Die Ferienbande (5)
und das echt gruselig fies schwere Rätsel - LIVE




Inhalt:
Die Ferienbande auf der Bühne – kann das gutgehen? Wie wir diesmal nicht nur hören, sondern auch sehen konnten: natürlich nicht. Voller Eifer wollen sie der verstörten und überaus exzentrischen Baronin helfen, das Rätsel um die Spukerscheinungen zu lösen, doch wenn die Ferienbande "ermittelt", können gestandene Jugendbanden nur den Kopf schütteln. Ob in dunklen Kellern, auf dem Rummelplatz, in der Geisterbahn, im Leuchtturm oder im Schloss einer Baronin: wo Bernd, früher genannt Beate, Baul, Bröckchen, Babsi und der Hund Bambi auftauchen, geht alles drunter und drüber. Da tauchen hormonell unstabile Leuchtturmwärtertöchter und holländische Zauberer aus dem nichts auf, da verhaspeln sich untalentierte Nebendarsteller, und was das Filmteam mit den unbekleideten Frauen aus Osteuropa in einem versteckten Keller treibt, wollen wir lieber gar nicht wissen. Kein Wunder, dass sich da der Kommissar lieber weit weg in einen norwegischen Fjord wünscht. Bleibt nur eine Frage – warum zum Teufel applaudiert das Publikum diesen Dilettanten eigentlich? Es ist wohl alles nur eine Illusioooon!

Story:
Die wohl dilettantischste Jugendbande aller Zeiten meldet sich wieder zurück und stellt unter Beweis, dass sie auch im Rahmen einer Live-Aufzeichnung nicht in der Lage ist einen Fall vernünftig und ordentlich zu lösen. Wer die bisherigen Abenteuer der Ferienbande kennt, der weiß ganz genau was den Hörer hier erwartet: Eine schamlose Parodie auf alle Klischees, die die Welt der Jugend-Serien eben so hergibt. Leider will es abermals nicht gelingen die grandiose zweite Folge zu erreichen oder gar zu übertreffen. Ein Grund hierfür ist sicherlich die Spielzeit, die mit 100 Minuten doch ein wenig zu viel des Guten ist. Da verliert man sich manchmal ein wenig in Gags und läuft sie ein wenig tot. Ein weiterer Aspekt der mir etwas sauer aufgestoßen ist, ist eben der Umstand der Live-Aufnahme: Um die Klangqualität muss man sich keine Sorgen, dafür scheinen diverse Gags aber auch visuell verstärkt worden zu sein und an manchen Stellen fragt man sich eben doch, wieso das Publikum eigentlich lacht. Dennoch steckt das 5. Abenteuer für meinen Geschmack die beiden letzten Folgen relativ problemlos in die Tasche, da man letzten Endes eine ganze Reihe zündender Gags auf die Hörerschaft abfeuert und die Handlung diesmal wieder ein wenig mehr Hand und Fuß hat … sofern dies bei der Serie überhaupt wirklich möglich ist. Insgesamt also nicht die beste Folge der Serie, aber für Fans eine lohnenswerte Angelegenheit.

Sprecher:
Ein großes Ensemble an Star-Sprechern darf man natürlich nicht erwarten. Das ist schon ein wenig schade, denn gerade Auftritte bekannter Sprecher aus der „Jugend-Krimi-Szene“ sorgten in der Vergangenheit schon für Lacher. Allerdings weiß man auch aus den zurückliegenden Episoden, dass Kai Schwind und Sven Buchholz wahre Stimmakrobaten sind und auch hier stellen sie es erneut unter Beweis. Natürlich ist auch Chris Peters als Babsi dabei und an sonstigen Sprechern gibt es nur noch Viktor Weimer und Matthias Keller. Unter dem Aspekt der Parodie werden hier solide und auch sehr amüsante Darbietungen geboten an denen man seinen Spaß haben kann. Als kleinen Bonus gibt es noch einen Gastauftritt von Oliver Rohrbeck aus einer Aufführung. Da bleibt wirklich kein Auge trocken. Man bekommt auch hier geboten, was man erwartet hat.

Musik und Effekte:
Sprecher Viktor Weimer gab sich auch als Live Geräuschemacher die Ehre und das kann sich absolut hören lassen. Natürlich klingt nicht alles immer wirklich perfekt und passend, aber oftmals soll es ja auch genau so sein … schließlich sind wir immer noch mittendrin in einer Parodie. Weniger wie eine Parodie klingen dafür die eingespielten Musikstücke. Hier kann man oftmals wirklich glauben sich in mitten einer Jugend-Krimi-Serie aus den 80ern zu befinden. Wie bereits weiter oben erwähnt braucht man sich keinerlei Gedanken um die Klangqualität dieser Produktion zu machen, was für eine akribische Nachbearbeitung spricht. Technisch gesehen kann sich das fünfte Abenteuer der Ferienbande also auch problemlos hören lassen.

Fazit:
Zwar will es abermals nicht gelingen die grandiose 2. Folge der Serie zu erreichen, aber dennoch kann sich „Die Ferienbande das echt gruselig fies schwere Rätsel“ hören lassen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass man mit dem mitunter sehr derben Humor des Teams Schwind und Buchholz etwas anfangen kann. Leider übertreibt man es dann aber hier und da doch ein wenig und zieht so manchen Gag ein wenig in die Länge, so dass die mehr als 100 Minuten Spielzeit sich auch gerne mal ein wenig ziehen. Dafür kann man bei den Sprechern punkten, denn die beiden Stimmakrobaten Schwind und Buchholz lassen es so richtig krachen und erwecken viele verschiedene Charaktere zum Leben. Da auch die technische Seite der Produktion sich als überaus sauber erweist, kann ich das neueste Abenteuer der Ferienbande bedenkenlos allen Fans der Serie ans Herz legen. Da es aber hier und da kleine Schönheitsfehler gibt, reicht es in letzter Instanz dann doch „nur“ für die Kategorie GUT.



lord gösel