Hui Buh (1)
das Schlossgespenst




Inhalt:
Eines einmaligen Tages erbt König Julius Schloss Burgeck. Vergrimmt über den neuen Schlossbesitzer wirft ihm das Gespenst seinen Kopf in die Blaubeersuppenschüssel. Aber bei einem mitternächtlichen Mahl werden beide rasch dicke Freunde und vergraulen gemeinsam die hässliche, grässliche Gräfin Etepetete...

Story:
Das allererste Hörspiel mit dem beliebten Schlossgespenst. Was erwartet den Hörer dabei? Das negative zuerst: Es gibt keine durchgehende Geschichte. Viel eher besteht das Debüt des Schlossgespenstes aus mehreren kleinen Kurzgeschichten, von denen der Großteil bei allen weiteren Folgen im Intro kurz zusammengefasst wird. Hier lernt Hui Buh also seinen Freund König Julius den 111. kennen und es kommt zur berühmten Szene „Kopf in der Suppenschüssel“. Außerdem kann der König dank der Hilfe Hui Buhs seine angebetete Prinzessin Konstanzia heiraten. Als Einstiegsfolge geht diese Episode absolut in Ordnung. Allerdings frage ich mich immer in welcher Zeit Hui Buh eigentlich konkret spielen soll. König Julius kommt in einem „roten Straßenkreuzer“ und sieht schön aus „wie ein Filmstar“, während die Gräfin Etepetete in einer Kutsche angereist kommt. Dennoch bleibt die Geschichte etwas an der die junge Generation sicherlich ihren Spaß haben wird und natürlich ist es grade für Hörspielnostalgiker der reinste Leckerbissen.

Sprecher:
Die Regie wurde bei der allerersten Folge noch von Altmeister Konrad Halver geführt und er verstand sein Handwerk und holt aus den Sprechern das Beste raus. Highlight ist natürlich Hans Clarin als „HUI BUH mit der kratzigen Stimme“. Diese Rolle dürfte neben Pumuckl wohl die bekannteste Hörspielrolle von Hans Clarin gewesen sein. Nicht minder gut ist der andere Hans der Produktion: Hans Paetsch als Erzähler. Obwohl die Besatzung der Serie in den Anfangstagen noch häufig wechselte, haben wir hier direkt zwei Sprecher, die später zum Stammpersonal wurden: Claus Wilcke als König Julius und Ingrid Andree als Konstanzia. Beide haben hier natürlich noch wesentlich jüngere Stimmen, aber dennoch sind die Leistungen, ebenso wie bei allen übrigen Sprechern wirklich gut.

Musik und Effekte:
Musikalisch kann die Folge noch nicht völlig überzeugen. Es gibt drei oder vier Stücke, die sich immer wieder abwechseln und von Prinzip auch gar nicht schlecht sind, aber dennoch erzeugen sie nicht eine derartige Atmosphäre wie man es später in der Serie noch hören kann. Dennoch möchte ich nicht behaupten, dass die Musik schlecht wäre, insgesamt ist es halt nur etwas eindimensional was man zu hören bekommt. Bei den Effekten kann man dies zum Glück nicht sagen. Zwar sind auch sie noch nicht so gut, wie man es später noch hören wird, aber dennoch sind sie in Ordnung, grade wenn man das Alter dieser Produktion bedenkt. Insgesamt gesehen ist die technische Seite also schon etwas „angestaubt“, aber vor dem Hintergrund des Alters kann sie überzeugen.

Fazit:
Die gesamte „HUI BUH“-Serie ist ohne Frage ein großer Klassiker der Hörspielgeschichte. Folge 1 ist sicherlich ein gelungener Einstieg, aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Klassiker hin oder her, es gibt in der Serie Folgen mit besseren und spannenderen Geschichten und vor allem später auch Episoden die sich durch unglaublich dichte Atmosphäre auszeichnen. Mit dieser Folge wurde der Grundstein für alles folgende gelegt und es macht auch ohne Frage Spaß den ersten Spukereien zu lauschen. Insgesamt betrachtet also eine Produktion, die man als Hörspielfan doch kennen sollte und sicherlich auch eine Serie an der Kinder ihren Gefallen finden können. Gut.



lord gösel