Sherlock Holmes (33)
Der schwarze Peter

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Inhalt: Inspektor Hopkins von Scotland Yard bittet Sherlock Holmes um Mithilfe in einem ganz besonderen Fall. Captain Peter Carey wurde tot aufgefunden, aufgespießt mit einer Harpune und an die Wand genagelt. Sein Zimmer voller Blut. Die Spur führt zuerst zu dem jungen John Hopeley Neligan, dessen Vater der Captain auf dem gewissen zu haben scheint, doch Sherlock Holmes befindet, dass dies nicht die endgültige Lösung sein kann… Story: Nicht mal 30 Minuten Spielzeit hat diese Folge vorzuweisen und im ersten Moment ist man versucht zu sagen: Super, besser straffe 30 Minuten als 60 Minuten voller sinnfreier Dialoge. Leider geht diese Rechnung nur bedingt auf, denn diese sehr straffe Bearbeitung geht nicht selten auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Dialoge. So hat man gerade eben einen Täter gestellt, da setzt dieser auch schon zu einem ausufernden Monolog an um sich und seine Handlungen zu erklären. Dies wirkt fraglos sehr gekünstelt und stört den Hörgenuss an der einen oder anderen Stelle doch so, dass man nur die Augen verdrehen kann. Es ist eben ein Drahtseilakt mit einer guten Hörspielumsetzung einer Geschichte: Verloren sich einige Folgen der Reihe in zu ausufernden Dialogen die nicht auf den Punkt kommen wollten, so geht hier alles so flott, dass nicht selten die richtige Hörspielstimmung verloren geht. Dies ist schon überaus schade, denn der eigentliche Fall ist doch recht spannend und wird getragen von Holmes außergewöhnlicher Kombinationsgabe, die im Endeffekt doch nur verdammt logisches Denken ist. Soll heißen: Man kann durchaus nachvollziehen, wie Holmes zu seinen Ergebnissen gekommen ist. Dennoch bleibt diesmal nur ein etwas durchwachsender Eindruck, was eben primär an den oftmals sehr unnatürlich wirkenden Dialogen liegt. Sprecher: Wenn unnatürliche Dialoge vorliegen, so ist für die Sprecher auch alles andere als leicht, diese natürlich zu interpretieren. Opfer dieses Umstandes werden Bernd Vollbrecht, Walter von Hauff und Christian May, die alle auf Stichwort ohne Punkt und Komma losreden um alle nötigen Informationen in kürzester Zeit vorzutragen. Man kann wohl sagen, dass sie noch das Beste aus den Situationen herausholen, aber in diesem Bereich sollte man im Hause Maritim doch etwas umdenken, denn in einem Hörspiel sollte es schon Interaktion unter den Charakteren geben und nicht nur lange Monologe. So etwas durfte man schon zur Genüge bei der Serie „Offenbarung 23“ hören und auch dort sorgte es eher für Ernüchterung als denn für Begeisterung. Vielleicht mag mancher diesen Einwurf als Erbsenzählerei ansehen, aber an diversen Stellen dachte ich beim Hören wirklich nur: Nee, musste das jetzt SO sein? Wie dem auch sei, abschließend kann ich nur sagen, dass die Sprecher zwar ihr Bestes geben, aber es dennoch einige Fragwürdigkeiten gibt, die den Gesamteindruck nach unten ziehen. Musik und Effekte: Dieser Punkt ist der einzige, der wirklich überzeugend daherkommt. Man setzt weiterhin auf Musik, die den Hörer sofort an einen guten alten Detektivfilm in schwarz-weiß denken lässt und was wäre zu einer Geschichte um Meisterdetektiv Sherlock Holmes passender? Auch bei den Geräuschen hat man seine Hausaufgaben gemacht und untermalt das Geschehen stets dezent, aber in jedem Falle sehr passend. Dieser Bereich kann sich also nahezu ohne Einschränkung hören lassen und überzeugt, wie es die Serie in diesem Bereich schon seit längerem tut. Fazit: Gerade im Bezug auf eine Maritim-Produktion mag es paradox klingen, aber „Der schwarze Peter“ ist einfach zu kurz um den Hörer vollends überzeugen zu können. Mit unter 30 Minuten Spielzeit zeigt man sich von einer sehr flotten Seite, doch leider geht dies zu Kosten der Dialoge, die nicht selten schlicht unnatürlich klingen. Vor diesem Hintergrund können die Sprecher auch nicht so glänzen, wie sie es in anderen Rollen können. Wenn man wie auf Stichwort einen ellenlangen Monolog hält, so kann dies nicht mal ein Bernd Vollbrecht absolut glaubwürdig vermitteln. Lediglich bei der Musik und den Effekten zeigt man sich von der gewohnt guten Seite, aber das allein ist nun nicht genug um ein überzeugendes Hörspiel zu präsentieren. Fans der Serie können hier sicherlich zuschlagen und wer auf der Suche nach wirklich SEHR kurzweiliger Krimi-Unterhaltung ist, der kann auch mal ein Ohr riskieren. Allerdings muss man eben mit dem Umstand leben, dass vieles in diesem Hörspiel unnatürlich wirkt. Das macht dann insgesamt eine durchschnittliche Produktion, die man sich mal anhören kann, die man aber nicht unbedingt im Schrank stehen haben muss. ![]() ![]()
lord gösel |