Flüche, Geister und Dämonen (3)
Jäger der Finsternis (Zweites Blut)




Inhalt:
Endlich und nach einer für Paul und David wirklich miesen und schier endlosen Woche war es wieder Samstagabend und das Abenteuer aus vergangener Zeit, um einen geheimnisvollen Vampirkult konnte fortgesetzt werden.

...na, wieder gespannt?

Story:
Der erste Teil von "Jäger der Finsternis" hatte mich nicht sonderlich begeistert: 2 Jungs, die sich mit ein paar Gothics treffen, um gemeinsam ein Rollenspiel zu spielen. Die Szenen in der Spielewelt wurden nicht "gespielt", sondern einfach vorgelesen, so dass das Hörspiel sich trotz einer Spielzeit von unter 60 Minuten zog. Der nun erschienene zweite Teil bringt es auf 66 Minuten reine Spielzeit. Was hat sich außer der Spielzeit geändert? Eine Menge! Die Szenen, die innerhalb des "Pen and Paper"-Spiels stattfinden, wurden auch in wirklichen Hörspielszenen umgesetzt, die nur kurz durch Zwischenfragen oder Würfeleien unterbrochen werden. Dieser Teil der Handlung ist auch ziemlich atmosphärisch und hat durchaus seine unheimlichen und spannenden Momente. Dem gegenüber steht noch die Einleitung, ein kurzes Zwischenspiel und der Abspann, alles Szenen die in der "echten" Welt stattfinden und bei denen ich mich nach dem Sinn gefragt habe. Es bleibt wohl das Ende der Mini-Serie abzuwarten. Die angegebenen Szenen wirken zwar in Kombination mit den Spielszenen etwas seltsam, aber dennoch hat es diese Folge wesentlich besser verstanden mich zu unterhalten als der erste Teil. Die Geschichte ist nicht überragend, aber sie vermittelt kurzweilige Gruselunterhaltung und geht somit in Ordnung.

Sprecher:
Die Sprecher bleiben im Hause Farelia? auch beim 5. Release noch eine Baustelle. Wirklich seltsam ist, dass grade die Sprecher der beiden Hauptakteure Paul (gesprochen von Andreas Klein) und David (gesprochen von Stephan Pfeiffer) recht farblos daher kommen. Grade bei den Szenen, die in der Rollenspielwelt spielen und wo es stellenweise hart auf hart kommt wirken beide Sprecher ziemlich gelangweilt. Ich habe in meiner "Karriere" als Rezensent zwar auch schon noch wesentlich schlechtere Leistungen gehört, aber dennoch sollte man sich im Hause Farelia? mit diesen Leistungen nicht zufrieden geben. Bei den übrigen Sprecher tut sich ebenfalls nicht viel. Es sind eigentlich alle im durchschnittlichen Bereich anzusiedeln. Lediglich Paul-Simon Ramm kommt mit einer großen Portion Talent daher. Wieso er bei diesem Hörspiel "nur" als Erzähler und nicht als Charakter mitwirkt wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben, denn in der ersten Folge von "Flüche, Geister und Dämonen" hat er bewiesen, dass er sich auch als "normaler" Sprecher gut schlägt. Er bleibt hier abermals bei seiner gehauchten Erzählweise, die für meinen Geschmack auch ganz gut zu einer Gruselserie passt. Was die Produktion sprechertechnisch dann doch noch etwas aufwertet, ist "Amateurlabeldauerhelfer" Konrad Halver, der Prof. Dr. Dr. Gründner spricht. Dieser Faktor plus die Tatsache, dass sich alle Beteiligten zumindest ein wenig gegenüber dem Vorgänger steigern konnten ergibt in Schulnoten eine 3 für die gebotenen Sprecherleistungen.

Musik und Effekte:
Alle bisherigen Veröffentlichungen von Farelia? zeichneten sich durch gute und passende Musiken und gelungene Effekte aus und hier bleibt man seiner Linie treu. Allerdings auch nicht wirklich mehr. Der Grossteil der verwendeten Musiken ist bekannt und man könnte ruhig mal einige zusätzliche Musiken besorgen. So kommt beispielsweise der Einsatz des Stückes "Brain busters" von der Thrashmetalband Rapture sehr gut. Doch ansonsten ist eben "alles beim Alten". Wie gehabt sind Musik und Effekte die gelungensten Aspekte dieser Produktion und generell haben Amateurlabel einen guten Riecher für beide Faktoren.

Fazit:
Inhaltlich bekommt man eine Steigerung gegenüber dem ersten Teil geboten. Durch das permanente "Spielen" der Ereignisse in der Rollenspielwelt, wirkt dieser Teil der "Jäger der Finsternis" wesentlich spannender und interessanter als das "Erste Blut". Die Sprecher konnten sich ebenfalls steigern (wenn auch nur wenig) und der Gastauftritt von Konni ist ebenfalls gelungen. Die technische Seite ist wieder mal ordentlich und wertet das Endresultat auf. Spontan wären wohl 3,5 Sterne die richtige Wahl, da diese Produktion schon etwas mehr als durchschnittlich ist, aber diese Wertung gibt es in meinem System nicht. Somit lasse ich mal 5 grade sein und vergebe das Prädikat GUT, allerdings nur in Relation zum ersten Teil dieser Mini-Serie. Wer unentschlossen ist, sollte erstmal die Hörproben testen.



lord gösel