Hercule Flambeau's Verbrechen (2)
Corpus Christi




Inhalt:
Der französische Meisterdieb Hercule Flambeau hält sich im spanischen Sevilla auf, um dort die Perlen und Goldringe der Doña Juanita Guitierrez zu stehlen. Doch ehe ihm dies gelingt, kommt er einem uralten Geheimnis auf die Schliche: Einem Schlüssel, der in der Abtei „San Sebastián“ verborgen sein soll. Der Schlüssel zum legendären Schatz der Tempelritter ... dem „Corpus Christi“. Hals über Kopf stürzt sich Flambeau in ein rasantes Abenteuer voller Gefahren, um das Mysterium des „Corpus Christi“ aufzuklären und den Templerschatz zu stehlen...

Story:
Weiter geht es mit den Abenteuern um den Meisterdieb, den Krimi-Fans aus den Geschichten von Pater Brown kennen dürften. Ein weiteres Meisterstück aus der Zeit vor Flambeaus Läuterung durch den Pater wird hier erzählt und auch diesmal schlägt alles eher in die Richtung Abenteuer, als denn Krimi. Man befindet sich also auf der Jagd nach dem Templerschatz und das gesamte Geschehen wird überaus flott erzählt, so dass hier für Längen kein Platz ist. Darüber hinaus zieht sich ein sehr humoriger Unterton durch das ganze Geschehen, was die Angelegenheit noch eine gute Spur sympathischer macht. Abzüge muss man allerdings auch in Kauf nehmen, denn so richtig konsequent geht man hier nicht zu Werke: Die Geschehnisse hier sollen ja vor dem Zusammentreffen mit Pater Brown spielen und in diesem Zusammenhang frage ich mich dann, wie man zu der „damaligen“ Zeit so schnell an Taucherausrüstungen kommen kann, noch dazu in den Besitz solcher, die offensichtlich über Sprechfunk verfügen. Das riecht nach einem bösen Schnitzer im Bezug auf das Rahmenkonzept der Serie. Sieht man darüber hinweg, so bekommt man hier überaus kurzweilige Unterhaltung geboten, die an einigen Stellen leicht an Indiana Jones erinnert.

Sprecher:
Bei den Sprechern ist dieses Hörspiel wahrlich sehr überschaubar. Neben Erzähler Peter Weis geben sich noch 4 weitere Künstler die Ehre und somit muss jeder voll dabei sein. Allerdings spricht die Besetzungsliste für sich: Thomas Karallus, Christine Pappert, Norman Maat und natürlich Hans-Georg Panczack sind hier zu hören und können nahezu auf der ganzen Linie überzeugen. Lediglich Hans-Georg Panczack übertreibt es dann und wann für meinen Geschmack mit Flambeaus flapsiger Art, so dass so mancher Spruch schon eher in cartoonartige Gefilde aufbricht. Dennoch bleiben unterm Strich richtig gute Leistungen seitens aller Beteiligteren, so dass man beim Hören direkt noch ein wenig mehr Spaß hat.

Musik und Effekte:
Man hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um das Flair Spaniens einzufangen, und so klappern direkt zu Beginn Kastanietten und auch ansonsten kommt die richtige Stimmung zu den verschiedenen Situationen auf. Mal kommen eher Krimi- oder Detektivmäßige Stücke zum Einsatz und an anderen Stellen dominiert Musik, die das Abenteuer-Feeling unterstreicht. Auf der Seite der Effekte geht es nicht minder gelungen zu und somit hat man als Hörer stets die entsprechende Szene vor dem geistigen Auge. Hier wurde insgesamt betrachtet also wirklich gute Arbeit geleistet, die sich hören lassen kann und überzeugt.

Fazit:
Obwohl der Serientitel etwas anderes erahnen lässt, legt man mit „Corpus Christi“, dem zweiten von „Hercule Flambeau’s Verbrechen“, ein sehr spannendes und kurzweiliges Abenteuer-Hörspiel vor, dass hier und da Erinnerungen an Indiana Jones aufkommen lässt. Lediglich ein kleiner Logikfehler trübt den Hörgenuss, denn so manche technische Errungenschaft steht ein wenig im Widerspruch zu dem Rahmen der Serie. Kann man damit leben, so bekommt äußerst kurzweilige 60 Minuten serviert, die von gut aufgelegten Sprechern vorgetragen und einer ordentlichen technischen Umsetzung untermalt werden. Sicherlich gibt es hier und da noch Möglichkeiten besser zu arbeiten, aber unterm Strich bleibt eine Produktion, die sich mit Fug und Recht das Prädikat Gut verdient hat.



lord gösel