Faith (6)
Ravens Geheimnis




Inhalt:
Ich ahnte schon lange, dass Raven ein dunkles Geheimnis hütete. Nun wurde mein Freund von seiner Vergangenheit eingeholt. Wir mussten fliehen! Ein alter Feind Ravens war zurückgekehrt, und dieser wollte nur eins: Ravens Tod! Doch welche Rolle spielte der Vatikan? Wer war der sagenumwobene Sin-Eater? Und was hatte der „Kopfgeldjäger der Schattenwelt“ mit alledem zu tun?
Und aus dem Dunkeln näherte sich noch eine andere Gefahr...eine tödliche Gefahr! Der Kampf um unser überleben hatte begonnen!


Story:
Die 6. Folge der Serie avanciert für mich zu einem Highlight innerhalb der noch jungen Serie. Der Titel lässt es schonen ahnen: Man spinnt den großen Handlungsrahmen um Faith und ihre Freunde weiter, wodurch die Figuren zusätzliche Tiefe bekommen. Auf der einen Seite ist das titelgebende Geheimnis von Raven und auf der anderen Seite kommen sich zwei Charaktere endlich näher. Auch die alten Bekannten um Hunter mischen wieder mit. In knapp 70 Minuten erzählt man dem Hörer eine spannende Geschichte, die allerdings auch ihre kleinen Macken hat, die allerdings primär dem Punkt Sprecher zuzuordnen sind. Wer also Gefallen an den bisherigen Abenteuern der „Hörspiel-Buffy“ hat, der dürfte ganz sicherlich auch an dieser Folge seinen Gefallen finden, denn hier wird solide Horror-Unterhaltung geboten, die hier und da auch ihre lustigen Elemente hat (die mir dann allerdings schon zu sehr in die Ecke albern gehen.)

Sprecher:
Es bleiben die bekannten kleinen Weh-wehchen der Serie. Ein großes Manko war ist und bleibt Erzählerin Petra Wolf. Ihre Betonungen sind in meinen Ohren nicht grade optimal und ihre Stimme will mir auch bei Folge 6 einfach nicht gefallen. Als Erzählerin ist sie jedenfalls alles andere als eine Idealbesetzung. Auch Boris Tessmann liegt hier und da mal neben der Spur. Grade wenn er in seiner Rolle als Vin Masters versuchen den coolen Typen zu mimen klingt er gekünstelt. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass auch Nana Spier nicht die geborene Erzählerin ist, dann hat man aber auch schon alle Macken gefunden, denn der Rest des Casts zeigt sein können. Grade Nana Spier selbst kann als „normale“ Sprecherin in dieser Folge mal wieder so richtig schön aufdrehen und zeigt, was sie drauf hat. Selbiges gilt auch für David Nathan als Raven. Als Gaststars hören wir in dieser Folge Christian Rode (diesmal als Kardinal, was ihm überaus gut zu Gesicht steht) und Thomas Danneberg als „Kopfgeldjäger der Schattenwelt“. Wessen Stimme würde eher zu einer derartigen Rolle passen als die Synchronstimme von Arnie? Richtig … kaum eine, außer vielleicht Manfred Lehmann. Es gibt wie bei der Serie üblich also einen Mix aus wirklich sehr guten Sprecherleistungen, gepaart mit eher mittelprächtigen. Hieran sollte man weiterhin arbeiten, da das Potential noch nicht völlig ausgeschöpft wird.

Musik und Effekte:
Beide Faktoren tragen einen großen Anteil an der überaus gelungenen Atmosphäre dieser Folge. Hier und da mal ein etwas härteres „Brett“, an anderer Stelle unheilsschwangere und düstere Klänge und an der richtigen Stelle zuckersüße und leicht kitschige Klänge. Wie auch bei anderen Serien, so kommt die musikalische Untermalung hier einen Soundtrack wie für Filme schon sehr nahe. Die Effekte stehen ganz in der Tradition von Serie wie „John Sinclair“ oder „Jac Longdong“. Die verwendeten Sounds sind also überaus realistisch, aber hier und da übertreibt man es schon mal etwas mit der Lautstärke in der man gewisse Geräusche eingemischt hat. An einer bestimmten Stelle bin ich nachts glatt aus meinen schönen Traum aufgeschreckt und dachte vor meinen Schlafzimmerfenster würde grade jemand hingerichtet (kein Witz!).

Fazit:
Eine weitere überaus gelungene Folge präsentiert man den Hörern mit „Ravens Geheimnis“. Die Handlung kann sowohl als Einzelepisode überzeugen und treibt auch den Handlungsrahmen der ersten Season ein gutes Stück voran. Allerdings habe ich nach wie vor Probleme mit einigen Szenen, die lustig sein sollen und in meinen Ohren eher albern und unpassend wirken. Auch bei den Sprechern kann und sollte man noch einige Brikets nachlegen, da man hier noch einiges an Luft nach oben hat. Bei der technischen Seite hingegen ist man auf einem mehr als ordentlichen Niveau angelangt und sollte darauf achten dieses auch zu halten. Für meinen Geschmack eine der stärksten Episode dieser noch recht jungen Serie. Wenn man seine letzten Macken ausbügelt, dann hat die Serie in meinen Augen durchaus das Zeug zum Knüller zu werden. Insgesamt betrachtet bekommt man eine weitere GUTE Produktion der Russel/Brandon-Company vor die Ohren.



lord gösel