Faith (8)
Tanzender Tod




Inhalt:
Der Mann brannte lichterloh! Die grellen Flammen fraßen sich in seinen Körper. Der Bestie machte dies nichts aus, sie saugte gierig das Blut aus der zerfetzten Kehle ihres Opfers. Da geschah noch etwas: Der Oberkörper des Mannes brach explosionsartig auf! Das Blut spritzte in einer heißen Fontäne aus ihm heraus, und dir Knochen und Eingeweide quollen schrecklich aus ihm hervor. Durch die höllischen Flammen löste sich die Haut des Menschen langsam auf. Sie verschmorte und tropfte platschend auf den Boden. Erst jetzt, nachdem sie ihr grausames Werk vollendet hatte, ließ die Bestie von ihrem Opfer ab. Der junge Mann war nur noch ein lebloses ... kalkweißes ... Totenskelett!

Story:
Inhaltlich bietet sich hier ein ähnliches Bild wie schon bei „Ketten Jack“. Soll heißen: Es gibt wieder zwei voneinander gelöste Handlungsstränge, zwischen denen munter hin und her gesprungen wird. Allerdings erweisen sich beide Stränge als gehaltvoller als in der vorangegangenen Episode, dennoch ist es fraglich, ob dieses „Storysplitting“ wirklich eine gute Wahl ist. Die Überblendungen erfolgen nämlich sehr plötzlich. Grade eben noch ist man mitten in einer wilden Verfolgungsjagd mit Motorrädern und im nächsten Moment tauchen wir ein in Ravens Vergangenheit und eine gewaltige Schlacht. Etwas verwirrend gestaltet sich diese Folge also und ich habe mich gefragt, ob dies möglicherweise etwas damit zu tun hat, dass Ascan v. Bargen hier nicht nur als Script-Supervisor sondern auch als Co-Autor tätig war. Denn Bargan mag ja verworrene Geschichten, wie er mit seinem Hörspiel „Annwyn“ gezeigt hat. Aber genug der Spekulationen und zurück zum eigentlich Thema: Trotz der verschachtelten Erzählweise konnte mich „Tanzender Tod“ wesentlich besser unterhalten als die vorangegangene Epsiode, da der Handlungsstrang um Ravens Vergangenheit sehr interessant ist und dem Charakter und der gesamten Serie mehr Tiefgang beschert. Allerdings gab es bereits stärkere Stories.

Sprecher:
Mehr als 20 Sprecher geben sich in über 70 Minuten die Ehre und bei einem Großteil der Beteiligten muss man eigentlich nur die Namen lesen um zu wissen, was einen hier erwartet: Santiago Ziesmer, Michael Pan, Thomas Danneberg und Oliver Rohrbeck (!) seien an dieser Stelle mal exemplarisch genannt. In diesem Punkt muss man der R&B-Company wirklich ein ganz großes Lob aussprechen, denn der Aufdruck „Starbesetzung“ ist wirklich keine Übertreibung und mit der hier aufgefahrenen Besetzung kann man sogar so manches große Label alt aussehen lassen. Überaus positiv macht sich auch der Austausch der Erzählerin bemerkbar, denn Barbara Stoll lässt den Hörer die monotone Art von Petra Wolf augenblicklich vergessen. In einem anderen Jargon würde man sagen: Sieg auf der ganzen Linie. Klasse!

Musik und Effekte:
Man hat sich einiges vorgenommen, was in diesem Hörspiel allein durch Geräusche im Ohr real werden muss. Aber in diesem Punkt wusste man bei der R&B-Company eigentlich schon immer wie man arbeiten muss und daran hat sich auch mit „Tanzender Tod“ rein gar nichts geändert. „Kino für die Ohren“ wird versprochen und man hält, was man verspricht. Es gibt unzählige Actioneinlagen zu hören und ich glaubte stellenweise wirklich der Tonspur eines Hollywood-Streifens zu lauschen. Hier kracht und donnert es aus den Boxen und man ist als Hörer wirklich mittendrin. Da macht die ganze Angelegenheit direkt doppelt so viel Spaß. Obendrauf kommt noch die gewohnt gute Musik, die ja bekanntlich oftmals exklusiv für die Serie komponiert wird. Technisch gibt es hier also nahezu nichts zu beanstanden. Sehr gute Arbeit.

Fazit:
Wie schon bei der vorangegangenen Folge, so ist es auch hier der Punkt „Story“, der diese Produktion die Höchstwertung kostet. Ansonsten wird dem Hörer hier nämlich eine Produktion um die Ohren gehauen, die auch ohne größere Probleme von Universal stammen könnte. Bis in die kleinste Nebenrolle hört man bekannte und markante Stimmen und was einen hier technisch erwartet darf sich ohne Einschränkung mit dem Prädikat „Kino für die Ohren“ schmücken. Leider kann aber die Handlung eben nicht das restliche Niveau halten. Die Idee zwei völlig von einander losgelöste Handlungsstränge in ein Hörspiel zu packen stößt etwas sauer auf und auch die Übergänge zwischen den beiden Handlungen sorgen stellenweise für leichte Verwirrung. Trotz dieser kleinen Macken erwartet den Hörer hier eine wirklich gute Produktion, die sich hören lassen kann. Für Fans der Serie auf jeden Fall die richtige Entscheidung!



lord gösel