Sherlock Holmes (8)
Der Patient

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Inhalt: Als Sherlock Holmes und Dr. Watson nach einem abendlichen Spaziergang in die Baker Street zurückkehren, wartet ein Besucher auf sie: Dr. Trevelyan. Der Arzt bittet die beiden zu seinem Patienten Mr. Blessington, der davon überzeugt ist, dass bei ihm eingebrochen wurde. Dr. Trevelyan glaubt, dass sein Patient an Verfolgungswahn leidet. Aber Sherlock Holmes bestätigt nicht nur den Einbruch, sondern muss sich schon bald auch mit der Aufklärung eines Mordes beschäftigen. Story: Das achte Abenteuer des weltbekannten Detektivs schlägt in eine ähnliche Kerbe wie auch schon Maritims Version von „Der Vampir von Sussex“, soll heißen: Hier sind lange Dialoge an der Tagesordnung. Nun gut, Sherlock Holmes ist schließlich auch nicht grade für actiongeladene Geschichten bekannt. Vielmehr bestechen die Geschichten um den Pfeiferauchenden Detektiv durch Holmes' verblüffende aber stets logische Gedankengänge. Nur genau dort liegt auch das Problem dieser Folge: So viele Gedankegänge von Holmes gibt es hier leider nicht zu bewundern, sondern es gibt lange Dialogpassagen über Dinge, die die Geschichte nicht vorantreiben sondern eher ausbremsen. Im letzten Viertel regiert dann die Langeweile, denn die Art und Weise wie der Mord begangen wurde ist geklärt und es geht nur noch darum die Identität der Mörder zu klären, was sich aber als reichlich zäh erweist. An sich hat die Geschichte eine wirklich nette Idee und man hätte daraus ganz ohne Frage auch eine spannende Hörspielumsetzung machen können, doch dieser Maritim-Umsetzung gelingt es einfach nicht den Hörer vollends in ihren Bann zu schlagen, da sie sich stellenweise schlicht und ergreifend zieht. Sprecher: Die Sprecher die man hier vor die Ohren bekommt sind allesamt keine Unbekannten und selbst in solch kleinen Rollen wie die von zwei Kutschern hört man solch bekannte Stimmen wie Hans Sievers und Thomas Karallus. Außerdem gibt es ein Wiederhören mit Volker Brandt als Inspektor Lestrade und auch Peter Weis und Henry König können in ihren Rollen überzeugen. Die Hauptsprecharbeit dieser Folge liegt wieder einmal bei Rode (Sherlock Holmes) und Groeger (Watson) und es ist schon eine Freude den beiden zu lauschen, auch wenn ich sie nach wie vor für zu alt für die Rollen halte. Soweit ist auf Seite der Sprecher eigentlich alles in Ordnung, denn auch Kai Henrik Möller kann als Dr. Trevelyan überzeugen. Doch dann gibt es da noch einen ganz bösen Patzer und der hört auf den Namen Volker Bogdan. Zwar liefert er an sich eine hervorragende Vorstellung ab und verkörpert den verbitterten Mr. Blessington sehr glaubwürdig, doch er stolpert von der Aussprache des Namen „Holmes“, denn das stumme „L“ in der Mitte spricht er mit aus und das mindestens 6-mal. Da kommt wieder einmal die Frage auf, wer da bei den Aufnahmen eigentlich Regie geführt hat, denn einen solchen Fehler MUSS man einfach bemerken. Dieser Patzer ist schon ziemlich störend und das zieht den ansonsten recht positiven Eindruck der Sprecher doch ein Stück nach unten. Musik und Effekte: Die technische Seite bleibt der wunde Punkt dieser Serie, denn irgendwie wirkt die gesamte Untermalung hier relativ lieblos. Musik kommt nur äußerst selten zum Einsatz. Was man dann zu hören bekommt ist allerdings durchaus zweckdienlich, denn durch die gehörten Stücke entsteht ein passendes Schwarzweißfilm-Flair. Bei den Effekten fährt man weiterhin sehr auf Sparflamme, denn es werden nur die allernötigsten Geräusche eingemischt, so dass so mancher Dialog manchmal reichlich „leer“ wirkt, was schon schade ist, denn schließlich hat man mit Produktionen wie „Der Fluch von Loch Ness“ sehr eindrucksvoll bewiesen wie gelungen man eine Produktion untermalen kann. Insgesamt betrachtet geht die Untermalung als zweckdienlich durch, doch das ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr genug, denn nahezu jedes Amateur-Label kann in diesem Bereich wesentlich bessere Arbeit vorweisen. Fazit: Die achte Folge erweist sich als kaum besser als ihr Vorgänger. Abermals krankt das Hörspiel an den viel zu langen Dialogen, die sehr viel Fahrt aus der Geschichte rausnehmen. Man sollte für meinen Geschmack nicht krampfhaft versuchen jede Kurzgeschichte Doyles in ein Hörspiel zu verarbeiten, das mehr als 60 Minuten Spielzeit hat, stattdessen sollte man sich auf die wesentlichen Dinge der Geschichte konzentrieren, denn weniger ist eben manchmal doch mehr. Das Thema Sprecher mutiert hier fast schon Farce, denn wie zum Henker kann man nicht merken, dass da jemand Holmes wirklich mit einem „L“ in der Mitte ausspricht? Auch die Technik kann hier nicht wirklich überzeugen, denn man hat auch schon von Maritim selbst viel besser inszenierte Hörspiele vor die Ohren bekommen. Für die kommenden Folgen sollte man sich jedenfalls doch mal auf die Hinterbeine setzen und diverse Macken ausmerzen, denn sonst könnten die Hörer das Interesse an dieser Serie verlieren. Wie schon „Der Vampir von Sussex“ stellt auch „Der Patient“ ein Hörspiel dar, das keineswegs zum Pflichtprogramm für Hörspielfans gehört und das irgendwo im durchschnittlichen Bereich sein Dasein fristet. ![]() ![]()
lord gösel |