihre Stimme schon ein gewisses Potential zum Nerven. Das ist aber auch das einzige kleine Manko dieser sprechertechnisch sehr starken Folge.

Musik und Effekte:
Auch bei dem Punkt Musik kann, ähnlich wie der Geschichte, eine klare Weiterentwicklung erkennen, denn beim 2. Abenteuer HUI BUHS kommt eine Vielzahl an verschiedenen Stücken zum Einsatz, die zu der Thematik eines Schlosses auch direkt die richtige Atmosphäre entstehen lässt. Orchestrale und leicht pompöse Stücken werden eingesetzt, die man aus diversen anderen Produktionen EUROPAS kennt. Die Effekte zeigen sich fast wie immer von der besten Seite. Fast? Ja, es gibt da einen kleinen Schnitzer, beim „Würfel-Duell“ zwischen König und Graf Julius. Die beiden spielen mit nur einem Würfel, aber immer wenn sie würfeln hört man mindestens zwei Würfel kullern. Jaja, ich weiß: Erbsenzählerei ;) Aber ich wollte es zumindest mal erwähnt haben.

Fazit:
Auch mit der zweiten Folge von HUI BUH lässt man ein kurzweiliges Hörspielabenteuer wieder auf die hungrige Hörerschaft los. Obwohl es sich mit über 40 Minuten um die längste Folge des Schlossgespenstes handelt, wird es hier zu keiner Sekunde langweilig, im Gegenteil: Inhaltlich konnte man sich gegenüber der ersten Folge steigern und auch musikalisch hat man ordentlich nachgelegt, so dass eine angenehme Atmosphäre herrscht. Den kleinen Wehmutstropfen mit der leicht fehlbesetzen Konstanzia kann man verschmerzen und somit liegt uns hier ein klarer Hörspielklassiker vor. Dennoch reicht es leider nicht, um sich das Prädikat TOP zu verdienen, denn diese Produktion hat einen entscheidenden Schönheitsfehler: Die Tonqualität. Gab es bei der 1. Folge „nur“ ein leicht störendes Rauschen, so ist der Ton hier bei diversen Sprechern eigenartig kratzig, fast so, als wären die Aufnahmen übersteuert und das macht dann Abzug in der B-Note dieser Folge aus. Trotz dieser Macke stellt „HUI BUH in neuen Abenteuern“ auch im neuen Jahrtausend immer noch eine mehr als hörenswerte Produktion dar, die man als Hörspielfan schon kennen sollte.



Anmerkung: Bei der mir vorliegenden Version, gibt es einen Produktionsfehler, denn das falsche Cover ziert diese Folge. Zwar ist die Folgennummer 2 und auch der richtige Titel abgedruckt, aber das Cover gehört zu Folge 3 „HUI BUH spukt lustig weiter“.

Falsches Cover
Richtiges Cover

lord gösel