Flüche, Geister und Dämonen (2)
Jäger der Finsternis (Erstes Blut)




Inhalt:
"Hey Paul, sieh dir das hier mal an: 2 Spieler für ein Rollenspiel an den Sommerwochenenden gesucht. Spielzubehör vorhanden, keine weitere Vorbereitung notwendig. Bitte melden unter: Chiffre 666 postlagernd."

... Na, schon gespannt ???

Story:
Diesmal präsentiert man uns keine abgeschlossene Geschichte, sondern den ersten Teil eines Mehrteilers (logisch, gell ;) ). Soweit so gut, aber von gut kann diesmal, zumindest was die Geschichte angeht nicht wirklich die Rede sein. Die Idee mit dem Rollenspiel klingt im ersten Moment interessant, doch schnell schleicht sich Langeweilie ein, wenn Grossteile der Geschichte nur erzählt werden und eben nicht gespielt, wie man es bei einem Hörspiel erwartet. Vielleicht hätte man auch diese "Spielszenen" wirklich spielen sollen ... als eine Art Flashback. So kann ich nur sagen, dass die Geschichte zwar am Anfang Spannung aufbaut und selbiges auch für das Ende gilt, aber dass sich der Mittelteil zieht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte in den weiteren Teilen entwickelt und ob so manch lang erscheinende Passage für später noch Bedeutung hat, doch zum momentanen Zeitpunkt kann ich der Handlung nur einen durchschnittlichen Unterhaltungswert attestieren.

Sprecher:
Wie schon bei der ersten Folge, so hat man auch hier noch einige Defizite zu verzeichnen. Waren es bei der ersten Folge die weiblichen Stimmen, die nicht überzeugten, so sind es hier die männlichen. Grade die beiden Hauptpersonen Paul (Andreas Klein) und David (Stephan Pfeiffer) klingen über weitere Strecken hölzern und abgelesen. Leichte Aussätzer gibt es auch bei Raphomel-Sprecher Marco Heine. Wirklich überzeugend klingen hingegen Iris Krüger als Lafelia und Gaby Bufé als Laturia. Den Erzähler-Posten hat hier abermals Paul-Simon Ramm übernommen und er behält seine gehauchte Erzählweise bei, die zu einer Gruselserie auch gut passt. Horst Kurth von der Hörfabrik gibt sich ebenfalls kurz die Ehre und liefert einen gewohnt souveränen Job ab. In Schulnoten gebe ich für die Sprecherleistungen eine 4+, denn einige Mängel sind hier ohne Frage zu verzeichnen.

Musik und Effekte:
Musik und Effekte gehen in Ordnung und zwar völlig. Schon bei den drei bisherigen Produktionen hat man gezeigt, das man ein Händchen für passende Musikuntermalung und gut eingesetzte Effekte hat. Man konnte sich gegenüber den Vorgängern auch etwas steigern, denn hier gibt es keine zu laut eingemischten Musiken oder Effekte. Hierbei haben wir ohne Frage den gelungensten Aspekt von "Jäger der Finsternis", denn das Gebotene ist gut.

Fazit:
Die Geschichte zieht sich im Mittelteil und auch die stellenweise schwachen Sprecherleistungen trüben den Hörgenuss. Auch die sehr gelungenen Effekte und Musiken retten diese Folge von "Flüche, Geister und Dämonen" nicht vor dem Durchschnitt. Gruselunterhaltung gibt es viel auf dem Markt und grade mit der ersten Folge bewieß man ein gutes Händchen für dichte Atmosphäre hat, was man bei dieser Folge leider vermisst. Hoffen wir, dass der zweite Teil "Jäger der Finsternis (Zweites Blut)" sich als stärker herausstellt.



lord gösel